wortmax Goethe

Mit seinen jüngsten Buchveröffentlichungen »Als Deutschland noch nicht Deutschland war« und »Als unser Deutsch erfunden wurde« gelang Bruno Preisendörfer der Sprung in die SPIEGEL-Bestsellerliste. Der 1957 geborene Schriftsteller und Publizist lädt in seinen Werken ein zu Reisen in die Goethe- bzw. Lutherzeit, indem er detailreich den Alltag der damals lebenden Menschen ausleuchtet. Auf der Frankfurter Buchmesse stellte sich Bruno Preisendörfer…

Dem ehemaligen Gymnasiasten ist Johann Wolfgang Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werther« sicherlich noch als ungewollte Pflichtlektüre bekannt. Dass die Geschichte über Liebe und Verzweiflung zeitlos und jederzeit wieder aufgreifbar ist, bewies Ulrich Plenzdorf bereits mit seiner Adaption Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Hier liebt und leidet der halbwüchsige Edgar Wiebeau in der jugendlichen Umgangssprache der DDR.…

Nach allem, was wir wissen, trug Goethe keine Unterhosen. Bevor ich näher auf das Buch von Bruno Preisendörfer eingehe, möchte ich gern ein anderes Werk vorstellen. Es trägt den Titel »So dull unde dörde weren de bure«. Ins moderne Deutsch übersetzt heißt das: »So töricht und von Sinnen werden die Bauern«. Es wurde von Joachim Schmid erarbeitet und beschreibt auf…

Wovon lassen wir, wenn wir gelassen sind? Anders herum gefragt: Was lässt uns? In unserer von Hektik geprägten Zeit wünschen sich fast alle mehr Gelassenheit. Aber was bedeutet das überhaupt? Der Literaturwissenschaftler Thomas Strässle nimmt sich in diesem Buch dem Begriff der Gelassenheit an und verfolgt seine facettenreiche Bedeutung durch verschiedene literarische, philosophische und religiöse Texte – von seiner ersten…

Er stand im Ankleidezimmer vor dem raumhohen Spiegel. Die sechs Lampen links und rechts spendeten wieder das günstigste Licht. Er konnte den nackten Mann in diesem Spiegel nicht abstoßend oder nur im mindesten ekelerregend finden. Er konnte sich nicht wehren gegen eine Art Zärtlichkeitsempfindung, die er diesem Nackten gegenüber empfand. Und die Empfindung galt kein bisschen der Person, sondern allein…

The end is the beginning is the end. (Smashing Pumpkins) Mit der Todesnachricht in der »Berliner Zeitung« beginnt die Studie über das kurze Leben des Edgar Wibeau. Am Heiligen Abend (1973?) lässt er diese Welt hinter sich, nicht ohne zuvor gehörig für Unruhe gesorgt zu haben. Der ehemalige Vorzeigeschüler der Berufsschule verletzt seinen Ausbilder und schmeißt nicht nur seine Ausbildung,…

Close