Moderne Literatur
Pascal Mercier: Perlmanns Schweigen
Der weltweit hoch angesehene Sprachwissenschaftler Professor Philipp Perlmann ist beauftragt worden, eine Arbeitskonferenz mit weiteren internationalen Sprachwissenschaftlern in einem ligurischen Küstenort abzuhalten. Es soll eine wissenschaftliche Arbeit erstellt und diskutiert werden. Doch mit...
David Mitchell: The Thousand Autumns of Jacob de Zoet
Für mehr als 200 Jahre lang schottete Japan sich fast komplett vom Rest der Welt ab: Kein Ausländer durfte das Land betreten, kein Japaner ausreisen. Der einzige Kontakt zur Außenwelt war damals (von den 1630er-Jahren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts) eine Insel vor Nagasaki, auf der sich...
Juli Zeh: Unterleuten
Elena hatte gelernt, dass die wahre Geißel des Menschen Langeweile hieß. Langeweile verdarb den Charakter. Sie weckte die Sehnsucht nach Skandalen und Katastrophen. Friedliche Menschen verwandelten sich in Schandmäuler, die anderen Böses wünschten, nur damit sie etwas zu besprechen hatten. Im...
Dave Eggers: Der Circle
Google, Amazon, Facebook, Twitter ... - kaum jemand, der mit diesen Begrifflichkeiten nichts anzufangen weiß und nicht in irgendeiner Form partizipiert, und noch immer steigen die Zahlen: Facebook hat über eine Milliarde Nutzer und die Anfragen auf Google liegen im Billionenbereich. Wie sehr uns...
Ngũgĩ wa Thiong’o: Herr der Krähen
Ngũgĩ wa Thiong'o, geboren 1938 in Kenia und einer der vielen Anwärter auf den Literaturnobelpreis, erlebte als Jugendlicher noch den Kampf seines Landes für die Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft Großbritanniens mit, unter dem seine Familie stark litt. Später, Ende der 70er-Jahre, wurde...
Aleksandar Hemon: Zombie Wars
Joshua verdient sein Geld mit einem Fremdsprachenkurs für russische Einwanderer, darunter ein ehemaliger KGB-Offizier, der nichts anderes zu tun hat, als Joshua als Paradebeispiel amerikanischer Dekadenz vorzuführen. Gleichzeitig versucht Joshua sein Drehbuch über eine Zombieinvasion zu vollenden,...
Salman Rushdie: Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte
Religion, eine mittelalterliche Form der Unvernunft, wird, wenn sie mit modernen Waffen kombiniert wird, zu einer echten Gefahr unserer Freiheiten. Derartiger religiöser Totalitarismus hat zu einer tödlichen Mutation im Herzen des Islam geführt und wir sehen heute die tragischen Folgen in Paris...
Nina George: Das Traumbuch
Mit dem Roman »Das Lavendelzimmer« hat Nina George internationale Bestsellergeschichte geschrieben. »Das Traumbuch« soll nun nachziehen. In ihrem neuen Roman geht es zunächst um die drei Personen Henri, Eddie und Sam. Henri rettet einem jungen Mädchen das Leben, wird unmittelbar danach aber von...
Isabel Bogdan: Der Pfau
Ende Januar zitierte der Chef des Hanser Verlages, Jo Lendle, auf Twitter eine Buchhändlerin, die für den kommenden Bücherfrühling die folgenden drei Trends ankündigte. Erstens: weniger Blut im Krimi. Zweitens: Endzwanziger lesen nur Jugendbuch. Und drittens: Isabel Bogdan. Mit Vorhersage Nummer 3...
Jonathan Franzen: Unschuld
Purity, genannt Pip, hadert mit sich und der Welt. Sie ist ohne Vater aufgewachsen. Ihre Mutter weigert sich, ihrer Tochter auch nur den kleinsten Hinweis zu geben. Das führte seit Pips Kindheit zu einem Kleinkrieg mit der Mutter, der sich in einem ständigen Hin und Her zwischen Hass und Liebe...
Jennifer Niven: All die verdammt perfekten Tage
Finch steht auf dem Glockenturm seiner Schule und überlegt, ob es wohl einen besten Tag zum Sterben gibt. Er hat die Diagnose erhalten, dass er unaufhaltbar sterben wird. Warum dann nicht jetzt? Vielleicht ist heute der beste Tag dazu, denkt er. Warum sollte er dem Tod die Auswahl des Zeitpunkts...
Bernhard Jaumann: Der lange Schatten
»Eine gute Rede und sie kommt unversehrt zu ihnen zurück. Eine schlechte oder mittelmäßige Rede und sie ist tot. So einfach ist das.« Die Frau des deutschen Botschafters in Namibia ist entführt worden. Die Täter verlangen von ihrem Mann, dass er eine Rede hält, in der er der Volksgruppe der Nama...
Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen
»Wohin geht jemand, der nicht weiß, wohin er gehen soll?« Gleich zweimal findet man diese Frage in Jenny Erpenbecks neuestem Roman »Gehen, ging, gegangen«. Unübersehbar breitet sie sich auf zwei ansonsten leeren Seiten aus und lässt im Kopf des Lesers gleich eine Hand voll neue aufkommen: Was wird...
Ryan Boudinot: Sperm & Egg. Eine Liebesgeschichte
In der achten Klasse erhielt ich einen Schulverweis, weil ich mein Sperma in den Biologieunterricht mitgebracht hatte. Wir sollten Lebewesen unter dem Mikroskop untersuchen. Mrs. Wheeler hatte Tümpelwasser als Beispiel vorgeschlagen. Die Probe meines Freundes Paul Dill war ein kleiner Fisch, der...
Bruce Chatwin: Der Vizekönig von Ouidah
»To lose a passport was the least of one's worries: to lose a notebook was a catastrophe.« (Bruce Chatwin: »The Songlines«) Der englische Schriftsteller Bruce Chatwin reiste für Interviews und Berichte um die ganze Welt. Seine berühmten Notizbücher, die ihn überall hin begleiteten, nannte er...
Ingrid Noll: Der Hahn ist tot
Mein Gott, schoß es mir durch den Kopf, jetzt sitze ich hier mit dem Mann meiner Träume gegenüber, und wir reden über Mord und Totschlag statt über Liebe. Der Inbegriff, wie man sich als Leser eine »alte Jungfer« vorstellt: unlustig, mürrisch und hobbylos. So ist Rosemarie Hirte, die Protagonistin...
Nick Harkaway: Tigerman
Der Sergeant und der Junge, der sich selbst Robin nannte, saßen auf den Stufen des alten Missionshauses und beobachteten, wie eine Taube von einem Pelikan verschluckt wurde. Das Ganze kam überraschend für alle Beteiligten, offenbar nicht zuletzt für den Pelikan, der sich geistesabwesend darauf...
Irvine Welsh: Das Sexleben siamesischer Zwillinge
Bodysculpt, ein durchkommerzialisierter Yuppie-Schuppen mit viel Glas und schniekem Pinienparkett, erinnert dagegen eher an eine beknackte Lounge Bar. Die haben hier sogar feste DJs, die sogenannte »Workout-Musik« spielen. Für gewöhnlich ist das ein fader Ambient-Dreck für faule, mit Prozac...

















