Moderne Literatur
Marcus Imbsweiler: Fjørdmusik
»Ob es eine gute Probe ist, weiß ich nicht, es ist auf jeden Fall eine ereignisreiche. Irgendwann will Puppe noch mal eine Stelle aus dem ersten Satz hören, den Übergang von der langen Solopassage zum folgenden Abschnitt. Irina stürzt sich also in ihre halsbrecherischen Läufe, es knirscht und...
John Niven: Kill ’em all
Wenn sie keine Platten verkaufen – ist es ein Albtraum. Wenn sie viele Platten verkaufen – ist es ein völlig anderer Albtraum. Weil diese Deppen, diese Handelsvertreter mit Hauptschulabschluss, diese Missgeburten mit ihren gähnend leeren Hohlbirnen, dann urplötzlich meinen, die Tatsache, dass ein...
T.C. Boyle: Das Licht
Unser Bücherblog wortmax.de ist einst aus der Fan-Website www.tcboyle.de hervorgegangen. Als Betreiber der beiden Websites könnten böse Zungen mir bei der Vorstellung eines neuen Romans von T.C. Boyle Befangenheit unterstellen und behaupten, ich fände kritiklos jedes Buch des gefeierten...
Christoph Steckelbruck: Der gefangene Sommer
Sie war schön, wirklich schön in Antons Augen. Und sie war tot. Jedenfalls wurde das in dem begleitenden Artikel kaum in Zweifel gezogen. Er legte seinen Kopf auf ihr gedrucktes Gesicht, roch den Duft der Druckfarben und schlief ein. Sommerlich tanzendes Licht durchdrang seinen Traum. An mehr...
Takis Würger: Stella
Hätten Sie zu Stella gehalten? Mit dieser Frage stellte der Hanser Verlag kürzlich den neuen Roman von Takis Würger vor. Lässt sie sich aus der Sicht eines begnadet Spätgeborenen beantworten? Dies ist wohl ebenso schwer möglich, wie der Holocaust begreifbar ist, wenn man ihn allein mit Zahlen und...
Benedict Wells: Die Wahrheit über das Lügen
Benedict Wells betrachtet seinen Kurzgeschichtenband als ein literarisches Mixtape (das waren früher diese selbst zusammengestellten Musikkassetten - die Prä-Internet-Generation wird sich gerne mit verklärtem Blick daran erinnern) und nach der Lektüre seines Buches kann ich nur sagen: Mission...
Thomas Klupp: Wie ich fälschte, log und Gutes tat
Benedikt Jäger ist ein ganz normaler Jugendlicher. Er geht zur Schule, spielt leidenschaftlich gern Tennis, verbringt viel Zeit mit seinen Freunden und testet gelegentlich seine Grenzen aus. So weit, so gut. Auch der Ort, in dem er lebt, hat nicht so viel zu bieten. Weder klein, noch groß, weder...
Gregoire Delacourt: Das Leuchten in mir
Schlägt man einen Roman des französischen Schriftstellers Gregoire Delacourt auf, so entfaltet sich sofort ein Gefühl von ganz besonderer Literatur. Das hat er in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, und auch die deutschsprachige Fassung seines neuesten Romans »Das Leuchten in mir« steht dem nicht...
Jeffrey Eugenides: Das große Experiment
Sie begann, an den Treffen der Weight Watchers teilzunehmen. Della fuhr sie hin. Klein und vorwitzig, mit gesträhntem Haar, einer glänzenden Rayonbluse und einer großen Brille mit rosafarbener, durchscheinender Fassung, saß sie auf einem Kissen, um über das Lenkrad ihres Cadillacs sehen zu können....
Joey Goebel: Freaks
»The Freaks« – so lautet der Name der wohl ungewöhnlichsten Band der Welt. An der Gitarre: Opal, 80 Jahre alt, ständig mit einem Sex-Pistols-T-Shirt und Minirock bekleidet. Ihre Verwandschaft möchte sie am liebsten ins Altersheim abschieben, aber Opal lebt den Rock'n'Roll, nicht nur auf der Bühne,...
Maxim Biller: Sechs Koffer
Wer ist schuld am Tod des Großvaters? Der alte Schmil Grigorewitsch wurde verraten und zum Tode verurteilt und dieses Wissen lastet schwer auf der hinterbliebenen Familie. Diese hat sich mittlerweile in der ganzen Welt zerstreut: einige blieben in Russland und weiteren Teilen der Sowjetunion,...
Robert Seethaler: Das Feld
Wie würde der Tod die Perspektive auf das eigene Leben verändern? Robert Seethaler lässt in seinem neuen Roman »Das Feld« Tote zu Wort kommen, die aus dem Jenseits ihre Lebensgeschichten schildern. Die Protagonisten liegen alle auf dem Friedhof derselben Kleinstadt begraben, stammen aber aus...
Juli Zeh: Neujahr
Henning ist Vater von zwei Kindern, verheiratet und macht zurzeit mit seiner Familie Urlaub auf Lanzarote. Kurz vor Weihnachten überfiel ihn die Idee während der Feiertage in den Süden zu fahren, um dem deutschen Winterwetter für einige Zeit zu entgehen. Nun ist Weihnachten vorbei, Silvester...
Katja Maybach: Der Mut zur Freiheit
Im Mittelpunkt dieses drei Generationen umfassenden Romans stehen Margarita, ihre Tochter Valentina sowie ihre Enkelin Olivia. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird Margarita von ihrem Vater aus dem Haus vertrieben. Das geschieht, weil sie sich mit einem Burschen ihres Alters eingelassen hatte, der...
Melinda Nadj Abonji: Tauben fliegen auf
Erzählt wird die Geschichte einer Familie, die vom Balkan nach Zürich migriert ist. Die beiden Schwestern Ildikó und Nomi wachsen in zwei Gesellschaften auf, die innerhalb eines Kontinents wohl kaum unterschiedlicher sein könnten. Auf der einen Seite steht ihre Kindheit in der Vojvodina (heutiges...
Claudia und Nadja Beinert: Revolution im Herzen
Niemand sollte vor diesem historischen Roman zurückschrecken, weil er das Wort Revolution im Titel trägt und hier einer der wichtigsten Ökonomen der Weltgeschichte, nämlich Karl Marx, eine tragende Nebenrolle spielt. Lenchen Demuth mit der Zitterhand muss bitterste Armut in ihrer Familie erfahren....
Henning Mankell: Tiefe
Wir schreiben das Jahr 1914. Der Erste Weltkrieg steht kurz vor dem Ausbruch. Lars Tobiasson-Svartman dient in der schwedischen Armee, die sich neutral verhält, als Seevermesser. Von Zeit zu Zeit wird er von seinen Vorgesetzten damit beauftragt, Untiefen zu erforschen, alternativ passierbare...
John Connolly: Stan
Selten habe ich mich auf ein Buch so sehr gefreut, wie auf »Stan« von John Connolly. Das hat viel mit meiner eigenen Vergangenheit als Leser zu tun. In den 90er Jahren pflegte ich eine große Affinität zu Büchern, die die frühen Jahre Hollywoods thematisierten. Besonders ans Herz gewachsen sind mir...

















