Von Axel Klingenberg
Es war im Jahre 2004. Adolf Mobmann (Autor einer Kurzgeschichtensammlung mit dem Titel »Emesis«) und ich saßen eines Abends in der Taverne Havanna zusammen und planten die Gründung einer Lesebühne. »Eine Lesebühne«, erklärte ich ihm, »ist eine Bühne, auf der gelesen wird. Genauer ›Vorgelesen‹ wird. Manchmal sind auch Leute da, die zuhören.«
»So wie ein Poetry Slam?«, fragte er, denn in diesen anrüchigen Kreisen hatten wir uns kennen gelernt.
»Nein«, antwortete ich ihm. »Slams sind eher so was wie Bundesjugendspiele. Erst heißt es: Dabei sein ist alles, dann werden die Sieger gekürt und die Verlierer in der Umkleide verkloppt. Bei einer Lesebühne sind alle gleich. Eine Lesebühne ist eine Vorschau auf den Kommunismus.«
»Dann mache ich mit«, sagte er, denn er war Ehrenmitglied bei den Falken.
Es ist nicht leicht, ein Schriftsteller zu sein! Denn Schreiben ist Arbeit, und den idealen Leser und grenzenlos begeisterten Kritiker findet man sowieso nie. Oder ist es genau umgekehrt? Axel Klingenberg, Braunschweiger Schriftsteller und Literaturdienstleister, gestählt durch dauerhaften Einsatz bei Social-Beat-Veranstaltungen, Poetry Slams und auf Lesebühnen, erläutert auf gallighumorige Art und Weise die Leiden der Literaten, die Alpträume der Autoren und die Stolpersteine der Schriftsteller.
Er erzählt von absonderlichen Lesereisen und unbedeutenden Literaturpreisen, vom alltäglichen Gerangel ums Geldverdienen und Auf-die-Kinder-aufpassen. Und schlussendlich auch davon, dass man einfach mal einen guten Film anschauen sollte, statt ein Buch zu lesen oder gar zu schreiben. Dennoch bleibt Klingenberg so warmherzig, dass er keinem angehenden Autor das Schreiben verleidet. Im Gegenteil! Schließlich arbeitet er auch als Dozent für Kreatives Schreiben und Literatur an Schulen, Hochschulen und der Musischen Akademie Braunschweig.
Axel Klingenberg, geboren 1968, lebt als freier Schriftsteller und Dozent für Literatur und Kreatives Schreiben in Braunschweig. Er ist Co-Herausgeber des Buchmagazins »The Punchliner«, Gründer der Lesebühne Bumsdorfer Auslese und Mitglied des Rockliteratur-Ensembles »Read 'em all«. |
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Zitat
Eine Lesebühne mit zwei Leuten ist ein bisschen klein, fanden wir. Dann muss man ja jeden Monat bei einer Veranstaltungsdauer von 90 Minuten für 45 Minuten Text schreiben.
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Von der Kunst ein Schriftsteller zu sein
Von Axel Klingenberg
Oktoberverlag, November 2010
140 Seiten,
ISBN 978-3-938568-96-5
Seitenwechsel
Oktober Verlag, Münster
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