Wie unterscheidet sich die Kindheit eines Kanzlersohns von der eines anderen Kindes? Diese Frage stelle ich mir, als ich das kleine Buch von Matthias Brandt zur Hand nehme. Die Antwort: eigentlich kaum. Was Brandt hier beschreibt, sind nicht die besonderen Ereignisse oder Anlässe, die ihm als Kanzlersohn zuteil wurden, sondern einfache Kindheitserinnerungen, die uns allen vertraut vorkommen werden: der Tod…

Für Thriller und Krimi-Literatur sind hier in der Regel Andreas und manchmal auch Detlef im Einsatz. Meine Wenigkeit verirrt sich nur gelegentlich in eines dieser Genres. Beim schottischen Autor Christopher Brookmyre mache ich gerne eine Ausnahme, seit mir im Herbst 2014 sein »Angriff der unsinkbaren Gummienten« in die Hände fiel. Was mir an Brookmyres Büchern gefällt, ist zunächst einmal natürlich…

»Dazwischen: Ich« erzählt die Geschichte des Mädchens Madina, das mit seiner Familie vor Krieg und Gewalt geflohen ist und ein neues Leben anfangen will. Doch die Bilder der Vergangenheit holen sie immer wieder ein: ihre Oma, die nicht mitkommen konnte und immer noch im Kriegsgebiet lebt, ihre Freundin, die vor ihren Augen gestorben ist und die vielen, vielen Verletzten, um…

Die Luft vibrierte, als alliierte Bomber über ihm vorbeizogen, um Tod und Zerstörung auf Turin, Mailand oder Verona regnen zu lassen. Auf alles, nur auf Venedig nicht. Das heilige Venedig wurde nur von Tauben angegriffen. Die Bevölkerung der Stadt hatte sich verdreifacht, als im Schutze der Verdunklung die Flüchtlinge hereingeströmt waren. Nach dem Markt wollte Cenzo nach Hause segeln. Seit…

Nina George ist bekannt für ihren gefühlvollen Stil, den sie ihren Texten einverleibt. Darauf kann man sich auch bei ihrem aktuellsten Roman verlassen, der einer der großen Gefühle ist, ohne auch nur eine Spur von Kids aufkommen zu lassen. Claire verlässt das Zimmer eines Hotels, in welchem sie nur diese eine Nacht verbracht hat. Mit einem Mann, der nicht ihr…

Dass sich Comics hervorragend zur Reportage eignen, hat bereits Joe Sacco bewiesen, der für Bücher wie »Palästina« als zeichnender Journalist Krisengebiete besucht, um über seine Erfahrungen dort zu berichten. Ganz neu ist die Idee allerdings nicht: Bereits am Anfang des letzten Jahrhunderts wurde beispielsweise Star-Cartoonist Rube Goldberg von seiner Zeitung nach Mexiko geschickt, um dort den schon damals legendären Revoluzzer…

Dies ist die Geschichte von Claudio und Cecilia. Der gebürtige Kubaner lebt in New York und verdient seinen Lebensunterhalt als Lektor in einem Verlag. Seine Wohnung ist seine Festung, in die noch nie ein Gast einen Fuß gesetzt hat. Sein Leben wird von Zwängen beherrscht, die ihm aber im Gegensatz zu vielen anderen Menschen eher Sicherheit und eine zuverlässige Struktur…

Der amerikanische Autor Arthur Miller ist vorrangig für seine Dramen bekannt. Viele assoziieren mit seinem Namen den »Tod eines Handlungsreisenden« und denken an Heinz Rühmann in der Verfilmung von Gerhard Klingenberg 1968 oder an Dustin Hoffmann in Volker Schlöndorffs Film aus dem Jahr 1985. Millers einziger Roman »Fokus« erschien erstmals 1945, zehn Jahre später in deutscher Sprache in der Übersetzung…

Es gibt Künstler, deren Laufbahn man sein Leben lang interessiert verfolgt. Für mich sind das Leute wie Terry Gilliam, Robert Crumb, Michael Chabon oder Woody Allen. Auch ihre Fehlschläge sind zumindest interessant. Über die Jahre sind sie wie Freunde für mich geworden, auch wenn solche Freundschaften meist recht einseitig verlaufen. Harlan Ellison ist einer der wenigen Autoren, die schon zu…

Moment, John Green? Ist das nicht dieser amerikanische Jugendbuchautor, der diese Krebsgeschichte geschrieben hat? Und wie passt das jetzt zu wortmax? Um solchen Fragen vorzubeugen: John Green kann man in der Pubertät genauso gut lesen, wie in den Wechseljahren und »Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken« würde ich grundsätzlich jeder Altersklasse ans Herz legen. Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt und tatsächlich…

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