Beiträge von Holger Reichard

Die KiWi-Musikbibliothek Einer der Hot Spots der diesjährigen Frankfurter Buchmesse war die KiWi-Party am Mittwochabend im Gibson Club. Als Nicht-Prominenter war man dort beinahe schon ein Exot. Der Verlag Kiepenheuer & Witsch hatte groß eingeladen, um seine neue Reihe, die KiWi-Musikbibliothek, vorzustellen. Oder besser gesagt: zu feiern. Mit vier kleinen Büchern (zwischen 88 und 178 Seiten) wurde die Reihe Anfang…

Fast immer, wenn man auf der Buchmesse Autoren trifft, ist von einem Projekt die Rede, »für das sich sowieso kein Verlag interessiert«. Im Grunde ist das ein trauriger Moment. Denn viele dieser Projekte klingen hochinteressant, nur werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit nie umgesetzt. Durch stetig sinkende Verkaufszahlen verunsichert, setzen Verlage immer mehr auf Altbewährtes. Von der Experimentierfreude vergangener Jahrzehnte ist…

Am 18. Mai 2019 fand im Verlagshaus der Bastei Lübbe AG in Köln zum vierten Mal die LitBlog Convention statt, und wir waren nach 2016 und 2017 zum dritten Mal dabei. In den ersten beiden Jahren trafen wir dort noch zahlreiche Bloggerinnen und Blogger aus der eigenen literarischen Gewichtsklasse. So war die LitBlog für uns anfangs auch eine willkommene Gelegenheit,…

Die Veröffentlichungen des Braunschweiger Vielschreibers Frank Schäfer sind für mich inzwischen zur Pflichtlektüre geworden. Sein ihm ganz eigener Schreibstil, schnoddrig und geistreich zugleich, mit perfekt platzierten Pointen trifft exakt meinen Lesegeschmack. Hinzu kommt, dass unsere Biografien ein paar nicht unwesentliche Gemeinsamkeiten aufweisen. Wir sind beide Baujahr 1966, in der niedersächsischen Provinz groß geworden und pflegen eine innige Beziehung zum Schreiben,…

Unser Bücherblog wortmax.de ist einst aus der Fan-Website www.tcboyle.de hervorgegangen. Als Betreiber der beiden Websites könnten böse Zungen mir bei der Vorstellung eines neuen Romans von T.C. Boyle Befangenheit unterstellen und behaupten, ich fände kritiklos jedes Buch des gefeierten kalifornischen Schriftstellers großartig. Grob betrachtet hätten diese bösen Zungen natürlich recht. Genau genommen ist es aber so, dass für mich nicht…

Hätten Sie zu Stella gehalten? Mit dieser Frage stellte der Hanser Verlag kürzlich den neuen Roman von Takis Würger vor. Lässt sie sich aus der Sicht eines begnadet Spätgeborenen beantworten? Dies ist wohl ebenso schwer möglich, wie der Holocaust begreifbar ist, wenn man ihn allein mit Zahlen und Fakten zu fassen versucht. Der Horror der NS-Zeit wird am ehesten in…

Selten habe ich mich auf ein Buch so sehr gefreut, wie auf »Stan« von John Connolly. Das hat viel mit meiner eigenen Vergangenheit als Leser zu tun. In den 90er Jahren pflegte ich eine große Affinität zu Büchern, die die frühen Jahre Hollywoods thematisierten. Besonders ans Herz gewachsen sind mir dabei die Werke der Marx Brothers sowie die Autobiografien von…

Für Thriller und Krimi-Literatur sind hier in der Regel Andreas und manchmal auch Detlef im Einsatz. Meine Wenigkeit verirrt sich nur gelegentlich in eines dieser Genres. Beim schottischen Autor Christopher Brookmyre mache ich gerne eine Ausnahme, seit mir im Herbst 2014 sein »Angriff der unsinkbaren Gummienten« in die Hände fiel. Was mir an Brookmyres Büchern gefällt, ist zunächst einmal natürlich…

Zeitreisen mit Bruno Preisendörfer machen Spaß. In seinem neuen Buch »Die Verwandlung der Dinge« lädt er seine Leserinnen und Leser bereits zum dritten Mal in Folge zu einer solchen Reise ein. Nachdem er zunächst in einzigartiger Ausführlichkeit den Alltag der Goethezeit beleuchtet hat (2015) und kurz darauf als verwandtes Projekt dem Zeitalter der Reformation auf den Zahn fühlte (2017), ergründet…

»Die Persönlichkeit eines Menschen hat Dutzende von Facetten. Fahren Sie in einen Ferienort. Sehen Sie sich um. Der humorlose Anwalt schlüpft aus seinem Anzug und verwandelt sich in einen Partylöwen. Der berühmte Schauspieler wird zum erbärmlichen Langweiler. Die eingeschüchterte Hausfrau mausert sich zur hinreißenden Liebhaberin, wird ein völlig anderer Mensch. Es ist immer das Gleiche, die Sehnsucht nach Flucht ...«…

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