wortmax Filmbücher

Selten habe ich mich auf ein Buch so sehr gefreut, wie auf »Stan« von John Connolly. Das hat viel mit meiner eigenen Vergangenheit als Leser zu tun. In den 90er Jahren pflegte ich eine große Affinität zu Büchern, die die frühen Jahre Hollywoods thematisierten. Besonders ans Herz gewachsen sind mir dabei die Werke der Marx Brothers sowie die Autobiografien von…

Bücher über die Geschäfte Hollywoods mit dem Dritten Reich gibt es einige. Zum Beispiel Michael E. Birdwells »Das andere Hollywood der dreißiger Jahre« (2000, Europa Verlag), das von den Anstrengungen der Warner Bros. erzählt, die anderen Filmstudios zu einer Stellungnahme gegen die Nazis zu bewegen. Erst vor einigen Jahren erschien mit »Five Came Back: A Story of Hollywood and the…

Als nach der Bombardierung Pearl Harbours, am 7. Dezember 1941, auch die Vereinigten Staaten mobil machten, verspürte man vielerorts fast so etwas wie eine Erleichterung. Die Debatte um einen Kriegseintritt schien das Land zu zerreissen. Gerade Hollywood hatte schon früh begonnen, sich mit dem Faschismus auseinanderzusetzen, nur wollten sich viele Amerikaner nicht in Kampfhandlungen, die auf der anderen Halbkugel der…

Der finanzielle Erfolg von »Time Bandits« in Verbindung mit dem Kritikerlob für die letzten drei Python-Filme machte mich als Regisseur plötzlich interessant und erweckte fälschlicherweise den Eindruck, dass ich wüsste, was ich tue. Aber so sehr Arnon und ich diese Kuh auch melken wollten, für »Brazil« bekamen wir den Eimer einfach nicht voll genug. »Meine prä-posthumen Memoiren«, so lautet der…

Meine Lieblingsanekdote über John Ford ist folgende: Als ihm die Nachricht vom Tode seines alten Weggefährten Ward Bond erreichte, unterhielt sich der große Regisseur gerade mit dem Schauspieler Andy Devine. Bond und Devine gehörten zu den Schauspielern der sogenannten »Ford Stock Company«, die über Jahrzehnte in seinen Filmen auftraten. Fords Reaktion war typisch: Er hielt kurz inne, schaute zu Devine…

»Was wirklich passiert ist, ist egal. Was ich schreibe ist wirklich passiert. Und rate mal, was? Ich bin immer der Held«, schrieb Charles Bukowski einst. Tagebücher sind so eine Sache. Besonders, wenn der Schreiber darauf spekuliert, sie eines Tages zu veröffentlichen. Es liegt nun mal in der Natur der Sache, dass die Sichtweise eines Tagebuchschreibers recht eingeschränkt ist. Gerade wenn…

Es gibt Bücher, von denen man fürs Leben lernen kann. Weisheitsliteratur nannte Bestsellerautorin Erica Jong so was. Hier meine Lehre aus »Licht, Schatten und Bewegung«: Wenn ein Mann von kleiner Statur ist und schon ganz früh keine Haare mehr auf dem Kopf hat, sollte er besser Filmregisseur werden, wie Volker Schlöndorff. In seiner erstaunlich offenherzigen Autobiografie berichtet er über seine…

Wenn ich bei schönem Wetter in der Sonne sitze, statt brav an meinem Arbeitstisch, denke ich oft mit schlechtem Gewissen an einen Comic-Strip von Charles M. Schulz: Charlie Brown wundert sich, dass er einfach nichts von all dem schafft, was er sich vorgenommen hat. Warum nur? Im letzten Bild sieht man ihn träge vor dem Fernseher sitzen. Das interessante Buch,…

Vor mehr als zehn Jahren erschien Peter Bogdanovichs hochgelobter Interviewband »Wer hat denn den gedreht?«, der Gespräche mit Regisseuren wie Josef von Sternberg, Alfred Hitchcock, Howard Hawks und Fritz Lang enthielt. Der Nachfolgeband »Who the Hell's in it« enthält Portraits und Interviews bekannter Schauspieler und erschien leider nie auf Deutsch. Wie schon im Erstling sind es vor allem die einfühlsamen…

In früheren Zeiten wäre Werner Herzog vielleicht der spanischen Inquisition beigetreten. Er hat etwas von der Aura eines Fanatikers an sich, der in seinem Eifer sämtliche Grenzen überschreitet. Fast all seine Filme basieren auf grandiosen Visionen, die jedoch letztendlich enttäuschen. Nehmen wir zum Beispiel seinen bekanntesten Streifen »Fitzcarraldo« (1981): Ein Exzentriker, der im Urwald ein Opernhaus bauen will, lässt in…

Close