Robin Hobb: Die Gabe der KönigeFür alle, die sich vielleicht fragen, was sie nach dem Ende von »Game of Thrones« auch auf DVD mit sich anfangen sollen: Lest »Die Gabe der Könige« von Robin Hobb und vergesst »Game of Thrones«. Autor George R. R. Martin sagt selbst: »Jeder Roman von Robin Hobb ist ein Grund zum Feiern« – der Verdacht drängt sich auf, Robin Hobbs Werk könnte sein heimliches Vorbild gewesen sein.

»Die Gabe der Könige« (im Original »Assassin’s Apprentice«) eröffnet eine Fantasywelt, in der man sich auf Monate verlieren kann. Die gute Nachricht: Die Geschichte und ihre Fortsetzung erstreckt sich über neun Bände, sogar über 16, wenn man die Nebenhandlungen ebenfalls genauer verfolgen will. Ich gebe zu, ich habe fast ein halbes Jahr nichts anderes mehr gelesen. Drachen mit Persönlichkeit, hinterhältige Intrigen am Königshof, besondere Wölfe und andere Tiere, magische Kräfte und eine liebevoll bis ins Detail durchdachte fiktiv-mittelalterliche Welt, in der sogar jedes Pferd eine eigene Persönlichkeit hat: »Die Gabe der Könige« bietet alles, was das Fantasyherz begehrt.

Fitz, ein Bastard, bringt durch seine außereheliche Geburt die Thronfolge im Reich durcheinander, denn sein integrer Vater fühlt sich seinetwegen flugs zum Rücktritt gezwungen. Fitzs Großvater, der amtierende König Listenreich, nimmt sich seines Enkels an und lässt ihn zum heimlichen Meuchelmörder im Auftrag des Throns ausbilden sowie in der traditionellen Magie der Königsfamilie, der sogenannten Gabe.

Fitz, fast noch ein Kind, findet sich plötzlich mitten im höfischen Haifischbecken wieder und hat nicht nur mit Anfeindungen wegen seiner Elternschaft zu kämpfen. Der jüngere Halbbruder seines Vaters versucht, ihn als potenziellen Rivalen um den Thron auszuschalten. Als Auftragsmörder ringt Fitz mit seinem Gewissen und darüber hinaus mit einer alten verbotenen Magie, die er in sich trägt. Zu allem Überfluss wird das Reich von außen bedroht: Seine Feinde verwandeln wehrlose Dorfbewohner in unheimlich seelenlose Entfremdete.

So richtig hebt die Geschichte dann im zweiten, ebenfalls von Eva Bauche-Eppers wunderschön und kreativ neu übersetztem Band »Der Bruder des Wolfs« ab. Im dritten, »Der Erbe der Schatten«, kommt es zum Showdown im Streit um die Thronfolge. Bleibt nur die Frage, warum anscheinend noch kein Filmemacher den Stoff für sich entdeckt hat.

Robin Hobb: Die Gabe der Könige | Deutsch von Eva Bauche-Eppers
Penhaligon 2017 | 608 Seiten | Jetzt bestellen

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