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Bumsdorfer Nachlese 02/2010
Ein kurzer Rückblick auf die Bumsdorfer Auslese vom 23. April 2010. Mit den Ensemble-Migliedern Axel Klingenberg, Wiebke Saathoff, MarcD. aus W., Daniel Terek, Holger Reichard, Play-it-again-Ben Büttner sowie den Gästen Michael Völkel und Max Lüthke.
 

Michael VölkelEndlich! Grillwetter! Schade nur, dass die Leute bei einem solchen Wetter auch lieber Grillen, statt einer lustigen Lesung in geschlossenen Räumen beizuwohnen. Die zweite Bumsdorfer Auslese des Jahres 2010 war daher nicht ganz so gut besucht wie die erste Anfang Januar, als wir trotzig dem Schneepürzel von Daisy die Stirn boten. Gut gefüllt waren die Räumlichkeiten in der KaufBar aber allemal. Außerdem sahen wir viele neue Gesichter, es sei denn, ein Teil unseres Stammpublikums hat sich kürzlich weitgreifenden Gesichtsoperationen unterzogen. Vielleicht lässt aber auch das Erinnerungsvermögen der Bumsdorfer allmählich zu wünschen übrig.

»Lost in Cyberspace« war das Motto des Abends, ein dämliches Motto, wie die meisten Autoren in ihren Vorträgen bemerkten. An komischen Einfällen und erschütternden Erlebnisberichten zu diesem Thema mangelte es seltsamerweise nicht. So bekam das geneigte Bumsdorf-Publikum unter anderem Einblicke in das aufregende Leben eines Farmville-Bauern, durchforstete gemeinsam mit Michael Völkel (»Schade, dass du endlich weg bist«) die Untiefen von Special-Interest-Single-Foren und wurde alarmierend darauf hingewiesen, dass es eigentlich »Lost without Cyberspace« heißen müsste, zumindest dann, wenn man – so Telekom will – ganz plötzlich ohne Internetanschluss dasteht.

Beziehungen, familiäre, freundschaftliche und vor allem gewünschte, prägten den zweiten Bumsdorfer Vortragsblock. Michael Völkel präsentierte unter anderem die Single-Tapete der Innenarchitektinnen Susanne Schmidt und Andrea Baum, die Kuchenform »Back Dir Deinen Traummann« und – wenn nichts mehr hilft – das Kopfkissen »Flenn doch!« – mit integriertem Kleenex-Spender. Nicht unpassend dazu der Beitrag von Max Lüthke. Seine Geschichte über einen liebeshungrigen Großtstadtmenschen soll Bumsdorfer Gerüchten zufolge demnächst verfilmt werden, als eine Fortsetzung von »Schlaflos in Seattle«. Titel: »Notgeil in Hannover«.

Mittendrin (statt nur dabei) beglückte uns wie immer der Helmut Zerlett von Bumsdorf: Ben Büttner. Er saß dieses Mal nicht nur vor dem Klavier, sondern hatte auch noch ein 80er-Jahre-Keyboard mit in die KaufBar geschleppt und sich ein Paar Insektenflügel auf den Rücken gespannt. Warum er das getan hat, weiß niemand. Doch wir sind zuversichtlich, dass wir uns eines Tages nicht mehr in den weiten Gedankengängen unserer musikalischen Führungskraft verlaufen werden, sondern sie sicheren Fußes durchschreiten und all das verstehen, was unseren lieben Ben bewegt.

Dank eines wie immer sehr sympathischen Publikums ging der Abend für uns schnell vorüber, so schnell, wie er begonnen hatte. Vor uns liegt nun eine quälend lange Sommerpause. Doch das mühsame Warten an bezaubernden Mittelmeerstränden Europas lohnt sich. Denn ab den 10. September beglücken wir Euch alle zwei Monate mit unserer beschaulichen Lesebühne. Wir wollen es nicht beschreien: Aber so oft, wie wir dann lesen, könnt Ihr nicht grillen.

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Die Bumsdorfer Auslese, Braunschweigs
abgeklärteste Lesebühne, wird unterstützt von:


Verlag Andreas Reiffer
 

 
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