Philip K. Dick: Der unmögliche Planet»Dad ist in der Garage«, sagte Charles. »Aber er – redet mit sich selbst.«

»Redet mit sich selbst!« Mrs. Walton nahm ihre glänzende Plastikschürze ab und hängte sie über den Türknauf.

»Ted? Na, hör mal, er redet nie mit sich selbst. Geh, sag ihm, er soll reinkommen.«

Sie goss kochendheißen schwarzen Kaffee in kleine blau-weiße Porzellantassen und fing an, Mais in Rahmsoße auszuteilen.

»Was ist bloß los mit dir? Geh und sag’s ihm!«

»Ich weiß nicht, wem von ihnen ich es sagen soll«, platzte Charles verzweifelt heraus. »Sie sehen beide gleich aus.«

Seit »Blade Runner« hat Hollywood großes Interesse an Dicks Ideen und so entstanden nach seinen Vorlagen zahlreiche sehr gute (»Total Recall«, »Minority Report«, »Screamers« und einige mittelmäßige (»Next«, »Paycheck«, »Impositor«) Verfilmungen. Seine Ideen waren auch maßgeblich an der Entstehung von Filmen wie »Matrix« und »Die Truman Show« beteiligt.

Dicks Science Fiction handelt selten von epischen Weltraumschlachten und Reisen zu fernen Planeten. Invasionen durch Außerirdische erfolgen bei ihm nicht durch Raumschiffe, die Großstädte in Schutt und Asche legen, sondern im Stillen und Verborgenen durch heimliche Unterwanderung. Meist geht es bei Dick um die Manipulation der Realität, die Identität des Einzelnen sowie die Beeinflussung und Lenkung von Menschen.

Wie visionär Dick in seinen Ideen über Realitätsverlust, Paranoia und verzerrte Wahrnehmung war, zeigt sich daran, dass die meisten Geschichten trotz ihres Alters heute aktueller denn je sind. Viele technische Entwicklungen, die er vor sechzig Jahren ersonnen hat, sind längst umgesetzt.

Nachdem seine gesammelten Kurzgeschichten bereits vor Jahren im Haffmanns Verlag erschienen sind, hat Heyne im Rahmen seiner Werksausgabe eine Best-of-Sammlung der Kurzgeschichten herausgebracht. Wie immer bei solchen Sammlungen könnte man in einzelnen Fällen an der Auswahl herummäkeln und das Fehlen bestimmter Geschichten kritisieren, aber nichtsdestotrotz handelt es sich hier um allesamt hervorragende SF-Geschichten aus den Jahren 1953 bis 1981.

Ein guter Einstieg in das Werk eines der größten Autoren eines zu Unrecht gering geschätzten Genres.

Philip K. Dick: Der unmögliche Planet | Herausgegeben von Sascha Mamczak
Heyne 2007 (5. Auflage) | 832 Seiten | Jetzt bestellen

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