wortmax Genreliteratur

Was machte es schon, wo man lag, wenn man tot war? In einem schmutzigen Tümpel oder in einem Marmorturm oben auf einem Berg? Man war tot, man schlief den großen Schlaf. Wer an Privatdetektiv Philipp Marlow denkt, sieht den smarten Typen, der stets gut aussieht, an dem alles abzuprallen scheint und der genauso eiskalt wirkt, wie die Typen, hinter denen…

»Abschied für Anfänger« ist ein stiller Roman mit Potenzial zu Gewaltigem. Die aus Minnesota stammende Schriftstellerin hatte 1989 für ihren Roman »Atemübungen« bereits den Pulitzerpreis erhalten. Man kann also davon ausgehen, dass sie mächtig etwas vom Schreiben versteht. Bereits der Titel dieses neuen Buches deutet an, dass es in der Geschichte um Abschied geht. Und Abschied hat immer etwas mit…

»Ich weiß, kein Aufsehen, keine Polizei, alles diskret, aber irgendeinen Hinweis, mit wem Ihre Tochter um die Häuser zieht, brauche ich schon. Oder ich fange an, in Frankfurt an jede Wohnungstür zu klopfen, arbeite mich langsam hoch nach Bad Homburg, dann durch Kassel, Hannover, Berlin, danach vielleicht Warschau oder Prag – alles Städte für junge Leute, die was erleben wollen.…

Im Westen nichts Neues? Weit gefehlt! In Andreas Zwengels neuestem Opus wird der geneigte Leser von Beginn an in eine turbulente Verfolgungsjagd um einen seit langer Zeit verschollenen Indianerschatz katapultiert. Alles beginnt mit dem buchstäblichen Auffliegen eines schlüpfrigen Etablissements namens »Archangel«, aus dessen Ruinen sich die drei Protagonisten des Buches aufmachen in eine ungewisse Zukunft. Da haben wir Mason, den…

Zwei Dutzend seiner Verwandten hatten sich in lockeren Grüppchen entlang des Stacheldrahtzaunes zu seiner Rechten aufgestellt: Wer nicht gerade in die Senke schoss, lud nach. Entstanden war diese Tradition, als einige der jüngeren Burschen während des qualvollen Wartens auf Truthahn und Pie einmal die Gelegenheit haben sollten, etwas Dampf abzulassen. (...) Als Erwachsene, die selbst Kinder hatten, erschienen sie nun…

Sie hält ihr totes Baby in den Armen. Aus der Position der Leichen schließt Art Keller, dass die Mutter ihr Kind schützen wollte. Es muss ein Instinkt gewesen sein, denkt Keller, sie muss gewusst haben, dass sie die Kugeln einer Kalaschnikow nicht mit ihrem Körper aufhalten kann. Nicht aus dieser Entfernung. Trotzdem hat sie sich weggedreht, als sie erschossen wurde,…

Er hörte jemanden »Bruno« rufen, drehte sich um und sah ein hübsches schlankes Mädchen mit hellen Haaren herbeilaufen. Sie sprang über einen Haufen ausgehobener Erde und warf sich ihm in die Arme. »Dominique«, begrüßte er sie freudig. Er kannte sie seit ihrer Kindheit. Ihr Vater, Stéphane, war ein Jagdgefährte. Er führte eine kleine Milchwirtschaft in den Hügeln und stellte den…

»Dad ist in der Garage«, sagte Charles. »Aber er - redet mit sich selbst.« »Redet mit sich selbst!« Mrs. Walton nahm ihre glänzende Plastikschürze ab und hängte sie über den Türknauf. »Ted? Na, hör mal, er redet nie mit sich selbst. Geh, sag ihm, er soll reinkommen.« Sie goss kochendheißen schwarzen Kaffee in kleine blau-weiße Porzellantassen und fing an, Mais…

Durch die staubigen Fenster von Artemis Sieben betrachtet, stand die leuchtend blauweiße Erdkugel in scharfem Kontrast zur leblos grauen Mondoberfläche. Sie schien schon fast absichtslos dort hingehängt, wie eine auf ewig unereichbare blaue Frucht, eine Tantalusqual für die Sträflinge – eine ständige Erinnerung an die extreme Art ihrer Verbannung. Niemand schenkte der Erde so viel Aufmerkamkeit wie Carver, der zehn…

Als sie alt genug war und kapierte, dass Ophelia Hamlets bipolar gestörte kleine Borderline-Freundin war, die ohne Rückfahrkarte schwimmen ging, bestand sie darauf, von ihren Freunden nur noch »O« gennant zu werden. Wobei es nicht ganz unriskant war, sich den Spitznamen »O« zu verpassen, wenn man für ohrenbetäubend laute Orgasmen bekannt war. Einmal ging O auf einer Party mit einem…

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