Julien Green: Erinnerungen an glückliche TageVor allem konnte ich mich nie wieder ›zum ersten Mal‹ glücklich fühlen; je älter ich wurde, desto mehr wurde das Glück zu etwas, wonach ich strebte, weil ich es gekostet hatte und mehr davon wollte; die Überraschung war für immer verschwunden.

In seinen »Erinnerungen an glückliche Tage« beschreibt der französische Schriftsteller Julien Green seine Kindheit in Paris.

Entstanden ist das Buch in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts, als Green Paris wegen des Zweiten Weltkriegs verlassen musste und in Amerika, dem Heimatland seiner Eltern, lebte.

Mit (zu) viel Liebe und Humor schildert er die Eindrücke und Erlebnisse seiner Kindheit und lässt diese lebendig werden, was das Buch etwas einseitig und streckenweise langweilig macht – vor lauter Glück und Lob für das Paris der guten alten Zeit.

Green ist eindeutig einer jener Menschen, denen die Kindheit im Rückblick als der glücklichste aller Lebensabschnitte erscheint; wahrscheinlich eignet sich das Buch am besten für solche Leser, die genauso empfinden, oder für Green-Spezialisten, die hier wertvolle Details über sein Leben finden können, welche in seiner später geschriebenen Biographie so nicht enthalten sind. Allen anderen würde ich eher empfehlen, sich an Greens Romane als die interessantere Lektüre zu halten.

Lobenswert ist vor allem die sorgfältige Übersetzung von Elisabeth Edl, für die sowohl die französische Ausgabe als auch der von Green ursprünglich auf englisch geschriebene Text herangezogen wurden.

Julien Green: Erinnerungen an glückliche Tage | Deutsch von Elisabeth Edl
Hanser 2008 | 272 Seiten | Jetzt bestellen

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