wortmax Buchvorstellungen

Ein Mann erwacht inmitten eines nächtlichen Unwetters in einem unwirtlichen Wald. Er hat sein Gedächtnis verloren, kennt weder seinen Namen noch weiß er, wie er überhaupt in diese missliche Lage gekommen ist. Ein Schrei entrinnt seinen Lippen: »Anna!« Doch wer ist diese Anna? Seine Freundin, Frau, Schwester oder vielleicht sogar jemand, der ihm Böses will? Eine unheimliche Gestalt steckt ihm…

Im Berliner Satyr Verlag ist eine neue Slam- und Lyrik-Anthologie erschienen. Da sie sich mit dem Thema Klimakatastrophe beschäftigt, ist das Buch stilecht und CO2-neutral auf Recylingpapier gedruckt und mit dem EU Ecolabel und dem Blauen Engel zertifiziert worden. 25 Prozent des Gewinns werden an Umweltschutzprojekte gespendet. Klingt diese Einleitung spöttisch? Soll sie gar nicht unbedingt, denn das Anliegen der…

Jules hat ihren Traumjob gefunden. Sie soll Wohnungssitterin im Bartholomew werden, einem legendären Hochhaus am Central Park, das auch zufällig der Schauplatz ihres Lieblingsbuches ist. Da sie sich gerade von ihrem Freund und dessen Wohnung getrennt hat, kommt der Job für sie wie gerufen. Tausend Dollar erhält sie pro Woche, aber dafür muss sie sich an einige Regeln halten: Sie…

Der Mensch ist ein Häftling, eingekerkert in einem Gefängnis namens Zeit. Ein demenzkranker Mensch ist ein Häftling, eingekerkert in einem Gefängnis, das immer schneller immer kleiner wird. Bis man keine Luft mehr bekommt. (Young-ha Kim in »Aufzeichnungen eines Serienmörders«) Der südkoreanische Autor Young-ha Kim zählt zu den bekanntesten seines Heimatlandes. Dort erhielt er alle bedeutenden Literaturpreise. Inzwischen wurden seine Romane,…

Die Welt wird mit einer nie dagewesenen Zerreißprobe konfrontiert. Überall auf der Welt wachen Frauen aus ihrem Schlaf nicht mehr auf, stattdessen sind sie eingesponnen von einem dichten, mysteriösen, spinnwebartigen Gewebe. Wer versucht, diesen Kokon zu entfernen, bereut dies bitterlich, denn sobald die Hülle mutwillig beschädigt wird, erwacht die jeweilige Person und mutiert zu einer reißenden Bestie. Es gibt keinerlei…

Schmuddelige Moskauer Tristesse im tiefen Herbst 2016: »Über den dritten Verkehrsring wälzten sich Millionen von Autos, die Scheinwerfer brannten auch bei Tageslicht, in der Luft hing der Reifendreck, aus den Unterführungen quollen die Menschen, Moskau quirlte, atmete, war lebendig. Ilja wollte es anfassen, alles nacheinander anfassen, darüberstreichen. Sieben Jahre hatte er sie berühren wollen, die Stadt Moskau.« Nach sieben Jahren…

»Beim Zombie geht es um Kontrollverlust und absolute Fremdbestimmung«, schreibt Raul Zelik, »Die Untoten faszinieren uns, weil uns das Gefühl, maschinenhaft fremdgesteuert zu sein, allzu vertraut ist.« Der Zombie dient Zelik also als generelle Metapher für das entfremdete Dasein des Menschen. Aber er untersucht auch die spezifischen Ausprägungen dieser Horror-Figur: Was unterscheidet die Untoten aus George A. Romeros »Nacht der…

Wilbrook ist eine kleine Stadt im australischen Outback. Hier sorgt Police Sergeant Chandler mit seinem Team für Ruhe und Ordnung. Was keine schwierige Aufgabe darstellt, da dort ohnehin nie etwas Aufregendes geschieht. Doch eines Tages erscheint ein junger Mann namens Gabriel auf dem Revier. Er ist blutüberströmt und berichtet, dass er gerade einem Serienmörder namens Heath entkommen sei. Chandler bringt…

Bemerkenswert, wie es Sten Nadolny gelingt, im »Glück des Zauberers« noch mit erhobenem Zeigefinger so weit ausholend den Holzhammer zu schwingen. Die Ansätze zu dieser Geschichte sind grundsätzlich interessant: Ein über 100 Jahre alter Zauberer namens Pahroc schreibt Briefe an seine neugeborene Enkelin (muss man sacken lassen, ja), als Wegweiser durch die Zauberkunst, die sie nämlich als erste in seiner…

Auch ich wollte meinem Namen entfliehen. Das Erste, was ich in der Schweiz hasste, war mein Name. Immer diese Fragen. Ich wünschte mir, Julia, Sara oder Mia zu heißen, wie andere Mädchen in der Klasse. Bis heute leide ich darunter, manchmal hängt mein Name wie ein Stein an mir. Mein Name, mein Aussehen verraten meine Herkunft, auch wenn ich akzentfrei…

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