Moderne Literatur

José Saramago: Die Stadt der Blinden

José Saramago: Die Stadt der Blinden

Die Blinden auf den Pritschen warteten darauf, dass der Schlaf Mitleid hatte mit ihrer Trostlosigkeit. Unauffällig, als könnten die anderen dem elenden Schauspiel zusehen, hatte die Frau ihrem Mann geholfen, sich so gut wie möglich zu säubern. Jetzt herrschte ein schmerzerfülltes Schweigen im...

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Cormac McCarthy: Blood Meridian

Cormac McCarthy: Blood Meridian

Loose strands of ambercolored kelp lay in a rubbery wrack at the tideline. A dead seal. Beyond the inner bay part of a reef in a thin line like something foundered there on which the sea was teething. He squatted in the sand and watched the sun on the hammered face of the water. Out there island...

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Martin Walser: Ein liebender Mann

Martin Walser: Ein liebender Mann

Er stand im Ankleidezimmer vor dem raumhohen Spiegel. Die sechs Lampen links und rechts spendeten wieder das günstigste Licht. Er konnte den nackten Mann in diesem Spiegel nicht abstoßend oder nur im mindesten ekelerregend finden. Er konnte sich nicht wehren gegen eine Art Zärtlichkeitsempfindung,...

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Mary Lawson: Crow Lake

Mary Lawson: Crow Lake

I am not from a background where people talk about problems in their relationships. If someone does or says something that upsets you, you don't say so. Maybe it's another Presbyterian thing; if the Eleventh Commandment is Thou Shalt Not Emote, the Twelfth is Thou Shalt Not Admit to Being Upset,...

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Gillian Bradshaw: Cleopatra’s Heir

Gillian Bradshaw: Cleopatra’s Heir

I'm not »enough«, not good enough or wise enough or strong enough. They reverence what I'm supposed to be, but me ... the me that is here, now, talking to you - they don't even see. If I do something that makes them notice me - like have a seizure, or fail - then they're embarrassed, and they try...

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Mary Lawson: The Other Side of the Bridge

Mary Lawson: The Other Side of the Bridge

The thought came into his mind - not drifting gently in but appearing suddenly, fully formed, like a cold hard round little pebble - that Jake hated him. The thought had never occurred to him before but suddenly, there it was. Though he couldn't imagine a reason. Surely he was the one who should...

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DBC Pierre: Bunny und Blair

DBC Pierre: Bunny und Blair

In ihrem ersten Dezember als Individuen gehörten die Zwillinge zu einer Reihe von Heimbewohnern, die man für vier Wochen in der freien Wildbahn aussetzte. Man schickte sie nach London. Diese Entlassung ging mit einer letzten Welle von Privatisierungen einher, die das Albion-Heim – Englands letzte...

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Julien Green: Erinnerungen an glückliche Tage

Julien Green: Erinnerungen an glückliche Tage

Vor allem konnte ich mich nie wieder ›zum ersten Mal‹ glücklich fühlen; je älter ich wurde, desto mehr wurde das Glück zu etwas, wonach ich strebte, weil ich es gekostet hatte und mehr davon wollte; die Überraschung war für immer verschwunden. In seinen »Erinnerungen an glückliche Tage« beschreibt...

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Harry Crews: Der Fluch

Harry Crews: Der Fluch

Und ich konnte nur versuchen, ihrem Vater zu erzählen, dass seine Kinder versuchten mich umzubringen. Am Abendbrottisch oder wenn er hereinkam, um uns einen Gute-Nacht-Kuss zu geben, schüttelte ich meinen Kopf und versuchte mein Bestes um mit meinen Fingern etwas zu buchstabieren, das er verstehen...

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Jörn Brien: Szenen einer Großstadtjugend

Jörn Brien: Szenen einer Großstadtjugend

Die Wende ist Geschichte und die, die den fließenden Übergang vom Kind zum Erwachsenen noch nicht ganz hinter sich haben, müssen sich neu orientieren. Dirk, Harald (Harke), Steffi, Bernd (Berntje) und Susi symbolisieren eine Generation, die an der Schwelle zu etwas Neuem steht. Dabei will das...

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Nadeem Aslam: Maps for Lost Lovers

Nadeem Aslam: Maps for Lost Lovers

All great artists know that part of their task is to light up the distance between two human beings. Chanda, die von ihren Brüdern brutal ermordet wird, weil sie unverheiratet mit ihrem Liebhaber zusammenlebt, obwohl einer ihrer Brüder selbst ein außereheliches Verhältnis hat. Ihre Schwägerin, die...

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Clemens Meyer: Als wir träumten

Clemens Meyer: Als wir träumten

Ich nickte, nahm mein neues Bier und trank die halbe Flasche in einem Zug, ich brauchte gleich eine leere, da war ich mir ganz sicher. Die Handlung ist nicht sehr abwechslungsreich; Schlägereien, Besäufnisse, Gefängnisaufenthalte wechseln einander ab und wiederholen sich fast schon zwanghaft....

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Heiko Wolz: Das Mädchen auf dem Seil

Heiko Wolz: Das Mädchen auf dem Seil

Wenn ich die Augen schließe, kann ich die Manege sehen, die gestreiften Zeltbahnen, die diese Wunderwelt vor den Augen der Nichteingeweihten bewahren. Hoch oben erspähe ich das Trapez, an dem bald kopfüber der Artist furchtlos baumeln wird, nachdem die Seiltänzerin ihren waghalsigen Gang über das...

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John Irving: Owen Meany

John Irving: Owen Meany

»Ich bin dazu verdammt, mit der Erinnerung an einen Jungen mit einer entsetzlichen Stimme zu leben.« So spricht John Wheelwright, einer der beiden Hauptcharaktere in Irvings epochalem Roman. Wir verfolgen in Rückblenden die Jugend des kleinen Johnny, die überschattet wird vom tragischen Tod seiner...

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Frank Schätzing: Der Schwarm

Frank Schätzing: Der Schwarm

»Na ja, es ist der Kerngedanke fast aller indianischen Kulturen. Die Nootka reklamieren ihn für sich, aber ich schätze, anderswo sagen die Menschen dasselbe in anderen Worten: Alles ist eins. Was mit dem Fluss passiert, passiert mit den Menschen, den Tieren, dem Meer. Was einem geschieht,...

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Robert Coover: Geisterstadt

Robert Coover: Geisterstadt

Ein vermutlich einst rotes Tuch um seinen Hals fängt den Schweiß auf, der ihm ausgedörrt und sattelmüde, wie er ist, noch aus den Poren tritt. Eine weiche, löchrige Weste, ein graues Hemd, abgewetzte rindslederne Chaps über dunklen Jeans, die in schmutzverkrusteten spitzen Stiefeln stecken, das...

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Guy Vanderhaeghe: Homesick

Guy Vanderhaeghe: Homesick

In this house there's no fooling yourself that being different could be like it is in the movies. In the movies, no matter what kind of shit you're taking from people up on the screen, there's always the audience that knows the truth about you, is hoping for you, even admires you. There's no...

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Ulrich Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W.

Ulrich Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W.

The end is the beginning is the end. (Smashing Pumpkins) Mit der Todesnachricht in der »Berliner Zeitung« beginnt die Studie über das kurze Leben des Edgar Wibeau. Am Heiligen Abend (1973?) lässt er diese Welt hinter sich, nicht ohne zuvor gehörig für Unruhe gesorgt zu haben. Der ehemalige...

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