wortmax Thomas Pynchon

Über 500 Buchvorstellungen haben wir in 10 Jahren wortmax zusammengetragen. Das Jubiläum wollen wir zum Anlass nehmen, die meistbeachteten Artikel unseres Blogs aufzulisten. Wobei wir natürlich zwischen Klicks und Lesedauer unterscheiden (müssen). Denn nicht jeder Seitenaufruf bedeutet, dass der Text auch aufmerksam gelesen wurde. Überraschend ist dennoch, dass sich unsere zwei Top-25-Listen nach Klicks und Lesedauer sehr unterscheiden. Nur sechs…

Ich mag frische, unkonventionelle und verrückte Geschichten. Geschichten über Alligatoren in der Kanalisation, elfjährige Finanzgenies, Pornos aus dem Führerbunker oder Pinocchios Rückkehr nach Venedig als alter Mann wecken unweigerlich mein Interesse. Gibt es unwiderstehlichere McGuffins als einen geheimnisvollen Film, der so unterhaltsam ist, dass die Leute ihn immer wieder anschauen, bis sie förmlich vor der Glotze verhungern? Natürlich können viele…

»DeepArcher, die Zentrale«, sagt Lucas mit einer ausladenden Darf-ich-vorstellen-Geste. Ursprünglich – und man wundert sich über ihren Weitblick – hatten die Jungs vor, einen virtuellen Ort zu erschaffen, an dem man vor den zahlreichen Misslichkeiten der wirklichen Welt Zuflucht finden kann. Ein riesiges Motel für die Geplagten, ein Asyl, das mit dem virtuellen Nachtexpress von überall, wo es eine Tastatur…

Ich habe David Foster Wallace nie kennengelernt. Unser einziges Zusammentreffen fand 1996 bei einer Party zum Erscheinen des Unendlichen Spaßes statt – die Verlagsparty, über die er später Don DeLillo schrieb, es sei die erste, die er je besucht hatte, »und wenn es einen Gott im Himmel gibt, auch meine letzte.« Die Lebensgeschichte von David Foster Wallace. Er war ein…

»Vorspring und Achterleine loswerfen!« »Frischauf jetzt … langsam und vorsichtig … sehr schön! Fertig machen zum Ablegen!« »Windy City, wir kommen!« »Hurra! Wir fliegen!« Unter derlei lebhaften Ausrufen stieg das wasserstoffbetriebene Luftschiff »Inconvenience«, seine Gondel mit patriotischen Fähnchen geschmückt, an Bord eine fünfköpfige Besatzung – allesamt Mitglieder jenes berühmten, unter dem Namen »Freunde der Fährnis« bekannten aeronautischen Clubs –, zügig…

»Es ... es gibt wie so oft auch hierbei eine gute und eine schlecht Nachricht. Wenn dieses Inferno losgelassen wird, müssen wir keine peniblen Differenzierungen vornehmen in puncto Primär- und Kollateralschäden. Wenn V diese Hölle tatsächlich entfesselt, kostet das ... Wie viele sind wir zurzeit? ... Kostet das 6,8 Milliarden Menschen das Leben.« Die zwölf schwiegen. Schließlich war es Biggs,…

Doc hatte auf dem Pasadena Freeway frisierte Rolls-Royce' voll aufgebrachter Heroindealer abgehängt, einzig darauf bedacht, mit über hundertsechzig im Nebel unbeschadet durch all die simpel konstruierten Kurven zu kommen, er war östlich des L.A. River mit nichts als einem geliehenen Afrokamm als Waffe in der Tasche in irgendwelche finsteren Gassen hineinspaziert, er war bei Gericht ein und aus gegangen, während…

Die Cäsar-Verschiebung ist die simpelste aller Verschiebechiffren und beruht auf zwei identischen Alphabeten, von denen eines schlicht in die eine oder andere Richtung verschoben wird. (...) Bei einem System mit einer Verschiebung von -1 wüsste man rasch, dass ein C im chiffrierten Text eigentlich ein D ist und immer so weiter. Nach Ansicht der Science-Fiction-Fans ist das berühmteste zeitgenössische Beispiel…

Dass beide – Frimm und Heinze – am selben Tag geboren wurden, hätte Tippi Lancaster, die gelegentlich behauptete, in die Zukunft blicken zu können, wohl in der Annahme bestärkt, dass auch der Große Geist manchmal einen schlechten Tag oder zumindest merkwürdige Ideen habe. Tatsächlich werden jeden Tag, in jeder Stunde mehrere Menschen gleichzeitig geboren. Es sterben auch einige. An jenem…

Das Ausklinken der Handgranate von ihrer Halterung aktivierte einen inneren Mechanismus. Eine Luftprobe wurde entnommen, für untauglich befunden und ein in der Zündkapsel des Sprengkörpers versteckter miniaturisierter Hologrammprojektor eingeschaltet. Joan blinzelte, als der durchscheinende Kopf John F. Kennedys in der Dunkelheit vor ihr materialisierte. »Es tut mir leid, Mitbürgerin oder Mitbürger«, sagte Kennedy in freundlichem, aber bestimmten Ton, »aber die…

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