| Penzel Rocks |
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| Seit Herbst 2007 erhältlich: ROCKS - die ideale Musikzeitschrift für erwachsene Rock-Fans. Matthias Penzel ist mit von der Partie. |
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»Die Sache ist ganz einfach. Wer glaubt oder weiß, wie kraftvoll ein Image wirkt, kann diesen Absatz gleich überspringen. Erklärt ist der Draht zwischen Augapfel und Herz schnell: Du gehst zu einer wunderbaren Frau (Nutte oder Jugendliebe: egal), sie verbindet dir die Augen, macht dir irgendwann die Hose auf und befingert und befummelt dich mit was-auch-immer dergestalt, dass dir der Hut wegfliegt. Andere Szene: Die Augen sind schon verbunden, dir ist schwer einer abgegangen, weil du gerade so gekonnt bearbeitet worden bist, und nun siehst du, vielleicht nur für einen Augenblick, dass vor dir ein zahnloser Knilch kniet, einer vom Penner-Brunnen im Stadtpark. Wirst du ein zweites Mal zu ihm gehen? Wird es ein zweites Mal geben? Image zählt. Der Look. Also die Hülle oder Plattenhülle, Rouge oder Nadelstreifen: die ganze Aufmachung, das ganze Paket.
Als im Spätsommer 1987 die Platte mit dem Bestellcode WX 15 924 148-1 in die Läden kam, war sie ein Produkt unter vielen: one in a million. Im Regal wurde klar, was nicht jeder Zeitschriftengrafiker wusste, nämlich dass der Bandname nicht oben, sondern links stand, sodass man zum Lesen den Kopf quer legen musste. Komischer Name. Schrifttyp wie aus dem Wilden Westen, nur gestauchter. Die Typen auf der Rückseite der Hülle: eher dürr als schlank. Auch nicht so richtig einzuordnen. Nicht neu oder originell, schon gar nicht Avantgarde, aber nicht so, wie man es tausende Mal zuvor gesehen hatte. Jedenfalls nicht auf Plattencovern der letzten Jahre. Wollten das Poser sein, nur dass ihnen das Haarspray ausgegangen war? Oder Trasher, die nicht schnell konnten (quasi das Gegenstück zu Lååz Rockit, die aussahen wie Ratt und klangen wie Exodus - na, gute Nacht, wer kann sich denn daran erinnern!?*@)?
Guns N' Roses sahen nicht auffällig aus, aber sie sahen auch nicht aus wie irgendeine andere Band. Okay: ein bißchen wie Faster Pussycat, von denen man wusste (oder sich denken konnte), dass der eher pummelige Sänger zugleich Geschäftsführer oder Manager oder Besitzer eines Clubs auf dem Sunset Strip war.«
Auszug aus dem Artikel »Kaputt in Hollywood« von Matthias Penzel, »... der sich im Dschungel zwischen Kalkül & Kunst, in der Interzone von Provo & Prolo umgesehen hat.« Nachzulesen in ROCKS, Ausgabe 6/2007. |
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