Moderne Literatur

Marc Degens: Unsere Popmoderne

Marc Degens: Unsere Popmoderne

Seit siebenunddreißig Jahren arbeite ich für SÄKERHET, doch niemand weiß, wie ich aussehe. Ob ich ungepflegt zur Arbeit erscheine, in Jeans oder im Dreiteiler. Ob ich einen Bart trage, Brille oder Glatze. Ob ich groß bin oder klein, gedrungen oder schmal, blass oder braungebrannt, ob ich Handball...

mehr lesen
Husch Josten: In Sachen Joseph

Husch Josten: In Sachen Joseph

Rund zwanzig bis dreißig Prozent aller Kinder und Jugendlichen haben zeitweise imaginäre Gefährten, die unterschiedliche Funktionen erfüllen, das Einfühlungs- und Kommunikationsvermögen fördern und helfen, Verlust zu bewältigen. Man vermutet, dass viele Erwachsene es ebenso handhaben und nur nie...

mehr lesen
DBC Pierre: Das Buch Gabriel

DBC Pierre: Das Buch Gabriel

Carte blanche für Gabriel Brockwell. Doch eins nach dem anderen. Ich werde den versiertesten Verschwender ausfindig machen, den ich kenne: meinen alten Freund Nelson Smuts, bei dem Wein und Ausschweifungen nie weit sind. Mit ihm als Schützenhilfe werde ich meine letzten Stunden zu einer perfekten...

mehr lesen
Douglas Coupland: JPod

Douglas Coupland: JPod

Sie war enttäuscht, weil sie nicht nach Nordkorea reingekommen war: zu viel Papierkram. »Damit hat man einen echten Schandfleck im Pass. Ich wollte mich bloß mal in einer Gesellschaft umsehen, die über keinerlei Technologie verfügt, bis auf drei Wählscheibentelefone und eine einzige Fernsehkamera,...

mehr lesen
Hunter S. Thompson: Rum Diary

Hunter S. Thompson: Rum Diary

Wir fuhren auf einer gepflasterten Straße einen Berg hinunter ans Wasser. Nichts deutete auf eine Zeitungsredaktion hin, und ich hatte den Verdacht, dass er mich nur hierher brachte, um mich loszuwerden. Wir bogen um eine Ecke, und plötzlich stieg er auf die Bremsen. Direkt vor uns war so etwas...

mehr lesen
Michel Houellebecq: Gegen die Welt, gegen das Leben

Michel Houellebecq: Gegen die Welt, gegen das Leben

Fast könnte man meinen, der Titel des Buches habe etwas mit der Zigarette zu tun, die der Autor auf dem Titelbild so provokant inhaliert. Doch hier geht es um den Kultautor H. P. Lovecraft, der keine Zigaretten brauchte, um einen ungesunden Lebensstil zu pflegen. Er hatte nämlich gar kein Leben....

mehr lesen
Thomas Savage: The Power of the Dog

Thomas Savage: The Power of the Dog

Phil always did the castrating. Mit diesem vielsagenden und andeutungsreichen Satz beginnt Thomas Savages Roman »The Power of the Dog«. Ursprünglich veröffentlicht im Jahre 1967 und wie die meisten von Savages Büchern von Kritikern hochgelobt, aber kaum von jemandem gelesen, wurde der Western 2001...

mehr lesen
Rajaa Alsanea: Die Girls von Riad

Rajaa Alsanea: Die Girls von Riad

Ich halte das, was ich tue, nicht für das einzig Richtige, ich halte es aber auch nicht für verwerflich. Und ich erhebe keineswegs den Anspruch, vollkommen zu sein. Mit 18 einen Roman zu schreiben, der offen und ehrlich über Liebe und Sex berichtet, ist in der westlichen Welt keine große...

mehr lesen
John Fowles: The French Lieutenant’s Woman

John Fowles: The French Lieutenant’s Woman

But there was one noble element in his rejection: a sense that the pursuit of money was an insufficient purpose in life. Charles ist ein reicher Gentleman im England des 19. Jahrhunderts, der, Anfang 30, nicht recht weiß, was er mit seinem restlichen Leben, seiner Zeit, seiner gesellschaftlichen...

mehr lesen
Cormac McCarthy: Verlorene

Cormac McCarthy: Verlorene

Die USA in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Der junge Suttree lebt auf einem heruntergekommenen Hausboot auf dem Fluss Tennessee bei Knoxville im gleichnamigen Bundesstaat. Das bisschen Geld, das er braucht, verdient er sich mit Fischen, die er an Händler verkauft, oder manchmal an...

mehr lesen
Ian McEwan: Atonement

Ian McEwan: Atonement

I like to think that it isn’t weakness or evasion, but a final act of kindness, a stand against oblivion and despair, to let my lovers live and to unite them at the end. »Atonement« fängt an wie ein historischer Liebesroman: Es sind die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Cecilia Tallis, Tochter...

mehr lesen
Alex Capus: Léon und Louise

Alex Capus: Léon und Louise

Es ist nicht so, dass ich die vergangenen zwölf Jahre unablässig an Dich gedacht hätte, weißt Du? Man kann schließlich nicht länger als ein paar Monate in diesem Zustand bleiben, irgendwann stößt man an seine Leistungsgrenze. Léon und Louise waren fast ihr ganzes Leben ein Liebespaar, haben sich...

mehr lesen
Lloyd Jones: Mister Pip

Lloyd Jones: Mister Pip

Wir waren vom Meer umschlossen, und während die Kanonenboote vor der Küste patrouillierten, flogen Hubschrauber über unsere Köpfe hinweg. Es gab keine Zeitung, kein Radio, nichts, was unsere Gedanken hätte führen können. Wir vertrauten auf das gesprochene Wort. Die Rothäute wollten die Insel...

mehr lesen
Jonathan Franzen: Freedom

Jonathan Franzen: Freedom

… craving sex with her mate was one of the things (OK, the main thing) she'd given up in exchange for all the good things in their life together. Wie schon »The Corrections« ist Franzens neuer Roman »Freedom« ein amerikanisches Familiendrama mit originellen, lebensechten Charakteren, die einen...

mehr lesen
Tom Rachman: Die Unperfekten

Tom Rachman: Die Unperfekten

Er hat ihrer Freundschaft mit Didier, dem Mann von gegenüber, niemals im Weg gestanden. Eileen ist noch nicht fertig mit diesem Teil des Lebens, mit Sex, so wie Lloyd. Sie ist achtzehn Jahre jünger als er, und früher hat ihn diese Kluft scharf gemacht, jetzt mit siebzig trennt sie ihn von ihr wie...

mehr lesen
Stephen King: Zwischen Nacht und Dunkel

Stephen King: Zwischen Nacht und Dunkel

Der Altmeister des Schreckens ist in jeglichem Format gut unterwegs, sei es die klassische (bei Stephen King oft und gerne ausufernde) Romanform, der konzentrierte Schrecken in Gestalt von Kurzgeschichten oder wie in seinem neuesten Werk das, was dazwischen liegt: die Novelle. Nach »Different...

mehr lesen
Alexander Aciman, Emmett Rensin: Twitteratur

Alexander Aciman, Emmett Rensin: Twitteratur

Es sei ein Missverständnis, hat Literaturkritiker Stephen Booth einmal gesagt, dass Worte in der Literatur dazu dienen, Informationen zu transportieren; vielmehr seien sie eher zu betrachten wie Noten in einem Musikstück, die nichts bedeuten außer sich selbst. Deshalb ist bei Literatur wie etwas...

mehr lesen
Haruki Murakami: 1Q84

Haruki Murakami: 1Q84

Ein Mensch braucht so etwas, um zu leben. Ein Bild oder eine Szene, deren Bedeutung er nicht in Worte fassen kann. Der Sinn unseres Lebens besteht darin, dieses Etwas zu ergründen. Finde ich. »1Q84« fängt relativ realistisch an: Es spielt im Japan des Jahres 1984. Aomame, Anfang 30, bringt im...

mehr lesen