Moderne Literatur
Matt Ruff: Lovecraft Country
»Aussteigen.« Der Polizist trat von der Wagentür zurück und legte eine Hand auf den Griff seines Revolvers. Atticus stieg langsam aus. Im Stehen war er ein paar Zentimeter größer als der Polizist; als Quittung für diese Unverschämtheit wurde er umgedreht, gegen den Cadillac geschubst und grob...
Christian Y. Schmidt: Der letzte Huelsenbeck
Äußerlich allerdings sahen wir schon wie Ökos aus. Doch unsere Frisuren und Klamotten waren nur Verkleidung. Wir dachten völlig anders. Wären wir nur ein zwei Jahre später auf die Welt gekommen, wären wir sicher alle Punks geworden. So aber standen wir genau zwischen allen Stilen und Bewegungen....
Stefanie Gregg: Duft nach Weiß
Das Thema Osteuropa in Form von Bulgarien sollte die Leser nicht abschrecken, nach dieser Lektüre zu greifen. Denn es verbirgt sich ein romantischer, spannender und Freiheit betonender Roman hinter dem Titel. Im Mittelpunkt steht Anelija und ihre Familie. Zu Beginn begegnet ihr der Leser auf der...
David Mitchell: Slade House
Die Worte der Reporterin sind wie zäher Sprachkleister. Vermisst? Seit fünf Tagen? Seit Samstag? Es ist doch erst Samstag! Ich bin erst seit einer Stunde im Slade House. Es muss sich um eine andere Sally Timms handeln. Aber die Person auf dem riesigen Foto, das gerade eingeblendet wird, bin ich,...
Bernhard Schlink: Olga
»Was seid Ihr Männer für Feiglinge! ... Schnee und Eis, Waffen und Krieg – dem fühlt Ihr Männer Euch gewachsen, aber nicht den Fragen einer Frau.« (Olga Rinke, 27. Juli 1936) Spätestens seit seinem Welterfolg »Der Vorleser« ist Bernhard Schlink für seine außergewöhnlichen und subtilen Geschichten...
Mark Haddon: Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone
Christopher Boone ist ein fünfzehnjähriger Junge mit Aspergersysndrom. Seit dem Tod seiner Mutter lebt er alleine im elterlichen Haus mit seinem Vater zusammen, der eine kleine Firma hat. Als der Hund seiner Nachbarin eines Nachts mit einer Mistgabel ermordet wird, ist Christophers Stunde...
Smith Henderson: Montana
Der Roman spielt Ende der Siebziger in der rauen Welt des amerikanischen Mittelwestens, die von Armut und Kriminalität geprägt ist. Hier lebt und arbeitet der Sozialarbeiter Pete Snow. Sein Job ist es Kindern und Jugendlichen in schwierigen familiären Verhältnissen zu helfen und dies ist keine...
Anthony McCarten: Jack
»Die Persönlichkeit eines Menschen hat Dutzende von Facetten. Fahren Sie in einen Ferienort. Sehen Sie sich um. Der humorlose Anwalt schlüpft aus seinem Anzug und verwandelt sich in einen Partylöwen. Der berühmte Schauspieler wird zum erbärmlichen Langweiler. Die eingeschüchterte Hausfrau mausert...
Andrea Hirata: Die Regenbogentruppe
Auf einer Insel in Indonesien steht eine kleine Schule. Das Gebäude sieht aus, als würde es bald in sich zusammenfallen und wird im Grunde nur noch durch einen Pfeiler getragen. Es ist eine Armenschule, denn obwohl die Insel sehr reich ist, gibt es dort auch viele, die gar nichts haben. Zwei...
Arnoldo Gálvez Suárez: Die Rache der Mercedes Lima
Dank der unüberschaubar zahlreichen Nachrichtenkanäle meinen wir, über alle Informationen zu verfügen. Doch Hand aufs Herz: Was weiß die deutsche Leserschar über ein Land wie Guatemala? Für viele ein weißer Fleck – geografisch, inhaltlich, sprachlich, kulturell. Dass viele literarische Werke...
T.C. Boyle: Good Home
Seit mehr als 25 Jahren begleite ich die Veröffentlichungen des US-Schriftstellers T.C. Boyle. Alles, was in deutscher Sprache von ihm erschienen ist, habe ich gelesen. Eines hat sich im Laufe der Jahre geändert. Anfangs waren es eher seine Romane, die mich begeisterten: »Wassermusik« (1987),...
Stefanie Zweig: Das Haus in der Rothschildallee
Dieser Roman von der Altmeisterin ist eine Familiensaga, deren Handlung zur Zeit des Ersten Weltkrieges spielt. Präzise, teilweise minutiös wird der Aufstieg und Fall einer jüdischen Unternehmerfamilie geschildert. Der Tuchhändler Johann Isidor Sternberg zeigt, dass er ein gutes Händchen für das...
Michael Roes: Zeithain
Vielen mag das tragische Ende des Hans Hermann von Katte bekannt sein. Katte war Leibgardist des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. und eng mit dessen Sohn, dem Kronprinzen Friedrich, befreundet. Dieser hatte unter der Tyrannei seines Vaters so sehr zu leiden, dass er - auf die Thronnachfolge...
Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte
Alle, die dieses Buch gelesen haben, werden verstehen, wieso es mir schwerfällt, den Inhalt zusammenzufassen. Dies wäre vermutlich die einfachste Variante: Der Roman handelt von einem Mädchen aus dem größten Slum Südafrikas, das über Umwege nach Schweden gelangt und dort 20 Jahre lang auf eine...
Han Kang: Menschenwerk
»Ist der Mensch von Natur aus grausam? Ist das was wir durchgemacht haben, eine ganz normale Erfahrung? Leben wir nur in der Illusion, Würde zu besitzen, obwohl wir uns von einem Moment auf den nächsten in Abschaum verwandeln können, in ein lästiges Insekt, in eine wilde Kreatur, in eine formlose...
Armando Lucas Correa: Das Erbe der Rosenthals
»Das Erbe der Rosenthals« ist der Debütroman eines für seinen Journalismus bereits mehrfach ausgezeichneten Autoren. Armando Lucas Correa hat darin ein ganz persönliches Herzensthema verarbeitet. Doch worum geht es? Die elfjährige Anna ist ohne Vater aufgewachsen. Dieser kam bei einem Unfall ums...
Irvine Welsh: Kurzer Abstecher
»Frank war derjenige, der angegriffen wurde!«, klärt Elspeth ihn auf, zugleich schockiert und verwirrt von ihrer eigenen Loyalität. »Das glaube ich gerne«, sagt Notman. »Wenn der frühere Oberpsychopath plötzlich der Gute ist, dann hat die Stadt wirklich Probleme.« Jim Francis lebt unter neuem...
John Niven: Alte Freunde
»Craig?«, fragte Alan, wobei sich der Name wie ein einziges großes Fragezeichen anhörte. »Lang ist’s her, Kumpel.« Ein Wirbelwind widersprüchlicher Gefühle stürme auf Alan ein. Schock, selbstverständlich. Mitleid. Die Sorte tief empfundenes, reflexartiges Mitleid, wie es einem beim Anblick der Not...

















