Beiträge von Renate Bojanowski

Wir wussten von nichts, muss sich Tobias heute eingestehen, buchstäblich von nichts ... Aber zeigte denn die Zeitung nicht auch Fotos aus Danzig, aus Schlesien? Und in den Nachrichten wurden die Bilder abends ebenfalls ausgestrahlt. Doch zu fern lag es den Schmorzwiebelheimwegen, um wahrgenommen zu werden,...« Im März dieses Jahres erschien bei der edition.fotoTAPETA der Roman »Souterrain« von Lothar Quinkenstein.…

Sie wissen, wie gern ich Schopenhauer zitiere. »Die Wahrheit«, hat er einmal gesagt, »ist eine spröde Schöne.« Wer schreibt, versucht die Schönheit an den Mann zu bringen, als ihr Heiratsvermittler oder, wenn ich mit dem Wort nicht Ihre Gefühle verletze, als ihr Zuhälter. Wenn es nötig ist, sie dafür aufzuhübschen, dann gehört das zum Geschäft. (Johannes Hosea Stärckle an den…

Das Wort Wonne kam mir in den Sinn. Ora, meine Wonne. Wie aus dem nichts war da dieses Wort. Es klang nach den Unbedingtheiten des Mittelalters, nach durchgeknallten Gottessuchern und Spinnern jeglicher Schattierung, etwas, das es seit Ewigkeiten nicht mehr gab, nur noch als Wort, aber siehe, hier und jetzt war es noch einmal zurückgekehrt. So sinniert der namenlose Erzähler…

Seit einigen Jahren gehört die Leipziger Buchmesse zu meinen fest eingeplanten Terminen, ist sie doch eine gute Möglichkeit, sich mit anderen Bloggern zu treffen und auszutauschen. Außerdem kann man bestehende Kontakte zu Verlagen pflegen und neue knüpfen. Eine Vielzahl an attraktiven Veranstaltungen und Lesungen machte auch in diesem Jahr die Auswahl schwer, wenn man mit einem begrenzten Zeitbudget auskommen muss.…

Unter dem Titel »Der unmögliche Mord und andere phantastische Kriminalfälle« erscheint beim Conte-Verlag dieser Tage eine Anthologie mit siebzehn verschiedenen Kriminalfällen von unterschiedlichen Autoren mit mannigfaltiger Couleur. Die Herausgeberin Tanja Karmann ermöglichte wortmax.de und einigen anderen Blogs, das Manuskript vorab zu lesen. Im Rahmen einer Blogparade wird das Buch seit dem 01. März 2019 im Netz vorgestellt. Wer kann sich…

»Manchmal denke ich, dass Mutter zu groß, zu blond und zu lebendig ist, dann tut es mir leid. Manchmal wünsche ich mir eine Mutter mit mattem Haar, zerknitterter Schürze, sanften, müden Augen. Manchmal vermisse ich Mutter, obwohl sie da ist, und manchmal habe ich das Gefühl, sie sitzt in mir drin.« (Anais über ihre Mutter) Julia Webers Roman »Immer ist…

»Jedes Schlechte erachtet für gut der Mensch, wenn ihn ein Gott verblendet. In kürzester Zeit wird’s ihm an Fluch nicht fehlen.« (Sophokles in »Antigone«) Seit die amerikanische Schriftstellerin Donna Leon Commissario Guido Brunetti entdeckte, »während er hinter dem Opernhaus La Fenice in vollendeter Gestalt aus dem Polizeiboot stieg«, sind 27 Jahre vergangen. Jeder neue Venedig-Krimi - ein internationaler Erfolg! Auch…

Sie war schön, wirklich schön in Antons Augen. Und sie war tot. Jedenfalls wurde das in dem begleitenden Artikel kaum in Zweifel gezogen. Er legte seinen Kopf auf ihr gedrucktes Gesicht, roch den Duft der Druckfarben und schlief ein. Sommerlich tanzendes Licht durchdrang seinen Traum. An mehr erinnerte er sich nicht. Der Duft von frischem Druckwerk blieb ihm seitdem betörend…

Als Debütantin bezeichnete man einst eine junge Frau, die »in die Gesellschaft eingeführt wird«. Der Begriff leitet sich vom französischen début ab, was sich mit Anfang übersetzen lässt. Die junge Autorin Anne Reinecke ist eine solche Debütantin, hat sie doch zu Beginn des Jahres im Diogenes Verlag ihren ersten Roman mit dem Titel »Leinsee« vorgelegt. Darin entführt sie ihre Leserschaft…

Der amerikanische Autor Arthur Miller ist vorrangig für seine Dramen bekannt. Viele assoziieren mit seinem Namen den »Tod eines Handlungsreisenden« und denken an Heinz Rühmann in der Verfilmung von Gerhard Klingenberg 1968 oder an Dustin Hoffmann in Volker Schlöndorffs Film aus dem Jahr 1985. Millers einziger Roman »Fokus« erschien erstmals 1945, zehn Jahre später in deutscher Sprache in der Übersetzung…

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