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	<title>wortmax | Beiträge von Frank Bergers</title>
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	<description>Buchvorstellungen und Beobachtungen</description>
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	<title>wortmax | Beiträge von Frank Bergers</title>
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		<title>Susanne Goga: Leo Berlin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Frank Bergers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 10:05:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Genreliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Goga]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>»Leo Berlin« von Susanne Goga, erstmals veröffentlicht bereits im Juli 2012, ist der erste Band der Reihe um Kommissar Leo Wechsler, der im Berlin der Weimarer Republik seine Fälle löst. (...) Vom ersten Satz an taucht man fasziniert in das Berlin der Zwanziger Jahre ein.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://www.wortmax.de/wp-content/uploads/2026/05/leo-berlin.jpg" alt="Susanne Goga: Leo Berlin" title="Susanne Goga: Leo Berlin" width="120" height="188" class="alignleft size-full wp-image-16507" />»Leo Berlin« ist der erste Band der Reihe um Kommissar Leo Wechsler, der im Berlin der Weimarer Republik seine Fälle löst. Als der Wunderheiler Gabriel Sartorius in seiner Wohnung tot aufgefunden wird, nachdem ihm ein Unbekannter mit seinem eigenen Jade-Buddha erschlagen hat, ruft dieses Verbrechen Kommissar Leo Wechsler auf den Plan, der sich der Lösung des Falls annimmt.</p>
<p>Wer mag ein Interesse daran haben, den heimlichen Heilsbringer der Upper Class aus dem Verkehr zu ziehen? Ein Motiv ist zunächst nicht zu erkennen, was die Ermittlungsarbeit nicht einfacher macht. Klar ist aber: die zahlungskräftigen Kundinnen und Kunden haben in der Regel wenig Interesse daran, ihr Faible für abseitige Behandlungsmethoden (sowie die Bereitschaft, dafür einiges zu zahlen) der Öffentlichkeit preiszugeben.</p>
<p>Hinzu kommt für Leo dann auch noch die Schwierigkeit, in den eigenen Reihen einen ihm zugewiesenen Mitarbeiter zu haben, der sich gegen seinen Chef zu profilieren versucht, was zu enormen Spannungen führt, und auch zuhause ist nicht alles so, wie es sein sollte: Leo ist Witwer, seine Schwester Ilse wohnt bei ihm und kümmert sich im Wesentlichen um seine beiden kleinen Kinder, die ihren Vater eher selten zu Gesicht bekommen. Auch hier sind Spannungen an der Tagesordnung, denn mehr und mehr sieht sich Ilse nur noch als bloße Erfüllungsgehilfin, als Ersatzmutter und Hausmädchen, während ihr eigenes (Liebes-)Leben brach liegt.</p>
<p>Als dann auch noch eine alte Prostituierte brutal ermordet wird, steigt der Druck auf das Kommissariat weiter und sowohl Presse als auch Vorgesetzte erwarten schnellstmöglich Ergebnisse. Leo Wechsler wird zur Zielscheibe der Kritik, was dann natürlich auch seinem intriganten Kollegen in die Karten spielt.</p>
<p>Vom ersten Satz an taucht man fasziniert in das Berlin der Zwanziger Jahre ein. Sowohl die Schauplätze des Romans als auch seine Protagonisten sind so gut beschrieben, dass sie für mich zwischen den Buchdeckel real wurden. »Leo Berlin« gibt es aktuell in der 13. Auflage. Insgesamt umfasst die Reihe inzwischen zehn Bände und ich kann mir sehr gut vorstellen, erneut mit Leo Wechsler auf Verbrecherjagd zu gehen.</p>
<p><strong>Susanne Goga: Leo Berlin</strong> | Deutsch<br />
dtv 2012 | 304 Seiten | <a href="https://www.graff.de/shop/item/9783423213905?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank">Jetzt bestellen</a></p>
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		<title>Marc Olden: Edgar Allan Poe muss sterben</title>
		<link>https://www.wortmax.de/marc-olden-edgar-allan-poe-muss-sterben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Bergers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2026 11:05:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Genreliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Dickens]]></category>
		<category><![CDATA[E.A. Poe]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Olden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was vom Festa Verlag als Horrorroman beworben wird (ja, ein bisschen gruselig ist es manchmal), funktioniert hier in erster Linie (das aber ganz hervorragend) als eine Mischung aus Abenteuerroman (die Jagd nach einem dämonenbeschwörenden Magier) und Psychogramm Edgar Allan Poes.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.wortmax.de/wp-content/uploads/2026/03/edgar-allan-poe-muss-sterben.jpg" alt="Marc Olden: Edgar Allan Poe muss sterben" title="Marc Olden: Edgar Allan Poe muss sterben" width="120" height="188" class="alignleft size-full wp-image-16433" />Ein Preisboxer aus der Unterschicht, der ein Empfehlungsschreiben von Charles Dickens mit sich führt, um es im Amerika des 19. Jahrhunderts Edgar Allan Poe zu überreichen, der ihm helfen soll, den Magier zu finden, der seine kleine Familie bestialisch gemeuchelt hat und damit noch nicht genug: besagter Magier, Jonathan, geht über Leichen, um Salomons Thron in seinen Besitz zu bringen, um die Kontrolle über die Hölle und alle ihr innewohnenden Dämonen zu erlangen. Denn dummerweise hat Jonathan den übelsten von ihnen, Asmodeus, heraufbeschworen und wird ihn nun nicht mehr los. Sind Sie noch da? Prima! Denn diese auf den ersten Blick vollkommen unpassend anmutende Melange von Charakteren und Ereignissen funktioniert wider Erwarten ganz hervorragend.</p>
<p>Pierce James Figg, ein ehemaliger Preisboxer, der mittlerweile dem Ring den Rücken gekehrt hat und stattdessen junge Männer die Kunst der Selbstverteidigung lehrt, ist am Boden zerstört, als seine Frau und sein Sohn Opfer des wahnsinnigen Jonathan werden. Er schwört blutige und tödliche Rache. Der Schriftsteller Charles Dickens, der sowohl mit ihm als auch dem hochbegabten und gleichzeitig bettelarmen Poe bekannt ist, gibt Figg ein Schreiben an den Meister der dunklen Literatur mit, damit dieser ihm mit seinem klugen Geist und kriminalistischen Spürsinn zur Seite steht. </p>
<p>Doch ehe die beiden sich zusammenraufen, sind einige Kämpfe zu überstehen, zu unterschiedlich sind sie – der einfache, ehrbare, des Redens wenig mächtige Boxer und der dem Alkohol sehr zugetane Schriftsteller, der seine scharfe Zunge niemals zügeln kann und auf dem Boden jedes alkoholischen Behältnisses seine unendliche Trauer zu vergessen sucht. </p>
<p>Leserinnen und Leser werden auf eine hochspannende Reise in die verdreckten, dunkelsten Ecken New Yorks mitgenommen, und was vom Verlag als Horrorroman beworben wird (ja, ein bisschen gruselig ist es manchmal), funktioniert in erster Linie (das aber ganz hervorragend) als eine Mischung aus Abenteuerroman (die Jagd nach dem dämonenbeschwörenden Magier) und Psychogramm Edgar Allan Poes. Denn dem Roman kommt zugute, dass Marc Olden zeitlebens ein großer Bewunderer des Verfassers solcher Klassiker wie »Der Rabe«, »Das verräterische Herz« oder »Maske des roten Todes«. Man bekommt einen tiefen Einblick in das Seelenleben des amerikanischen Dichters und in seinen Alltag – ein Dasein, das von viel Leid geprägt war und welches erahnen lässt, woher die Inspirationen für sein angsteinflößendes Werk gekommen sind. </p>
<p>Abgerundet wird das Buch von seiner grandiosen Gestaltung – gehalten in schwarz-rot (wie passend) und vor einem Hintergrund, der neben Raben auch noch ganz andere Kreaturen andeutet, prangt das abgehärmte sorgenvolle Gesicht Edgar Allan Poes. Bei dieser 2025 im Festa Verlag veröffentlichten Ausgabe passt einfach alles. Erstmals auf deutsch veröffentlicht wurde der Roman schon 1999 im Verlag Bastei Lübbe, damals unter dem Titel »Salomons Thron«.</p>
<p><strong>Marc Olden: Edgar Allan Poe muss sterben</strong> | Deutsch von Susanne Picard<br />
Festa Verlag 2025 | 576 Seiten | <a href="https://www.festa-verlag.de/edgar-allan-poe-muss-sterben.html" target="_blank">Jetzt bestellen</a></p>
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		<title>Michael McDowell: Die Elementare</title>
		<link>https://www.wortmax.de/michael-mcdowell-die-elementare/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Bergers]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2025 14:39:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Genreliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Algernon Blackwood]]></category>
		<category><![CDATA[Michael McDowell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Michael McDowell ist mit »Die Elementare« im Jahr 1981 ein außergewöhnlich spannender Geisterhausroman gelungen, der mit einem sehr ungewöhnlichen Setting aufweist (Alabama, Sand, »Naturerscheinungen«). Das Werk ist aktuell (November 2024) im Festa Verlag als Taschenbuch erhältlich.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.wortmax.de/wp-content/uploads/2025/06/die-elementare.jpg" alt="Michael McDowell: Die Elementare" title="Michael McDowell: Die Elementare" width="120" height="188" class="alignleft size-full wp-image-16161" />In einer Kirche in Mobile, Alabama, kommen die Familien McCray und Savage zusammen, um der Verstorbenen (und sicherlich nicht bei allen beliebten) Marian Savage die letzte Ehre zu erweisen. Aber diese Trauerfeier weicht gegen Ende vom allseits üblichen und anerkannten Prozedere ab und konfrontiert den Leser bereits im Prolog des Romans mit einem ersten Schockmoment, der ihn verstört und neugierig zurücklässt. Viel besser kann ein Horrorroman kaum starten, oder?</p>
<p>Alabama, im Südosten der Vereinigten Staaten und grenztechnisch in »Schlagdistanz« zu New Orleans, gibt mit seiner schwülwarmen bis sehr heißen Witterung den Rahmen für den Southern Gothic Horror vor, der im Laufe des Romans in Beldame kulminiert, genauer gesagt in drei baugleichen viktorianischen Villen, die wie aus Zeit und Raum gefallen anmuten, denn ansonsten gibt es dort nicht viel außer einer Menge Wasser und noch viel mehr Sand. Unendlich viel Sand&#8230;</p>
<p>Eines der drei Häuser ist eine sehr innige &#8211; wenngleich unfreiwillige – Liaison mit jenem Lockergestein eingegangen, denn im Laufe der Jahre wurde es mehr und mehr von Sand bedeckt, immer höher türmte er sich und begrub so nach und nach große Teile des Hauses unter sich. Beldame fungierte seit jeher als Ferienrückzugsort für die Familien McCray und Savage, denn die zwei vom Sand verschonten Häuser sind intakt und laden zu exzessivem Nichtstun ein. Als die beiden Familien sich dorthin begeben, um fernab jeden Trubels die Stille zu genießen (und so manche familiären Probleme sowie später auch Schrecken aufzuarbeiten, von denen im Laufe der Geschichte immer mehr ans Tageslicht kommen), hält langsam, aber sicher das Grauen Einzug, denn offenbar geht es im dritten Haus nicht mit rechten Dingen zu.</p>
<p>Michael McDowell erzählt in dieser Geschichte in der Tradition Algernon Blackwoods, eines bekannten englischen Verfassers von Geistergeschichten, dessen Erzählungen gerne auch die Natur als Quelle unbegreiflicher und nicht zu fassender übersinnlicher Phänomene schildern. Bei der Lektüre von »Die Elementare« musste ich jedenfalls das eine oder andere Mal an blackwoodsche Geschichten wie <a href="https://www.graff.de/shop/item/9781614984023?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank">»Rächendes Feuer«</a> (»The Nemesis of Fire«) sowie <a href="https://www.graff.de/shop/item/9781783947058?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank">»Sand«</a> denken.</p>
<p>McDowell ist mit »Die Elementare« (ich mag mich mit dem Titel nicht so recht anfreunden, er fühlt sich irgendwie »nicht rund« an) im Jahr 1981 ein außergewöhnlich spannender Geisterhausroman gelungen, der mit einem sehr ungewöhnlichen Setting aufweist (Alabama, Sand, »Naturerscheinungen«). Das Werk ist aktuell (November 2024) im Festa Verlag als Taschenbuch erhältlich.</p>
<p><strong>Michael McDowell: Die Elementare</strong> | Deutsch von Patrick Baumann<br />
Festa Verlag 2024 | 416 Seiten | <a href="https://www.graff.de/shop/item/9783986761622?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank">Jetzt bestellen</a></p>
<p><a href="https://www.graff.de/shop/item/9783986761622?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank"><img decoding="async" src="https://www.graff.de/affiliate/qrcode/oQBpG59Pt0GhCE6U" /></a></p>
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		<item>
		<title>Josephine Tey: Der Mord in der Schlange</title>
		<link>https://www.wortmax.de/josephine-tey-der-mord-in-der-schlange/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Bergers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Feb 2025 07:56:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Genreliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Josephine Tey]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein junger Mann wird hinterrücks erstochen, und obwohl er von wartenden Theaterbesuchern umgeben ist, will niemand etwas von diesem Mord bemerkt haben. Inspector Grant ermittelt. »Der Mord in der Schlange« von Josephine Tey atmet die Atmosphäre des goldenen Zeitalters englischer Kriminalliteratur.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.wortmax.de/wp-content/uploads/2025/02/der-mord-in-der-schlange.jpg" alt="Josephine Tey: Der Mord in der Schlange" title="Josephine Tey: Der Mord in der Schlange" width="120" height="188" class="alignleft size-full wp-image-15996" />Wir befinden uns in London, inmitten der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Im Woffington, einem der vielen Theater Londons, läuft das Erfolgsstück »Didn&#8217;t you know?« in der finalen Woche. Endlose Schlangen vor der Theaterkasse spiegeln die Beliebtheit des Spiels und dessen Hauptdarstellerin Ray Marcable wieder, die nach Beendigung der Tournee über den großen Teich nach Amerika gehen wird. Da nicht davon auszugehen ist, dass sie in absehbarer Zeit noch einmal zurückkehren wird (falls überhaupt), sind dies die letzten Gelegenheiten das gefeierte Stück und ihren strahlenden Star noch einmal sehen zu können.</p>
<p>Das Gedränge vor den Türen der Spielstätte ist groß, der Unmut der zum Teil seit Stunden wartenden Menschen wächst kontinuierlich an, und immer wieder kommt es zu Drängeleien, Beschimpfungen und kleinen Disputen. Niemand möchte am Ende zu denen gehören, die leer ausgehen und ohne Eintrittskarte wieder den Heimweg antreten müssen. Innerhalb dieser wogenden Menge geschieht ein Mord. Ein junger Mann wird hinterrücks erstochen, und obwohl er von wartenden Theaterbesuchern umgeben ist, will niemand etwas von diesem Mord bemerkt haben.</p>
<p>Inspector Alan Grant wird mit der Aufklärung des Falles beauftragt, die sich als schwierig gestaltet, denn je weiter die Untersuchung fortschreitet, desto mysteriöser und rätselhafter wird der Fall. Die Liste der Verdächtigen ist lang und wer könnte ein Interesse daran haben, diesen  unscheinbar anmutenden, braven jungen Mann ins Jenseits zu befördern? Ein scheinbar unbeteiligtes Ehepaar, das vermutlich nur zufällig bei ihm in der Schlange stand? Ein guter Freund und Mitbewohner, mit dem das Opfer kurz vor seinem Tod in einen schweren Streit geraten ist? Ein stadtbekannter Verbrecher, der geradezu danach giert, der Polizei bei der Lösung des Falles helfen zu wollen, natürlich vollkommen uneigennützig?</p>
<p>Inspector Grant muss verschlungenen Pfaden folgen und so einige falsche Fährten eliminieren, bis dieser Fall endlich gelöst sein wird, der ihn unter anderem auch ins schöne Schottland führt, eine wunderschöne Gegend, die die Autorin nicht nur in diesem Buch zum Schauplatz des Geschehens macht. Aber das ist nicht verwunderlich. Denn die Autorin Elizabeth Mackintosh (1896 – 1952) war Schottin (Josephine Tey war ihr bekanntes Pseudonym). Sie hat in Schottland ihre Jugend verbracht, bis es sie später nach England zog. </p>
<p>»Der Mord in der Schlange« atmet die Atmosphäre des goldenen Zeitalters englischer Kriminalliteratur, ein vielversprechender erster Auftritt des sympathischen Inspectors Grant.</p>
<p><strong>Josephine Tey: Der Mord in der Schlange</strong> | Deutsch von Alfred Dunkel<br />
Anakonda Verlag 2024 | 192 Seiten | <a href="https://www.graff.de/shop/item/9783730614082?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank">Jetzt bestellen</a></p>
<p><a href="https://www.graff.de/shop/item/9783730614082?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank"><img decoding="async" src="https://www.graff.de/affiliate/qrcode/oQBpG59Pt0GhCE6U" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hugh B. Cave: Murgunstrumm</title>
		<link>https://www.wortmax.de/hugh-b-cave-murgunstrumm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Bergers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2024 10:10:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Genreliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Hugh B. Cave]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Roman wird zur Pulp Fiction gezählt, die in den 1930er Jahren ihre Blütezeit hatte. Er liest sich stellenweise fast comicartig, die Worte entfalten eine immense Bildkraft, wohingegen es den Figuren an Tiefgang fehlt, was aber durchaus so gewollt ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wortmax.de/hugh-b-cave-murgunstrumm/">Hugh B. Cave: Murgunstrumm</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wortmax.de">wortmax</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.wortmax.de/wp-content/uploads/2024/10/murgunstrumm.jpg" alt="Hugh B. Cave: Murgunstrumm" title="Hugh B. Cave: Murgunstrumm" width="120" height="188" class="alignleft size-full wp-image-15767" />Paul Hill fristet ein elendiges Dasein in der Zelle einer Irrenanstalt, fernab allen weltlichen Geschehens und von der Außenwelt vergessen, nachdem sich die schweren Anstaltstore hinter ihm geschlossen hatten. Er hat so unfassbar schreckliche Erfahrungen gemacht, dass sein wirres Gestammel nur den Schluss zulassen konnte, dass er wohl offenbar den Verstand verloren habe. Leider jedoch war jedes seiner Worte wahr&#8230;</p>
<p>Im Gasthaus »Grey Toad Inn« treiben Vampire ihr Unwesen. Die Unglücklichen, die sich an diesen bösen, tiefschwarzen Ort verirren, werden danach nie wieder gesehen, denn die Bewohner des alten Gemäuers haben Verwendung für sie. Ihnen dürstet nach Blut, frischem Menschenblut.</p>
<p>Auch seine Freundin Ruth wurde weggesperrt und so findet Paul keine Ruhe in seiner unfreiwilligen Isolation. Ihn treibt der Gedanke um, seine Geliebte zu befreien, Gerechtigkeit für beide zu erwirken und dem Bösen, welches sich in den schattigen, verfallenen Gewölben des alten Wirtshauses an unschuldigen Opfern gütlich tut, ein für alle mal ein Ende zu setzen.</p>
<p>Der Roman wird zur Pulp Fiction gezählt, die in den 1930er Jahren ihre Blütezeit hatte. Er liest sich stellenweise fast comicartig, die Worte entfalten eine immense Bildkraft, wohingegen es den Figuren an Tiefgang fehlt, was aber durchaus so gewollt ist. »Murgunstrumm« zu lesen ist wie die Fahrt auf einer Achterbahn ohne Sicherheitsgurt, die Erzählung wird kontinuierlich nach vorne gepeitscht und der Leser hängt nahezu atemlos an den Zeilen. Die Atmosphäre ist düster und dräuend – so würde man sich eine der dunkelsten Folgen der legendären Serie »Twilight Zone« vorstellen, und es macht einen Heidenspaß, das zu lesen.</p>
<p>Das Buch ist wunderschön gestaltet und passt in seiner Optik perfekt zur düsteren Geschichte. Das Werk selbst ist in schwarz gehalten mit dazu korrespondierendem Buchschnitt. Das orange Lesebändchen findet seinen Gegenpart im gleichfarbigen Titel. Das sieht alles wunderschön und stimmig aus, alternativ hätte man Titel und Lesebändchen vielleicht auch in Blutrot designen können. Das hätte vortrefflich zum blutigen Treiben im »Grey Toad Inn« gepasst, aber sei&#8217;s drum. Schon auf dem Titelbild prangt das widerwärtige Faktotum Murgunstrumm, der in den dunklen Gewölben des Höllenhauses noch ganz andere Dinge zu tun hat, als den Gästen Speise und Trank zu servieren. »Murgunstrumm«, der Roman,  wirkt wie ein bitterböser, zynischer Krimi Noir der schwärzesten Sorte, nur das hier die Bösewichte keineswegs menschlicher Natur sind.</p>
<p>Ein kurzer, sehr düsterer und ungemein unterhaltsamer Trip in das allerfinsterste Herz Amerikas, auf den man sich gerne noch einmal begeben möchte.</p>
<p><strong>Hugh B. Cave: Murgunstrumm</strong> | Deutsch von Susanne Picard<br />
Festa Verlag 2021 | 208 Seiten | <a href="https://www.graff.de/shop/item/9783865529039?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank" rel="noopener">Jetzt bestellen</a></p>
<p><a href="https://www.graff.de/shop/item/9783865529039?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="https://www.graff.de/affiliate/qrcode/oQBpG59Pt0GhCE6U" /></a></p>
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		<item>
		<title>Matt Haig: Die Mitternachtsbibliothek</title>
		<link>https://www.wortmax.de/matt-haig-die-mitternachtsbibliothek/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Bergers]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Feb 2024 09:58:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Moderne Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Matt Haig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Nora Seed nach ihrem Tod im Jenseits erwacht, befindet sie sich vor einer riesigen Bibliothek. Sie trifft dort auf ihre alte Bibliothekarin aus Schultagen, die immer gut zu ihr war. Von ihr erfährt sie, dass all die Bücher dort die Leben sind, die sie alternativ hätte führen können, und lädt sie ein, einige von ihnen auszuprobieren ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.wortmax.de/wp-content/uploads/2024/02/Die-Mitternachtsbibliothek.jpg" alt="Matt Haig: Die Mitternachtsbibliothek" title="Matt Haig: Die Mitternachtsbibliothek" width="120" height="188" class="alignleft size-full wp-image-15392" />Nora Seed ist am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen. Sie sitzt ganz allein in ihrer kleinen Wohnung und kommt zu dem Schluss, dass sie vollkommen überflüssig ist und für niemanden jemals eine Bereicherung darstellen wird. All diese unerfüllten Träume und Sehnsüchte, die wie eine Wagenladung Steine auf ihr lasten: So viele Menschen hat sie enttäuscht, weil sie nicht in der Lage war, deren Träume zu erfüllen (später wird sie erkennen, dass diese falsche Sicht der Dinge ein Teil des Problems ist); ihre eigenen Träume von einem kleinen bisschen Glück, wie auch immer das aussehen mag – alles dahin, alles unerreichbar. Ihre Antidepressiva helfen nicht mehr und als dann auch noch ihre Katze tödlich verunglückt, ist sie für diese Welt endgültig vollkommen irrelevant geworden, niemand braucht sie mehr, sie empfindet sich als Belastung für alle anderen und so nimmt sie sich das Leben.</p>
<p>Als sie im Jenseits wieder aufwacht, wird sie mit zwei Phänomenen konfrontiert: Ihre digitale Armbanduhr zeigt unentwegt 00:00:00 an und vor ihr befindet sich ein Gebäude, das sich als eine riesige Bibliothek entpuppt. Dort trifft sie auf Mrs. Elm, ihre alte Bibliothekarin aus Schultagen, die immer gut zu ihr war und ihr in schweren Zeiten beiseite gestanden hat. Von ihr erfährt sie, dass all diese Bücher die Leben sind, die sie alternativ hätte führen können, und sie lädt sie ein, einige von ihnen auszuprobieren und bei Gefallen im gewählten Leben zu bleiben.</p>
<p>So probiert Nora verschiedene Leben aus und sie lernt, einen anderen Blick auf ihr eigenes sowie auf das Leben an sich zu entwickeln, und irgendwann ändert sich ihre Einstellung. Sie bereut, sich umgebracht zu haben. Sie möchte leben und ein lebenswertes Leben finden und wählen.</p>
<p>Der erste Teil des Buches ist sehr bedrückend. Nora ist ungemein sympathisch und der Leser leidet mit ihr. Wäre sie real, würde man sich wünschen, sie zu kennen und sie von ihrem schrecklichen Vorhaben abzubringen, denn auch wenn sie es zu Beginn des Buches so gar nicht zu erkennen vermag – Nora ist unendlich liebenswert und wertvoll, so wie es wohl die allermeisten Menschen sind, die den Entschluss fassen, Suizid zu begehen.</p>
<p>Ich weiß nicht, ob dieses Buch als Lebenshilfe oder Hoffnung für depressive Menschen funktioniert, da fehlt mir der Einblick, aber ich glaube schon, dass dieses Buch einen positiveren Blick auf das Leben schenken kann, so schwer es manchmal auch ist. »Die Mitternachtsbibliothek« von Matt Haig ist ein äußerst berührendes Buch, geschrieben von einem, der weiß, wovon er redet, denn der Autor hat selbst Erfahrungen mit Depressionen gemacht.</p>
<p><strong>Matt Haig: Die Mitternachtsbibliothek</strong> | Deutsch von Sabine Hübner<br />
Droemer Taschenbuch 2023 | 320 Seiten | <a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783426308257.html?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank" rel="noopener">Jetzt bestellen</a></p>
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		<title>Ali Hazelwood: Love, theoretically</title>
		<link>https://www.wortmax.de/ali-hazelwood-love-theoretically/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Bergers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Sep 2023 10:23:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Moderne Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Ali Hazelwood]]></category>
		<category><![CDATA[Henry James]]></category>
		<category><![CDATA[Jane Austen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.wortmax.de/?p=15161</guid>

					<description><![CDATA[<p>»Love, theoretically« ist in erster Linie ein Liebesroman, aber einer der qualitativ hochwertigen Sorte. Man merkt dem Buch zu jeder Zeit an, dass es von einem sehr klugen Menschen geschrieben worden ist. Es fungiert auch prächtig als Kritik an der akademischen Welt hinsichtlich Auswahlverfahren und Ausbeutung von hochqualifizierten Arbeitskräften.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.wortmax.de/wp-content/uploads/2023/09/love-theoretically.jpg" alt="Ali Hazelwood: Love, theoretically" title="Ali Hazelwood: Love, theoretically" width="120" height="188" class="alignleft size-full wp-image-15162" />Elsie Hannaway ist Assistenzlehrkraft, vermittelt ihr Wissen über theoretische Physik an der Universität und schreibt schon seit Jahren an ihrem Opus magnum über zweidimensionale Flüssigkristalle. Ihre Lehrtätigkeit ist jedoch die pure Verschwendung ihrer Fähigkeiten, und ihre Arbeit ist so schlecht bezahlt, dass sie sich mit ihrer besten Freundin Cece eine wenig heimelige Wohnung teilen muss und noch nicht einmal Geld für eine Krankenversicherung hat, was den Umgang mit ihrer Diabeteserkrankung nicht einfacher macht. </p>
<p>Das Loch in der Kasse bessert sie zusammen mit Cece durch Einsätze für eine Fake-Dating-Agentur auf. Die finanzielle Seite ist das eine große Problem Elsies, das andere ist ihre Persönlichkeit oder vielmehr ihre Nicht-Persönlichkeit bzw. die zwanghafte Unterdrückung derselben. Sie gibt jedem die Elsie, die man von ihr erwartet. Ihrer Freundin Cece spielt sie zum Beispiel eine Begeisterung für komatös langweile Kunstfilme vor und ihrer Mutter erscheint sie als die stets motivierte Schlichterin des ewig kindischen Kleinkrieges ihrer beiden Brüder. Eine Elsie für alle, nur nicht für sich selbst. Ihre eigenen Bedürfnisse versteckt sie hinter tausend Masken, weil sie Angst vor Liebesverlust hat. Sie möchte allen gefallen, um geliebt und akzeptiert zu werden.</p>
<p>Bei einem dieser Treffen lernt sie Greg kennen, den sie als Pseudofreundin zu Familientreffen begleitet. Sie gibt sich als Bibliothekarin aus, um ihr Privat- und Berufsleben zu schützen, so gut es eben geht. Greg hat einen Bruder, der für Elsie ihre absolute Nemesis darstellt: Jack Smith-Turner, eine Koryphäe auf dem Gebiet der experimentellen Physik und der Mann, der im zarten Alter von 17 Jahren einen Text veröffentlicht hat, der nicht nur dafür gesorgt hat, dass ihr Mentor Dr. Laurendeau seinem Posten als Chefredakteur bei »Annals of Theoretical Physics« abgeben musste, sondern auch bei der Vergabe von Forschungsgeldern die Theoretiker arg ins Hintertreffen hat geraten lassen. Für ihn ist die theoretische Physik nur Geschwafel, ein Strauß bunter Ideen ohne wirklichen Realbezug. Elsie hasst ihn leidenschaftlich.</p>
<p>Die Ressentiments und die Gräben zwischen den beiden scheinen schier unüberwindlich, und auch wenn sie ihm lange Zeit geradezu die Pest an den Hals wünscht, weil er sowohl ihre Karriere als auch die vieler anderer massiv negativ beeinflusst (und in manchen Fällen sogar zerstört) hat, durch die Veröffentlichung besagter Schmähschrift, ist da etwas zwischen ihnen und langsam, ganz langsam, begeben sich beide auf steinigen Wegen aufeinander zu, um sich schließlich eingestehen zu müssen, dass sie entgegen aller Wahrscheinlichkeiten im jeweils anderen die Liebe ihres Lebens gefunden haben. </p>
<p>»Love, theoretically« ist &#8211; natürlich – in erster Linie ein Liebesroman, aber einer der qualitativ hochwertigen Sorte. Man merkt dem Buch zu jeder Zeit an, dass es von einem sehr klugen Menschen geschrieben worden ist. Es fungiert im Übrigen auch prächtig als Kritik an der akademischen Welt hinsichtlich Auswahlverfahren und Ausbeutung von hochqualifizierten Arbeitskräften.</p>
<p>Wenn ich über die Liebe lesen mag, greife ich in der Regel zu einem Klassiker wie Jane Austen oder Henry James. Ali Hazelwood ist mit ihrem überaus klugen Buch nun in diese Phalanx eingebrochen.</p>
<p><strong>Ali Hazelwood: Love, theoretically</strong> | Deutsch von Christine Strüh und Anna Julia Strüh<br />
Ruetten und Loening 2023 | 537 Seiten | <a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783352009952.html?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank" rel="noopener">Jetzt bestellen</a></p>
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		<title>Agustina Bazterrica: Wie die Schweine</title>
		<link>https://www.wortmax.de/agustina-bazterrica-wie-die-schweine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Bergers]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jul 2023 08:34:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Moderne Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Agustina Bazterrica]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Tiere dieser Welt sind von einem Virus befallen, der für den Menschen tödlich ist. Das bedeutet, der Verzehr von Tierfleisch ist nicht mehr möglich, und so gehen die Menschen dazu über, sich selbst zu essen: Menschenfleisch als von der Regierung diktiertes Grundnahrungsmittel. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.wortmax.de/wp-content/uploads/2023/07/wie-die-schweine.jpg" alt="Agustina Bazterrica: Wie die Schweine" title="Agustina Bazterrica: Wie die Schweine" width="120" height="188" class="alignleft size-full wp-image-15109" />Diese Buchkritik muss ausnahmsweise mit dem Aussehen des Buches beginnen. Wir halten gefühlt ein frisches Stück Fleisch in den Händen, auf dem Cover prangt es glänzend mit einem geringen Fettanteil behaftet, offenbar in Folie verpackt, wenn ich die weißen Streifen richtig deute, die sich über die Ware ziehen. Das Fleisch sieht gesund aus, leuchtend rot, definitiv kein Gammelfleisch, und wer würde das auch schon kaufen, nicht einmal in Buchform. </p>
<p>Titel, Autorin und weitere wichtige Informationen prangen auf der Titelseite in Form eines stilisierten Aufklebers, wie man ihn von den kleinen Plastiktüten beim Metzger kennt. Das Selbstklebe-Etikett wird auf die Tüte gepappt und die Ware zugetackert, über die Theke gereicht, einen schönen Tag noch. </p>
<p>Mein erster Gedanke, als ich das Buch in Händen hielt: Den Aufkleber mache ich aber ab (ich mag generell keine Aufkleber auf Büchern), bis ich gemerkt habe, dass das gar kein Aufkleber ist, sondern ein ziemlich geniales Design. Vom Layout wie gerade erwähntes Selbstklebe-Etikett gestaltet, wird der Leser zusätzlich noch über das Gewicht des Buches informiert (0,292 kg), es gibt einen Barcode zum schnelleren Einscannen und Verarbeiten der Informationen, rechts unten prangt der Preis, die Schriftart auf dem Etikett entspricht der, wie wir sie vom Metzger kennen. Oberhalb des Preises die Information, die einem dann die Schuhe auszieht: 100%, daneben kein Tier, sondern das Symbol eines Lebewesens auf zwei Beinen. Genau, wir reden hier von – Menschenfleisch. Kurzum: Alleine das Design des Buches ist schon das Geld wert.</p>
<p>Die Tiere dieser Welt sind von einem Virus befallen, der für den Menschen tödlich ist. Das bedeutet, der Verzehr von Tierfleisch ist nicht mehr möglich, und so gehen die Menschen dazu über, sich selbst zu essen: Menschenfleisch als von der Regierung diktiertes Grundnahrungsmittel. Die Hauptfigur des Buches ist Marcos, der eine gewichtige Postion innerhalb einer Schlachterei innehat. Wir begleiten ihn bei der alltäglichen Ausübung seines Berufes. In nüchterner Sprache wird sein Tagesablauf dokumentiert, sei es Beschaffung von Neuware, Kundengespräche oder die Überwachung des Produktionsablaufes, nur dass in dieser Metzgerei halt keine Tiere, sondern Menschen zu Fleisch verarbeitet werden; Menschen, die hier Stücke genannt werden. Depersonalisierung hilft ungemein, etwaige moralische Bedenken zu verdrängen und schließlich muss man das Ganze ja auch mal rational betrachten, denn hier handelt es sich um ein Wirtschaftsunternehmen, und auch die Hand eines »Stücks« ist im Endeffekt nur eine schnöde Ware. </p>
<p>Agustina Bazterrica führt Leserinnen und Leser durch den kompletten Produktionsprozess, den wir durch Marcos&#8216; Augen sehen. Ihr Protagonist ist eine zerrissene Persönlichkeit, die im Gegensatz zu vielen anderen nicht abgestumpft ist und neben dem Wahnsinn, den sie täglich auf der Arbeit sieht und nicht mehr ertragen kann, auch mit sehr persönlichen Problemen zu kämpfen hat, die in der eigenen Familie begründet sind. </p>
<p>Manche Szenen des Buches sind sehr hart und makaber, aber der Autorin gelingt es sehr gut, die Rücksichtslosigkeit und den Egoismus des Menschen plakativ darzustellen. Das Buch regt zum Nachdenken an und hinterfragt das Verhalten unserer Gesellschaft. Die Verarbeitung von Menschen zu Fleisch ist natürlich pure Symbolik und der Schockeffekt wirkt auch nach dem Lesen des Buches nach. Es sind die Fragen, die das Buch aufwirft, die wirklich wichtig sind. Wie ist das Verhalten des Menschen zu bewerten in Bezug auf Tiere und auch auf die eigene Spezies? Welchen Preis bezahlen wir für unser Ellenbogendenken? Ist der Mensch wirklich die Krone der Schöpfung oder nicht vielmehr der schlimmste Parasit, den es je gegeben hat? Von der Kritik an der politischen Führung, nicht nur in Argentinien, wollen wir hier gar nicht erst reden.</p>
<p><strong>Agustina Bazterrica: Wie die Schweine</strong> | Deutsch von Matthias Strobel<br />
Suhrkamp 2020 | 236 Seiten | <a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783518470237.html?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank" rel="noopener">Jetzt bestellen</a></p>
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		<title>Deborah Harkness: Die Seelen der Nacht</title>
		<link>https://www.wortmax.de/deborah-harkness-die-seelen-der-nacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Bergers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Nov 2022 20:17:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Genreliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Deborah Harkness]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als die Historikerin Diana Bishop in der Bodleian Library zu Oxford ein altes Manuskript zur Unterstützung ihrer Forschungsarbeit ausleiht, ist nichts mehr so wie es vorher war. Es handelt sich um das legendäre »Ashmole 782«, ein verhextes Werk, hinter dem sämtliche nichtmenschliche Existenzen dieser Welt her sind. </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://www.wortmax.de/wp-content/uploads/2022/11/die-seelen-der-nacht.jpg" alt="Deborah Harkness: Die Seelen der Nacht" title="Deborah Harkness: Die Seelen der Nacht"width="120" height="188" class="alignleft size-full wp-image-14736" />Als die Historikerin Diana Bishop in der Bodleian Library zu Oxford ein altes Manuskript zur Unterstützung ihrer Forschungsarbeit ausleiht, ist nichts mehr so wie es vorher war. Es handelt sich um das legendäre »Ashmole 782«, ein verhextes Werk, hinter dem sämtliche nichtmenschliche Existenzen dieser Welt her sind. Wir sprechen hier von Hexen, Vampiren und Dämonen, wobei Diana selbst einem altehrwürdigen, sehr mächtigen Hexengeschlecht entstammt. </p>
<p>Im Gegensatz zu ihrer weiblichen Verwandtschaft verleugnet sie ihre Abstammung und zeigt keinerlei Interesse, die in ihr schlummernden Hexenkräfte zu ergründen und anzunehmen. Das ändert sich jedoch schlagartig, denn nach ihrem überraschenden Fund wird ihr Leben gehörig auf den Kopf gestellt. Unbewusst hat sie einen magischen Schutzmechanismus gelöst, durch den sich ihr das Buch zur Verfügung gestellt hat und nun wird sie zur Zielscheibe aller nichtmenschlichen Kreaturen, die nun gnadenlos Jagd auf sie machen.</p>
<p>Die sogenannte Kongregation, ein übergeordnetes Gremium, welches zu gleichen Teilen aus Hexen, Vampiren und Dämonen besteht, wacht strikt über die Reinhaltung der jeweiligen Gene. Alle drei Spezies dürfen sich nur mit ihresgleichen paaren, Mischehen sind strengstens verboten, weil die daraus resultierenden Konsequenzen unabsehbare Folgen hätten. </p>
<p>Als Diana der Naturwissenschaftler Matthew Clairmont schützend zur Seite steht, verkomplizieren sich die Dinge gewaltig, denn er ist ein Vampir und trotz aller Unterschiede und gegenseitiger Vorbehalte verlieben sich die beiden ineinander. Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd beginnt &#8230;</p>
<p>»Die Seelen der Nacht« ist eine Mischung aus Wissenschaftsroman und Liebesgeschichte. Dass Deborah Harkness Wissenschaftshistorikerin ist, merkt man auf jeder Seite dieses Buches. Der Leser wird durch zahllose Themengebiete gelotst, die sich nahtlos in die spannende Geschichte einfügen. Diana erscheint wie ein Alter Ego der Autorin, außer dass Frau Harkness wohl sicher keine Hexe sein dürfte. </p>
<p>Im Roman werden viele Themen angerissen, die das Interesse wecken, diese eigenständig weiter zu erforschen, so dass das Buch nicht nur eine spannende und gleichzeitig herzerwärmende Romanze offeriert, sondern gleichzeitig als hervorragend lesbarer Bildungsroman die geneigte Leserschaft nach Beendigung der Lektüre klüger entlässt als vorher.</p>
<p>Mit gut 800 Seiten kann man sich wunderbar lange in der Welt von Diana und Matthew vergraben, und wer dann noch nicht genug hat, kann direkt mit dem zweiten Teil der Reihe, <a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783442381388.html?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank" rel="noopener">»Wo die Nacht beginnt«</a>, weitermachen.</p>
<p><strong>Deborah Harkness: Die Seelen der Nacht</strong> | Deutsch von Christoph Göhler<br />
Blanvalet 2013 | 832 Seiten | <a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783442377190.html?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank" rel="noopener">Jetzt bestellen</a></p>
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		<title>Douglas Skelton: Die Toten von Thunder Bay</title>
		<link>https://www.wortmax.de/douglas-skelton-die-toten-von-thunder-bay/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Bergers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Sep 2022 11:57:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Genreliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Douglas Skelton]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>»Die Toten von Thunder Bay« glänzt neben der überzeugenden Story mit ausgefeilten Charakteren, einer Menge an schottischem Lokalkolorit und legt gern den Finger in die Wunde – soziale Spannungen sind ein Thema, welches Douglas Skelton offenbar sehr am Herzen liegt, wie er auch im zweiten Band der »Rebecca Connolly«-Reihe, »Das Grab in den Highlands«, deutlich zum Ausdruck bringt. </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.wortmax.de/wp-content/uploads/2022/09/die-toten-von-thunder-bay.jpg" alt="Douglas Skelton: Die Toten von Thunder Bay" title="Douglas Skelton: Die Toten von Thunder Bay" width="120" height="188" class="alignleft size-full wp-image-14646" />Rebecca Connolly ist eine junge und sehr engagierte Journalistin bei der Wochenzeitung Highland Chronicle, einem Nachrichtenblatt aus Inverness. Sie ist gut in dem, was sie tut, verzweifelt aber an den modernen Zwängen des kostengeprägten Journalismus. Alles muss möglichst billig, ohne viel Aufwand produziert werden – maximaler Ertrag bei minimalen Kosten. Wir kennen das. </p>
<p>Geboren wurde sie auf der Insel Stoirm, einem sturmumtosten Eiland vor der schottischen Küste. Immer wieder hatte sie ihren mittlerweile verstorbenen Vater über ihre Heimatinsel befragt, aber bei diesem Thema hielt sich der alte Connolly stets äußerst bedeckt. Was ist seinerzeit dort vorgefallen, was ihm nicht über die Lippen kommen wollte? Welche Geheimnisse verbirgt ihre kleine, rauhe Heimat? Diese Fragen lassen Rebecca nicht los, und da trifft es sich gut, dass plötzlich von dort eine brisante Story lockt, der sie unbedingt nachgehen will. </p>
<p>Vor Jahren ist dort ein brutaler Mord an einer jungen Frau namens Mhairi verübt worden. Vor Gericht gestellt wurde Roddie Drummond, ihr Freund, der jedoch aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen wurde. Ein solches Urteil ist jedoch für die meisten Inselbewohner gleichbedeutend mit »schuldig, man konnte es nur halt nicht beweisen«, und so ist Roddie Drummond ein sehr unerwünschter Heimkehrer, als er sich nach dem Tod seiner Mutter aufmacht, um dort an der Beerdigung teilzunehmen. </p>
<p>Aber es gibt noch mehr Konfliktpotential auf diesem ursprünglichen Stückchen Erde: z.B. ein junger Lord, der die Insel umfunktionieren möchte zu einem Spaß- und Abenteuerparadies für Gutbetuchte, was nichts anderes heißt, als dass die gelangweilte, mit zu viel Geld und Zeit ausgestattete High Society u.a. so lustvoll wie sinnlos wehrlose Tiere töten darf, andere zweifelhafte Vergnügungen inklusive. Dagegen lehnt sich Donnie Kerr lautstark auf, eine tragische Figur, die mal mit dem Opfer zusammen war und sie seinerzeit geschwängert hat, nur um sich dann aus dem Staub zu machen und eine veritable Drogenkarriere zu starten. </p>
<p>Bei einer öffentlichen Versammlung zu diesem Thema schwingt er sich zum Rädelsführer der Gegenseite auf, bevor das Ganze schließlich fast völlig eskaliert. Weitere Geheimnisse schwelen unter der windgepeitschten Oberfläche der Insel, manche davon tragen die Inselbewohner schon sehr lange mit sich herum. Aber das eherne Gesetz von Stoirm lautet: »Dinge, die die Insel betreffen, bleiben auf der Insel.« Die Bewohner regeln ihre Probleme unter sich – oder begraben sie, manche für immer.</p>
<p>»Die Toten von Thunder Bay« glänzt neben der überzeugenden Story mit ausgefeilten Charakteren, einer Menge an schottischem Lokalkolorit und legt gern den Finger in die Wunde – soziale Spannungen sind ein Thema, welches Douglas Skelton offenbar sehr am Herzen liegt, wie er auch im zweiten Band der »Rebecca Connolly«-Reihe, <a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783832165932.html?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank" rel="noopener">»Das Grab in den Highlands«</a>, deutlich zum Ausdruck bringt. </p>
<p>All dies und die Tatsache, dass hier zur Abwechslung mal eine junge Reporterin zur Hauptfigur gemacht wurde, was neben einer im Vergleich zur Polizei alternativen Vorgehensweise auch interessante Einblicke in die tägliche Arbeit einer Lokalzeitung bringt, macht beide Bände der Reihe zu einer Empfehlung für Leserinnen und Leser, die intelligente, anspruchsvolle, spannende Kriminalliteratur zu schätzen wissen.</p>
<p><em>Slainthe mhath!</em></p>
<p><strong>Douglas Skelton: Die Toten von Thunder Bay</strong> | Deutsch von Ulrike Seeberger<br />
DuMont 2021 | 416 Seiten | <a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783832165758.html?affiliate=oQBpG59Pt0GhCE6U" target="_blank" rel="noopener">Jetzt bestellen</a></p>
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