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Die Marx Brothers in Hamburg
Die drei brot- und talentlosen Künstler Ebbo, Melli und Sergej versuchen gemeinsam ihre existenziellen Probleme zu bewältigen und schaffen es am Ende auf turbulente Marx-Bros.-Weise, sich aus der Affäre zu ziehen. Drehbuch zu einer Musikkomödie von Holger Reichard
 
 
Die Marx Bros. in HamburgEbbo Marx, Melli Morgenstern und Sergej Towwaritsch sind drei junge Künstler auf der Suche nach dem Erfolg. Sie haben einen beschwerlichen Weg vor sich. Denn ihre künstlerischen Fähigkeiten lassen sehr zu wünschen übrig. Zudem haben sie einige Probleme am Hals. Ebbo, ein miserabler Jazz-Pianist, ist ständig auf der Flucht vor einem Geldeintreiber. Sergej, ein illegal in Deutschland lebender Maler, wird von der Ausländerbehörde gejagt. Und die schüchterne Schauspielerin Melli muss sich gegen die Intrigen ihres Vaters, einem erzkonservativen Stadtpolitiker mit Einfluss, zur Wehr setzen. Denn dieser will unbedingt, dass seine Tochter Juristin wird.

Nachdem Ebbo sein einziges Engagement verliert, kurz darauf zusammen mit seinem Nachbarn Sergej aus der Wohung geworfen wird und Melli auf die finanzielle Unterstützung ihres Vaters verzichten muss, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Mit unerschütterlichen Optimismus, verborgenen Talenten und etwas Glück gelingt es den drei liebenswerten Protagonisten, vor ihren Problemen zu flüchten.

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Am Ende treffen alle Probleme aufeinander. Es kommt zu einem spektakulären Showdown in einer Kunstgalerie. Melli kann sich von ihrem Vater befreien: dank Ebbo. Ebbo wird vor seinem Gläubiger gerettet: dank Sergej. Und Sergej?

Sergej ist der einzige Verlierer in dieser Geschichte, aber auch der Held. Denn ohne ihn hätten Ebbo und Melli nie zu ihrem Glück gefunden. Deshalb gebührt Sergej das letzte Wort, mit dem er verspricht, nach Deutschland zurückzukommen und weiterzumachen.

Kritik
Der Autor zeichnet eine Story, (...) die ihren Charme den liebenswerten Figuren und zahlreichen Einfällen zu verdanken hat. (...) Angedeutete Szenenübergänge wie das Überblenden von Schwarzbildern auf Sergejs schwarzes Gemälde zeugen von schönen visuellen Ideen des Autors, die ohne weiteres ausbaufähig sind. Auch das Einbeziehen der Marx-Bros.-Maskierungen stellt sich als gelungener Einfall dar, der in der Schluss-Sequenz durch die turbulente Fluchtnummer geschickt in das Gesamtkonzept integriert wird.

(Auszug aus dem Lektorat anlässlich des 2. Drehbuchcafés
beim 6. Internationalen Filmfest Oldenburg 1999)


Hintergrund
Die Story wurde Mitte/Ende der 90er Jahre zum Teil innerhalb der Autorengruppe Nord des Film- und Medienbüros Niedersachsen erarbeitet. Treatment und Drehbuch liegen in einer vierten Fassung vor.

 
Seitensprünge
Filmfest Oldenburg
Die Website des Int. Filmfests Oldenburg