Emile Zola: Das WerkIch will nicht glücklich sein, ich will malen.

Paris um die Jahrhundertwende. Claude Lantier ist ein junger ehrgeiziger Künstler, der die Malerei durch den innovativen Einsatz von Licht in seinen Bildern revolutionieren will. Es gelingt ihm auch, denn andere Maler übernehmen seine Ansätze, nur ihm selbst bleibt die öffentliche Anerkennung verwehrt, besonders die Zulassung zur Ausstellung der offiziellen Pariser Kunstakademie. Claude ist zwischen Verachtung für das unverständige Publikum und dem Wunsch, dass sein Talent erkannt werden möge, hin- und hergerissen. Als der Erfolg auch Jahre später ausbleibt, beginnt er schließlich, an sich selbst zu zweifeln, und richtet sich und seine Familie zugrunde.

Claudes Freundeskreis besteht aus Künstlern verschiedener Sparten – Maler, Bildhauer, Musiker, Schriftsteller – die ihr jugendlicher Enthusiasmus und die Überzeugung verbindet, dass sie die Kunst erneuern können, dass sie der »normalen« Gesellschaft überlegen sind und sie nicht brauchen.

Zola schildert eindrucksvoll, wie dieser jugendliche Idealismus und die Freundschaften allmählich an den Erfordernissen der Alltagswelt und den Enttäuschungen des Älterwerdens wie von selbst zerbrechen. Nur Claude ist nicht bereit, Zugeständnisse zu machen, und bleibt in seiner Besessenheit von der Malerei kindlich.

Als seine Frau ihn auffordert, die Malerei aufzugeben und sich dem Leben zuzuwenden, gibt er fast überrascht über so einen Vorschlag die oben zitierte Antwort. Die Perspektive von Claudes junger Frau, die viel zu spät erkennt, dass sie gegen Claudes Kunstbesessenheit keine Chance hat, sowie die Schicksale der Nebenfiguren werden dem Leser ebenfalls nahegebracht. Besonders an dem Verhältnis der Eheleute wird das alte Dilemma nachvollziehbar, wieso Kunst und Leben sich so oft gegenseitig ausschließen und die Erfüllung in einem das andere unmöglich macht.

Emile Zola: Das Werk | Deutsch
Aufbau 2002 | 451 Seiten | Jetzt bestellen

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