Braunschweiger Geschichten
Bernd Franke, Danilo Popivoda, Franz Merkhoffer, Dieter Zembski,
Karl-Heinz Handschuh, Wolfgang Grzyb – ja, das waren noch Namen.
Sie waren zu einer Zeit geläufig, als Eintracht Braunschweig
noch zur Ersten Fußball-Bundesliga gehörte und sogar am europäischen
Wettbewerb, dem UEFA-Pokal, teilnahm. Das ist lange her,
so lange, dass man heute glaubt, der Fußballsport sei auch erst um
diese Zeit erfunden worden. Ja, liebe Freunde, wir machen schon
wieder eine Zeitreise, zurück in die Siebziger, als ein Klaus Fischer
noch horizontal durch den Strafraum segelte und man über alberne
Video-Schnipsel wie das Fußballballett lachen konnte. Wir hatten
sonst ja nichts.
Die ARD zeigte am späten Samstagnachmittag lediglich drei
Bundesligaspiele und die auch nur in Ausschnitten. Moderiert wurde
das Ganze vom seinerzeit berühmtesten Seitenscheitel der Nation:
Ernst Huberty. Trotz Ernst – ich hatte meinen Spaß! Vor allem,
wenn die Onkels aus Braunschweig, Hamburg und Köln gleichzeitig
zu Besuch waren. Dann türmte sich in der guten Stube das Flaschenbier,
und es wurde stundenlang philosophiert: über Eintracht, HSV
und den 1. FC. An der Zimmerdecke waberte ein grauer Nebelteppich.
Es roch nach Zigarre, Overstolz und Ernte 23. Wir Kinder saßen
mittendrin statt nur dabei.

(Holger Reichard, 3. Kapitel: Balleroberung)
Eintracht und Zwietracht. Braunschweiger Geschichten

Braunschweiger Schriftsteller verraten die letzten Geheimnisse über die Metropole an der Oker. Mit Beiträgen von Till Burgwächter, Luc Degla, Hartmut El Kurdi, Gerald Fricke, Uli Hannemann, Axel Klingenberg, Holger Reichard, Wiebke Saathoff und Frank Schäfer. Covergestaltung und Illustration: Roberta Bergmann.
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Inhalt

Holger Reichard: 1. Kapitel - Braunschweig |
Luc Degla: Ein Braunschweiger in Paris |
Gerald Fricke: Man liest es nicht gern |
Frank Schäfer: Stadt des Blockwarts |
Luc Degla: Braunschweigische Großzügigkeit |
Axel Klingenberg: Stadtführung I – Die Vorzeigestadt |
Gerald Fricke: Born to Bolzplatz |
Holger Reichard: 2. Kapitel - Größenverhältnisse |
Gerald Fricke: Sommer der Liebe ’67 |
Uli Hannemann: Ich bin da geboren |
Gerald Fricke: Schwaken erst ab Ölper! |
Frank Schäfer: Von München lernen heißt lieben lernen |
Holger Reichard: 3. Kapitel - Balleroberung |
Gerald Fricke: Der »Pferdefranz« |
Till Burgwächter: Blau und Gelb wie Schnee |
Frank Schäfer: Volle Bedienung |
Axel Klingenberg: Wie ich einmal Fußballfan werden wollte |
Frank Schäfer: Wenn der Hunger kommt |
Wiebke Saathoff: Heavy in Love in Braunschweig |
Holger Reichard: 4. Kapitel - Liebesmühe |
Till Burgwächter: Irrlichter |
Frank Schäfer: Geklaute Kakerlaken |
Frank Schäfer: Historische Lokale: Die Funzel | Luc Degla: Zwölf Kilometer für eine Bratwurst |
Holger Reichard: 5. Kapitel - Aufbruchstimmung |
Luc Degla: Julia, das FBZ und die Baßgeige |
Gerald Fricke: Onkel Sepp hat geheiratet |
Frank Schäfer: Bäuche und Bräuche | Hartmut El Kurdi: Taxidriver reloaded |
Gerald Fricke: Lino in Lehndorf |
Frank Schäfer: Unser sauberes Braunschweig|
Hartmut El Kurdi: Schwule Römer |
Gerald Fricke: Geschichte zum Anfassen |
Axel Klingenberg: Ausweiskontrolle mit Pedder Teumer |
Frank Schäfer: Bilderstürmer |
Axel Klingenberg: Stadtführung II – Verdammte Sozis |
Gerald Fricke: Tour de Demütigung |
Hartmut El Kurdi: Heinrich, das Löwenmäulchen|
Axel Klingenberg: Stadtführung III – Kuscheln am Hindukusch |
Gerald Fricke: Lok Lünischteich – Das Grauen in Bordeaux |
Holger Reichard: 6. Kapitel - Resümee |
Till Burgwächter: Sind Sie ein echter Braunschweiger? |
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Zitat
Als ich in der Latenzperiode war, hielt ich alle Mädchen für doof und Braunschweig für eine riesige Stadt.

Bestellen
Eintracht und Zwietracht.
Braunschweiger Geschichten
Herausgeber: Axel Klingenberg
Verlag Andreas Reiffer, April 2011
120 Seiten, ISBN 978-3-934896-31-1

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Verlag Andreas Reiffer

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