Cormac McCarthy: Cities of the PlainMen have in their minds a picture of how the world will be. How they will be in that world. The world may be many different ways for them but there is one world that will never be and that is the world they dream of.

»Cities of the Plain«, der dritte Teil von Cormac McCarthys »Border Trilogy«, führt den Leser zurück zu John Grady, dem Protagonisten von Teil eins, »All the Pretty Horses«. Er arbeitet inzwischen wieder auf einer Ranch in Texas, die jedoch ebenfalls dem Untergang geweiht ist, denn die Army will das Land übernehmen.

Ein bisschen hat man den Eindruck, dass John Grady es satt hat, dagegen anzukämpfen, dass sein Lebensinhalt – Cowboy sein – aus der modernen Welt verschwindet, und er deshalb seinen eigenen Untergang beschleunigt. Er führt ihn herbei, indem er versucht, eine Prostituierte aus dem mexikanischen Teil der nahe gelegenen Grenzstadt Juarez zu heiraten. Fast alle, vom Zuhälter des Mädchens über seine Cowboy-Kollegen bis hin zu einem blinden alten Mann, den er kaum kennt, raten ihm ab und sagen ihm vorher, wie es enden muss. Und so endet es auch. Der Zuhälter bringt das Mädchen um, woraufhin John Grady ihn umbringt und dafür mit seinem eigenen Leben bezahlt. Im Sterben liegend stellt er fest:

… when I seen her laying there I didnt care to live no more. I knew my life was over. It come almost as a relief to me.

Was wie ein simpel gestrickter, typischer Westernplot klingt, wird in McCarthys Händen zu einem tief philosophischen Roman, der sich um die zentrale Frage dreht, wie frei der Mensch in seinen Handlungen ist: Warum lassen sich selbst realistisch wirkende Wünsche, Pläne und Vorstellungen meistens nicht verwirklichen? Warum sind sogar die Menschen unglücklich, die bekommen, was sie wollen? Warum wollen sie es nicht mehr, sobald sie es erreicht haben? Wie kommen sie damit klar, wenn sie Menschen und Dinge, die sie lieben, unwiederbringlich zu verlieren? Wann und wie wird die Gegenwart zur Vergangenheit?

Und obwohl die anderen Figuren sich einig sind, dass das, was John Grady tut, höchst unvernünftig ist und tödlich ausgehen wird, stimmen sie doch alle darin überein, dass ein Mensch trotzdem nicht gegen seine Überzeugungen handeln sollte: Charakter wird, wie in der griechischen Tragödie, zum Schicksal.

Wer das Buch noch nicht gelesen hat, sollte sich beeilen: 2012 soll »Cities of the Plain« verfilmt werden.

Cormac McCarthy: Cities of the Plain | Englisch
Alfred A. Knopf 1998 | 304 Seiten | Jetzt bestellen

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