von Matthias Penzel
Traumhaft mag so manche Teenie-Karriere sein, die in Bohlens Talentschmiede begann. Doch genauso
schnell zerplatzt oft die Seifenblase des Ruhmes. Rock'n'Roll ist da anders: er ist ehrlich, idealistisch. Er gehört
denen, die auf der Flucht sind vor Kleinbürgertum und Vernunft, auf der Suche nach Wahrheit und Gefühl.
Penzels Buch wird von Stimmungen geleitet. Es ist ein Mood-Roman. Jedes Kapitel gleicht einem neuen Song. Der Leser
ist nicht gezwungen, von vorne nach hinten zu lesen. Mit Sicherheit wird er auch nach wiederholtem Lesen überrascht,
entdeckt Zwischentöne zwischen Zeilen.

Die erfolgreiche, junge, aufstrebende Rockband ShamPain aus Deutschland schafft es bis nach Amerika - ins
big business. Der Roman erzählt aus der Sicht des Bassisten Niet, was es heißt, Erfolg, aber auch
Ideale zu haben. Der Held sucht nach eigenen Ausdrucksmöglichkeiten in der Rockmusik, doch stößt er
bei seiner Suche nach Kunst und Freiheit immer wieder an Grenzen: einerseits das Korsett aus Kommerz und Gruppenarbeit,
andererseits die Schatten der Vergangenheit - und vor ihm die Gefahr, erwachsen zu werden.
Auszug

»Dann der Bass- und Schlagzeugeinsatz: unvermittelt, fast maschinell, hart. So dass man es wahrlich nicht im
Sitzen spielen konnte. Auch der folgende Groove kam stehend besser - der, der in den Gesangsteil geht, mit seinen
klitzekleinen Funk-Referenzen vom Bass. Niet groovte in den Und. Zum geschnalzten Funk-Akzent hier und da
ging er mit dem Hals des Basses nach oben, die Geraden des Refrains spielte er mit dem Hals waagerecht - straight,
parallel zum Bühnenboden, simpel, klares Bild. Nur in der Ebene ein wenig mit dem Hals rudernd, Haare nach unten
- klassisch. Und nach dem zweiten Refrain dann - endlich - die Breaks (er könnte schwören, dass die geklaut
waren, nur von wem?), Tempo langsam zurück, alles ein bißchen ausleiernd, fast verdurstend ...«
Pressestimmen

»Seiltanz zwischen Authentizität und Kunst.« (Musikexpress)

»Laut trommelnd, wo es nötig ist gut hinzuhören, leise anklopfend, wo er die feinsinnige Seite des Musikers
beschreibt ... Als fesselndes Buch der Gegenwartsliteratur gleicht ›TraumHaft‹ einer Entdeckungsreise weg aus
einer immer gleichförmigeren, globalisierten Welt.«
(Der Tagesspiegel)

»Beachtliches Prosadebüt.« (Dietrich zur Nedden, NDR)

»Rund um die Band ShamPain spannt Penzel ein Netz von Absprachen und feindlichen Übernahmeversuchen, ein Gehaue
und Gesteche von Interessen, das seinen Helden Niet wie den Leser in einen paranoiden, deLilloesken Strudel zieht.
›TraumHaft‹ ist eines der raren belletristischen Bücher, das sich ernsthaft die Aufgabe stellt, ökonomische
Zusammenhänge abzubilden.« (junge Welt)

»Zahllose Sessions in vermüllten Proberäumen und Hunderte von Interviews mit Stars und Stümpern haben ihre
Spuren hinterlassen: Der leidenschaftliche Musiker und brillant beobachtende Journalist Matthias Penzel hat alles im Griff.«
(RockHard)

»Wir brauchen hier keine Lesungen - bei diesem Buch brauchen wir Singungen. I'm ready to rap.«
(Udo Lindenberg)
Der Autor

Matthias Penzel, Jahrgang 1966. Kindheit in Mainz, Straßburg, Kaiserslautern und Ludwigshafen. Zivildienst im Krankenhaus
Weinheim, gleichzeitig erste journalistische Gehversuche bei regionalen Zeitschriften in Heidelberg und Umgebung.

Bis 1990 als Drummer bei zwei Dutzend Bands. Zu der ersten Band stand im »Mannheimer Morgen«: »Dann
spielten Abgrund, denen nicht nur ich wünschte, dass sie bald in demselbigen verschwänden. Die schmerzenden Breaks
ihres überlauten Schlagzeugers dröhnen mir noch jetzt unangenehm im Ohr. Ganz anders dagegen Jule Neigel, die
danach...« Zu jener Zeit jüngstes Vorstands- und Gründungsmitglied des Klanghaus e. V., später
Gründer von Kulturbo. Dann in Köln, auch an der Universität, Autorenwerkstatt mit Marcel Beyer, Norbert
Hummelt usw.

Zehn Jahre in London (Chefredakteur von »Kerrang!« und »F1 Racing«), seit 2000 in Berlin. Vater von zwei
Kindern, Zoë und Nina, seit mehr als zwanzig Jahren in dieselbe Frau verschossen. Keine Hobbies.

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Zitat
Dann der Bass- und Schlagzeugeinsatz: unvermittelt, fast maschinell, hart.
So dass man es wahrlich nicht im Sitzen spielen konnte.
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von Matthias Penzel
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