Beiträge von Karsten Weyershausen

Im Herbst 2005 trat während der Frankfurter Buchmesse der legendäre Bukowski-Entdecker Carl Weissner auf. Mein Kollege Holger Reichard hatte vor, dort einen gewissen Armin Abmeier zu treffen, mit dem er seit einiger Zeit in Verbindung stand. »Komm doch mit. Das könnte auch für Dich ganz interessant sein«, köderte mich Holger. Und wie so oft hatte er recht. Es stellte sich…

»Was wirklich passiert ist, ist egal. Was ich schreibe ist wirklich passiert. Und rate mal, was? Ich bin immer der Held«, schrieb Charles Bukowski einst. Tagebücher sind so eine Sache. Besonders, wenn der Schreiber darauf spekuliert, sie eines Tages zu veröffentlichen. Es liegt nun mal in der Natur der Sache, dass die Sichtweise eines Tagebuchschreibers recht eingeschränkt ist. Gerade wenn…

Yvette Nabel, eine junge Tontechnikerin, lag während der Nachbearbeitung des Films »Reds« (1981) vor Schmerz auf dem Boden. »Ich hatte eine Gallensteinkolik und ich fragte: Kann ich bitte gehen?« Warren Beattys Antwort lautete: »Nein, wir könnten Dich noch brauchen.« »Star – The Life & Wild Times of Warren Beatty« ist voller Geschichten wie dieser. Eine seiner vielen Eroberungen berichtete, dass…

Fast könnte man meinen, der Titel des Buches habe etwas mit der Zigarette zu tun, die der Autor auf dem Titelbild so provokant inhaliert. Doch hier geht es um den Kultautor H. P. Lovecraft, der keine Zigaretten brauchte, um einen ungesunden Lebensstil zu pflegen. Er hatte nämlich gar kein Leben. »Wer das Leben liebt, liest nicht. Und er geht erst…

Stan Lee ist einer dieser Stars, die bis auf ein paar spinnerte Fans kaum jemand erkennt, falls sie einem auf der Straße begegnen würden, obwohl sie von Millionen Menschen in aller Welt gesehen wurden. Stan »The Man« Lee ist der geistige Vater der Marvel Comics, die mit Titeln wie »Spider-Man«, »Thor«, »Fantastic Four« und »Hulk« in den 60ern die Comic-Welt…

Es gibt Bücher, von denen man fürs Leben lernen kann. Weisheitsliteratur nannte Bestsellerautorin Erica Jong so was. Hier meine Lehre aus »Licht, Schatten und Bewegung«: Wenn ein Mann von kleiner Statur ist und schon ganz früh keine Haare mehr auf dem Kopf hat, sollte er besser Filmregisseur werden, wie Volker Schlöndorff. In seiner erstaunlich offenherzigen Autobiografie berichtet er über seine…

Ich hatte einmal eine Freundin, die in einer Wohnung mit Außentoilette lebte. Wie sie das aushielt, war mir unbegreiflich, denn vor allem im Winter fand ich es furchtbar, mitten in der Nacht ins kalte Treppenhaus zum Klo zu schlurfen. Noch schlimmer war es allerdings, wenn man dann vor einer verschlossenen Tür stand, denn meine Freundin musste sich die Außentoilette mit…

Zufälle gibt's! Neulich nahm ich nach längerer Zeit Bob Dylans Autobiografie »Chronicles« zur Hand, um ein wenig darin herumzublättern. Zwei Tage später lese ich, dass er seinen 70. Geburtstag feiert. Das ist ein Zeichen, denke ich mir, denn schon nach der ersten Lektüre hatte ich vor, ein paar Zeilen darüber zu schreiben. »Chronicles« ist in mehrererlei Hinsicht ungewöhnlich. Anders als…

Als ich über Ostern meinen Keller ausräumte, entdeckte ich eine Karte, die ich im Juli 2004 vom Kinderbuchillustrator Rolf Rettich erhalten hatte. Ein paar Wochen zuvor war gerade »Das Astrid Lindgren Lexikon« erschienen. Ein halbes Jahr vorher saßen meine Co-Autorin und ich auf dem Sofa des großen Mannes, tranken Tee, knabberten Selbstgebackenes und lauschten seinen Geschichten. Hinter uns bedeckte eine…

»Was macht den Mann zum Mann?« Das ist eine Frage, die sich nicht nur Deutschrocker stellen, sondern Millionen frustrierter Frauen. Bestsellerautor Michael Chabon kann zwar keine Antworten anbieten, doch er erzählt so freimütig aus dem eigenen Erfahrungsschatz, dass der geneigte Rezensent an vielen Stellen nur zustimmend mit dem Kopf nicken konnte. Nehmen wir nur die berühmte Männerhandtasche. Jeder Mann weiß:…

Close