Die 25 meistgelesenen Buchvorstellungen 2025

Wieder ist ein Jahr vorbei, das 18. seit Bestehen unseres Bücherblogs (mit inzwischen 954 Artikeln). Und das heißt, wir schauen wieder, welche Blogartikel im abgelaufenen Jahr am häufigsten mit Lesezeit aufgerufen wurden.

29 Texte haben wir unseren Seiten im Jahre 2025 hinzugefügt. Neun davon haben den Sprung in unsere Top 25 geschafft. Eigentlich zehn, rechnet man den Nachruf auf unseren im September verstorbenen Freund und Bloggerkollegen Hardy Crueger hinzu. Dieser wurde mit weitem Abstand am häufigsten gelesen. Für die rege Anteilnahme hier und auf unseren Social Media Kanälen möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken. Wir werden Hardy in bester Erinnerung behalten.

Hier nun unsere Top 25 des vergangenen Jahres, die wir spannungshalber von hinten beginnen:


John Steinbeck: Von Mäusen und MenschenPLATZ 25
John Steinbeck: Von Mäusen und Menschen
Vorgestellt von Renate Bojanowski am 06. Mai 2024

Ein Klassiker in einem neuen illustrierten Gewand: Eingebettet in das Elend der großen Depression von 1929 zeichnet John Steinbeck mit dieser kleinen ergreifenden Geschichte ein dunkles Bild des amerikanischen Traums. Die kühle Atmosphäre, die er mit seiner einfachen, symbolhaften Sprache erschuf, beschreibt das Leben der Menschen beeindruckend plastisch und fesselnd. Die Novelle wurde von Mirjam Pressler 2002 neu ins Deutsche übertragen und 2023 für die Büchergilde von Philip Waechter illustriert. 2024 errang das Buch bei uns Platz 13.


Sascha Seiler: Bornheim Blues. Jörg Fauser – Ein EssayPLATZ 24
Sascha Seiler: Bornheim Blues. Jörg Fauser – Ein Essay
Vorgestellt von Axel Klingenberg am 22. Juli 2024

Der Literaturkritiker und Kulturjournalist Sascha Seiler stellt in seinem im Verlag Andreas Reiffer erschienenen Buch »Bornheim Blues« die Behauptung auf, dass man »sich … meistens daran erinnert, wann, wo und wie man seine Lieblingsplatten zum ersten Mal gehört oder unter welchen Umständen man einen wegweisenden (oder vielleicht auch verstörenden) Film erstmals gesehen hat.« Seit einanderthalb Jahren ist die Besprechung von Axel online, jetzt erstmals vorne dabei.


Peter Høeg: Fräulein Smillas Gespür für SchneePLATZ 23
Peter Høeg: Fräulein Smillas Gespür für Schnee
Vorgestellt von Matthias Bosenick am 21. März 2023

Interessant ist 30 Jahre nach Erstveröffentlichung des Buches, wie Høeg die Politik Dänemarks im Umgang mit seiner Kolonie Grönlands kritisch darstellt; bis heute ist dies ein brisantes Thema im Lande. Ebenfalls aufschlussreich ist, sich in ein Kopenhagen von 1992 hineinzuversetzen, das es heute teilweise nicht mehr gibt: Die beschriebene dunkle Hafenromantik am Sydhavn etwa ist längst nicht mehr existent, so mit hässlichen architektonischen Unfällen, wie die Gegend inzwischen zugebaut ist. Die Besprechung von Matthias ist erstmals in unserer Jahresbestenliste.


Dreimal PolitikPLATZ 22
Dreimal Politik
Vorgestellt von Axel Klingenberg am 18. März 2025

Dreimal Politik von Herrn Klingenberg: Nico Semsrott (»Brüssel sehen und sterben. Wie ich im Europaparlament meinen Glauben an (fast) alles verloren habe«), Jean-Philippe Kindler (»Scheiß auf Selflove, gib mir Klassenkampf – Eine neue Kapitalismuskritik«) und Peter Mertens (»Meuterei – Wie unsere Weltordnung ins Wanken gerät«). Axel hat seine Ansichten über diese drei Werke im letzten Frühjahr in einem Text zusammengefasst und schaffte es damit auf Platz 22.


Larry McMurtry: Lonesome DovePLATZ 21
Larry McMurtry: Lonesome Dove
Vorgestellt von Sabine Anders am 21. Juni 2009

Nach einigen Jahren wieder unter den Top 25: Larry McMurtrys Roman »Lonesome Dove« ist die Perfektion des sogenannten Trail-Drive-Westerns. Das bedeutet, die Handlung, zumindest die äußere, besteht darin, dass eine Herde Kühe von A nach B gebracht wird – in diesem Fall von Texas nach Montana. Der historische Grund dafür, dass Millionen von Kühen gegen Ende des 19. Jahrhunderts quer über den amerikanischen Kontinent getrieben wurden, war ganz einfach, die Menschen überall mit Fleisch zu versorgen. Den meisten Western dient dieses Treiben einer Kuhherde dabei natürlich lediglich als Aufhänger oder Grundlage für andere, aufregendere Geschichten. In »Lonesome Dove« lässt McMurtry jedoch keinen Zweifel daran, dass die Wanderung mit der Kuhherde nur Selbstzweck oder Mittel zum Zweck ist: Seine Charaktere veranlassen sie allein aus dem Grund, weil sie etwas zu tun brauchen, etwas, das ihnen ein Ziel und eine Richtung vorgibt.


Martin Suter: Die dunkle Seite des MondesPLATZ 20
Martin Suter: Die dunkle Seite des Mondes
Vorgestellt von Sabine Anders am 01. März 2009

Eine psychologisch – und medizinisch? – nicht besonders tiefsinnige oder glaubwürdige Geschichte, aber trotzdem sehr, sehr spannend von der ersten bis zur letzten Seite, nicht zuletzt durch die Genresprünge, die den Leser immer wieder auf eine falsche Fährte führen und quasi mehrere Geschichten in einer bieten. Das perfekte Buch für eine langweilige Zugfahrt von ungefähr sechs Stunden. So das Fazit von Sabine Anders, die das Buch von Martin Suter bereits im März 2009 für wortmax besprach. Ihr Text ist Dauergast in unserem Ranking. Liegt vermutlich am clever gewählten Titel »The Dark Side of the Moon«.


Adelbert von Chamisso: Peter Schlemihls wundersame GeschichtePLATZ 19
Adelbert von Chamisso: Peter Schlemihls wundersame Geschichte
Vorgestellt von Renate Bojanowski am 14. November 2014

Noch ein Dauergast in unserem jährlichen Ranking, allerdings abgerutscht von Platz 7: Chamissos Märchen »Peter Schlemihls wundersame Geschichte« in der Ausgabe des Kunstanstifter-Verlages ist schon einige Jahre zu haben. Dennoch üben die Illustrationen von Franziska Walther und die Einheit von Buchgestaltung, Typografie und Text immer noch einen unwiderstehlichen Reiz aus. Chamisso verwendet für sein fein gesponnenes Märchen die im 19. Jahrhundert populäre Briefform und verarbeitet darin eine selbst erlebte Begebenheit. Freilich ist die Geschichte sprachlich ganz in ihrer Zeit gefangen, dennoch liest sie sich eingängig. Die drei Elemente aus dem Märchen (Glückssäckel, Siebenmeilenstiefel, Teufelspakt) wecken die unerfüllten Wünsche des Lesers.


Wolfgang Eckert, Jürgen Seul: Habt ein besseres Gedächtnis!PLATZ 18
Wolfgang Eckert, Jürgen Seul: Habt ein besseres Gedächtnis!
Vorgestellt von Renate Bojanowski am 10. Dezember 2024

Dieses Buch legt den Fokus zum einen auf Erich Ohser, zum anderen auf seine beiden Freunde mit demselben Vornamen: Erich Kästner und Erich Knauf. Unter dem Titel »Habt ein besseres Gedächtnis – Erich Kästner, Knauf, Ohser alias e. o. plauen – Die Geschichte einer Freundschaft« beleuchten die beiden Autoren Wolfgang Eckert und Jürgen Seul die innige Beziehung des Dreigestirns. Die drei Erichs teilten ihre Lebensfreude ebenso wie ihre kritische Sicht auf die Welt, arbeiteten ehrgeizig und waren dabei sehr erfolgreich. Ein Sachbuch mit Sammlerwert, das man unbedingt lesen sollte!


Daniel Kehlmann: RuhmPLATZ 17
Daniel Kehlmann: Ruhm
Vorgestellt von Andreas Zwengel am 25. Oktober 2009

Man kann sich leicht vorstellen, unter welchem Erwartungsdruck dieses Buch entstanden ist, nachdem vom Vorgängerroman allein im deutschsprachigen Raum über 1,5 Millionen Exemplare verkauft wurden. Das Buch muss sich an seinem Vorgänger messen lassen und hält diesem Vergleich stand. »Ruhm« ist zwar völlig anders als »Die Vermessung der Welt«, weil es nicht dessen Leichtigkeit und Geschlossenheit besitzt, aber es übt eine ähnlich große Faszination auf den Leser aus. Besonders in der Hörbuchfassung. Die Besprechung von Andreas hat es nach längerem mal wieder unter die Jahresbesten geschafft.


Daphne du Maurier: Ein Tropfen ZeitPLATZ 16
Daphne du Maurier: Ein Tropfen Zeit
Vorgestellt von Renate Bojanowski am 13. April 2015

Dass der Leser mit dieser außergewöhnlichen Geschichte um eine Droge der Sucht nach den Seiten erliegt und nicht merkt, dass die Geschichte bereits 1969 geschrieben wurde, beweist die einzigartige Erzählkunst der Grand Dame der englischen Literatur des vergangenen Jahrhunderts. Die Rede ist von Daphne du Maurier und ihrem letzten großen Roman »Ein Tropfen Zeit«. Seit eine arte-Dokumentation über du Maurier die Zugriffszahlen dieser Besprechung nach oben schnellen ließ, ist sie immer wieder vorne mit dabei. Letztes Jahr Platz 10, dieses Mal Platz 16.


Hardy Crueger: Der BootsmannPLATZ 15
Hardy Crueger: Der Bootsmann
Vorgestellt von Karsten Weyershausen am 23. Oktober 2025

»Einen klar definierten Ruf hat Braunschweig aber nicht. Es ist zum Teil als hässlich verschrien und zum Teil als langweilig«, konnte man einmal in der Zeit lesen. Wer Hardy Cruegers Thriller gelesen hat, bekommt einen ganz anderen Eindruck. Hier passieren in der verschlafenen Löwenstadt Morde, Entführungen, wilde Verfolgungsjagden und auch mal ein mit Absicht herbeigeführtes Zugunglück. Hardy Crueger, Experte für Mordgeschichten an der Oker, hat die Veröffentlichung seines letzten Buches gerade noch erlebt. Todkrank verstarb er nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung (siehe Intro). In »Der Bootsmann« lässt er es noch einmal so richtig krachen. Unser Platz 15.


Juli Zeh: Corpus Delicti. Ein ProzessPLATZ 14
Juli Zeh: Corpus Delicti. Ein Prozess
Vorgestellt von Mariel Reichard am 21. November 2016

Endlich, endlich ist »Corpus Delicti« von Juli Zeh bei uns nicht mehr die Nummer eins, aber immer noch recht weit vorne dabei. Dass der Roman von vielen Schülerinnen und Schülern gelesen wird bzw. werden »muss«, mag dabei eine entscheidende Rolle spielen. »Corpus Delicti« ist mehr als eine Warnung vor totalitären Systemen. Das Buch appelliert an die Menschheit, nicht den Drang nach Freiheit und unabhängigen Entscheidungen zu verlieren und das kritische Denken nicht den anderen zu überlassen. Wie im Vorjahr erwähnt hadern inzwischen einige in unserer Redaktion mit den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ansichten von Frau Zeh. Ihr Buch »Corpus Delicti« mit einer Leseempfehlung zu versehen, soll davon jedoch unberührt bleiben.


Sasha Filipenko: Die JagdPLATZ 13
Sasha Filipenko: Die Jagd
Vorgestellt von Renate Bojanowski am 25. Februar 2025

Sasha Filipenko, in Belarus geboren, studierte in St. Petersburg Literatur und wohnte bis zum Jahre 2020 dort. Wurde sein Roman nach dem Erscheinen in Russland 2016 noch gefeiert, ist er dort inzwischen verboten. Wegen der Verfolgung in seinem Heimatland lebt Filipenko mit seiner Familie zur Zeit an wechselnden Orten in Westeuropa. Wenn es am Ende von seiner düsteren Roman-Sonate keine Hoffnung gibt, fragt man sich, wie dunkel die russische Wirklichkeit aussieht. Ein dystopisches Meisterwerk, dessen Wahrhaftigkeit man sich nicht vorstellen mag! Schrieb Renate vor gut einem Jahr. Platz 13 unserer aktuellen Bestenliste.


Roy Thomas: The Stan Lee StoryPLATZ 12
Roy Thomas: The Stan Lee Story
Vorgestellt von Karsten Weyershausen am 05. Mai 2025

Die Originalausgabe der »Stan Lee Story« erschien bereits 2019 im XXL-Format. Es war das letzte Projekt, das Lee zu Lebzeiten abgesegnet hatte. Ein Coffee Table Book, das mit vier Beinen leicht selbst als Coffee Table durchgehen könnte. Netterweise hat der Taschen Verlag im Frühjahr 2025 eine etwas handlichere Volksausgabe nachgeschoben, die mit einem Gewicht von 4282 Gramm noch immer als wuchtiger Prachtband (oder brauchbares Tötungsobjekt) daherkommt. Der opulente Bildband schwelgt in einer wunderbar naiven vierfarbigen Vergangenheit, in der alle Comicleser wussten: Mit großer Macht kommt große Verantwortung.


Alberto Moravia: Die GleichgültigenPLATZ 11
Alberto Moravia: Die Gleichgültigen
Vorgestellt von Renate Bojanowski am 08. August 2016

Die Romane und Erzählungen des italienischen Autors Alberto Moravia waren Bestseller und wurden schon früh von italienischen Regisseuren verfilmt, darunter Luigi Zampa, Vittorio de Sica oder Bernardo Bertolucci. Moravias Erstling »Die Gleichgültigen« erschien 1929. Hier thematisiert er den Lebensüberdruss des bürgerlichen Alltags mit solch faszinierendem Ton, dass Leserinnen und Leser von Beginn an Langeweile und Gleichgültigkeit empfinden und doch von der Handlung nicht mehr loslassen können. Vergeblich ersehnt man über die gesamte Buchlänge den befreienden Schuss …


Irvin D. Yalom: Die rote CouchPLATZ 10
Irvin D. Yalom: Die rote Couch
Vorgestellt von Sabine Anders am 15. November 2009

Mit viel Ironie und Witz beleuchtet Yalom die Schattenseiten und Grenzen der Psychotherapie. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Beziehung zwischen Therapeut und Patient und ihre Auswirkungen auf die Therapie selbst. Im Original heißt der Titel des Romans Lying on the Couch: Es geht also primär darum, was passiert, wenn Therapeut und Patient nicht ehrlich zueinander sind. Das Buch ist Dauergast in unserem Jahres-Ranking, rutschte im Vergleich zum Vorjahr aber ein paar Plätze nach unten.


Julia Engelmann: Himmel ohne EndePLATZ 9
Julia Engelmann: Himmel ohne Ende
Vorgestellt von Renate Bojanowski am 11. November 2025

Julia Engelmanns Sprache kommt unsentimental und schnörkellos daher. Ihre Poesie entsteht durch die Stille, die man zwischen den Zeilen spürt. Eine Zartheit, der man das »Himmelhochjauchzend, zum Tode betrübt« jederzeit abnimmt. Die Coming-of-Age-Geschichte fesselt bis zur letzten Seite. Julia Engelmanns Sprachduktus während der Lesung, die Renate für wortmax besuchte, ließ ein wenig von der einstigen Poetry-Slammerin durchschimmern. Das gab ihrem Debütroman noch mehr Authentizität. »Himmel ohne Ende« ist unsere aktuellste Besprechung, da wir gegen Ende des letzten Jahres eine kleine Pause einlegten.


T.C. Boyle: I Walk Between the RaindropsPLATZ 8
T.C. Boyle: I Walk Between the Raindrops
Vorgestellt von Holger Reichard am 17. Juli 2024

Wer sich ein Bild von Boyles Meisterschaft im Verfassen von eindringlichen Kurzgeschichten machen möchte, liegt mit »I Walk Between the Raindrops« nicht verkehrt. Denn Boyle ist und bleibt ein Meister auf der literarischen Kurzstrecke. Was seine Short Storys unter anderem charakterisiert: Sie bewegen sich ausnahmslos am Puls der Zeit, zeigen oft auch auf, wie sich die Welt in der nahen Zukunft weiterentwickeln könnte. Boyle liegt (leider) oft richtig. Erfreulich sind seine Zustandsbeschreibungen und »Prophezeiungen« nicht. Sie offenbaren vor allem unser gestörtes Verhältnis zur Natur und die feinen Abgründe im menschlichen Miteinander. 2024 landete diese Sammlung auf Platz 4, 2025 immerhin noch auf Platz 8.


William Faulkner: Wilde PalmenPLATZ 7
William Faulkner: Wilde Palmen
Vorgestellt von Sabine Anders am 07. Dezember 2015

Und hier der Vizemeister von 2024: Faulkners »Wilde Palmen«, jetzt auf Platz 7. Wie in den meisten Geschichten Faulkners geht es auch hier um Vorhaben, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind, von den Figuren aber konsequent durchgezogen werden, selbst wenn sie die Aussichtslosigkeit auf Erfolg klar erkannt haben. In »Wilde Palmen« sind es zwei Liebende, Harry und Charlotte, und ihr Projekt ist ihre Liebe. Sie wollen ihre Leidenschaft um jeden Preis aufrecht erhalten und verhindern, dass sie jemals ins Alltägliche abgleitet.


Harlan Coben: Was im Dunkeln liegtPLATZ 6
Harlan Coben: Was im Dunkeln liegt
Vorgestellt von Andreas Zwengel am 31. Oktober 2022

Der zweite Band der Reihe um Wilde, den Privatdetektiv, der im Wald haust. Dieser funktioniert nicht gut, das muss man klar sagen, ohne den Vorgänger »Der Junge aus dem Wald«. Die Leserinnen und Leser bekommen zwar alle Zusammenhänge ausreichend erklärt, aber der größte Teil der Figuren wurde bereits im ersten Band vorgestellt. Deshalb lohnt es sich damit zu beginnen und erst danach zu »Was im Dunkeln liegt« zu greifen. Dass diese Besprechung aus dem Herbst 2022 erneut den Sprung unter unsere Top Ten schaffte, ist überraschend, zumal Rezensent Andreas nicht wirklich lobende Worte für das hier vorgestellte (Hör-)Buch findet.


Christoph Steckelbruck: PUKPLATZ 5
Christoph Steckelbruck: PUK
Vorgestellt von Renate Bojanowski am 29. Juli 2025

Der Waldgeist aus Shakespeares Sommernachtstraum? Herauszufinden, was der in dieser herrlich verrückten Kriminalfantasie zu suchen hat und warum man manchmal rückwärtsgehen muss, um vorwärtszukommen, lohnt sich. Es fühlt sich an, als überschreite man Grenzen, verschiebe seinen Fokus und tauche in etwas ein, was dem grauen Alltag plötzlich bunte Farbtupfer verpasst. Dies schrieb Renate letzten Sommer über Steckelbrucks neuem Roman »PUK«. Ähnlich wie bei Edgar Allan Poe, Sir Arthur Conan Doyle oder E.T.A. Hoffmann nutzt der Autor das unheimliche, unerklärliche Gefühl, das ein Verbrechen in uns auslöst.


T.C. Boyle: No Way HomePLATZ 4
T.C. Boyle: No Way Home
Vorgestellt von Holger Reichard am 14. Oktober 2025

Wer T.C. Boyles Sprache mag bzw. die seiner Übersetzungen, seine detailreichen Exkursionen (dieses Mal unter anderem in die Welt der Medizin), seine bildhaften Beschreibungen, wird mit seinem neuesten Roman »No Way Home« gut unterhalten. Er schreibt, wie man es von ihm kennt und wie man ihn liebt. Er hat auch diese Erzählung wieder ziemlich clever konstruiert, mit Perspektivenwechseln, Rückblenden und den für ihn typischen Cliffhangern, sodass es bis zum Ende spannend bleibt. Womit unser Rezensent allerdings hadert und weshalb »No Way Home« für ihn eher auf die Palette seiner nicht ganz so gelungenen Romane gehört, ist die Figurenzeichnung und die Auflösung der Geschichte.


Martin Cruz Smith: Hotel UkrainePLATZ 3
Martin Cruz Smith: Hotel Ukraine
Vorgestellt von Karsten Weyershausen am 08. Oktober 2025

Martin Cruz Smith wusste, dass »Hotel Ukraine« sein letztes Buch sein würde. Überraschenderweise ist es kein schwermütiger Abgesang, auch wenn es von einem 82-jährigen todkranken Mann verfasst wurde. Stattdessen ist es mit viel schwarzem Humor und Optimismus für eine bessere Zukunft geschrieben. Dass der Roman bei uns auf Platz 3 landete, mag einerseits mit dem Titel zusammenhängen (Suchwort Ukraine), andererseits mit dem Ableben des Schriftstellers, der hierzulande noch immer viel zu wenig Beachtung findet. Meint unser Rezensent Karsten.


Wolfgang Herrndorf: TschickPLATZ 2
Wolfgang Herrndorf: Tschick
Vorgestellt von Andreas Zwengel am 14. November 2011

Deutsche Roadmovies scheitern ja meistens daran, dass man das Land innerhalb eines Tages in jeder Richtung durchqueren kann. Außer man ist wie in Detlev Bucks »Wir können auch anders« nicht in der Lage, die Verkehrsschilder zu lesen. Bei »Tschick« von Wolfgang Herrndorf sind es die Begegnungen, die den Mangel an Weite verursachen. Maik und Tschick reisen durch Deutschland und treffen allerhand skurrile Gestalten, die erfreulich klischeefrei sind. Sie werden von der Polizei gejagt, beschossen und in einen Unfall verwickelt. Weil Herrndorfs Klassiker vermutlich auch Schullektüre ist, stieg dieser in unserem Ranking von Platz 8 auf Platz 2. Herzlichen Glückwunsch!


Martin Cruz Smith: Independence SquarePLATZ 1
Martin Cruz Smith: Independence Square
Vorgestellt von Karsten Weyershausen am 21. Januar 2025

Sommer 2021: Während sich Russland auf den Krieg mit der Ukraine vorbereitet, ist der inzwischen etwas angegraute Moskauer Ermittler Arkadi Renko damit beschäftigt, Karina, die verschwundene Tochter eines Bekannten aufzuspüren. Als kurz danach Karinas Verehrer Alex und auch ihr Mentor, der Systemkritiker Leonid Lebedev ermordet werden, entdeckt Renko einen Zusammenhang. Haben die »Werwölfe«, eine nationalistische Motorradgang, damit zu tun? Martin Cruz Smith‘ vorletztes Werk wurde von Karsten vor gut einem Jahr besprochen, wurde aber erst mit dem Ableben des Schriftstellers häufiger aufgerufen. So häufig, dass er in unseren Top 25 des Jahres 2025 den Gipfel erklomm.


Das war also unser Bücherjahr 2025. Erwähnt werden muss noch der Blogartikel »Sick Fiction – Abgedrehte Bücher« von Andreas Zwengel (eigentlich Platz 11), der jedoch kein bestimmtes Buch thematisiert, sondern eben … Sick Fiction. In der nächsten Zeit müssen wir mit unseren Besprechungen etwas kürzer treten, aber wir bleiben online und werden uns immer mal wieder (mit guten Büchern) zu Wort melden.

Das Team von wortmax bedankt sich für Eure Aufmerksamkeit und wünscht Euch für 2026 alles Gute und viele vergnügte und bewegende Lesestunden!