Über 500 Buchvorstellungen haben wir in 10 Jahren wortmax zusammengetragen. Das Jubiläum wollen wir zum Anlass nehmen, die meistbeachteten Artikel unseres Blogs aufzulisten. Wobei wir natürlich zwischen Klicks und Lesedauer unterscheiden (müssen). Denn nicht jeder Seitenaufruf bedeutet, dass der Text auch aufmerksam gelesen wurde. Überraschend ist dennoch, dass sich unsere zwei Top-25-Listen nach Klicks und Lesedauer sehr unterscheiden. Nur sechs Bücher sind in beiden Rankings vertreten. Unsere Hitliste nach Klicks findet Ihr hier.

Hier unsere Top 25 nach Seitenaufrufen mit längerer Lesedauer (stand: 31. Juli 2017). Eine zweite interessante Liste mit vielen interessanten Buchtipps. Erneut starten wir von hinten.


PLATZ 25
Konrad Lorenz: Der Rohrkrepierer
Vorgestellt von Holger am 20. Februar 2011

Das Buch »Rohrkrepierer« erzählt auf außergewöhnliche Weise von einer außergewöhnlichen Kindheit und Jugend. (…) Autor Konrad Lorenz (Jahrgang 1942) ist im St. Pauli der Nachkriegszeit aufgewachsen, in den weniger im Rampenlicht stehenden Jahren zwischen Hans Albers und den Beatles, zwischen Große Freiheit Nr. 7 und dem Star-Club. Es fehlt an Vätern, gänzlich oder zumindest an körperlich und seelisch unversehrten. Die Mütter halten sich und den Rest der Familie mit Kohlenklau und illegalem Tauschhandel über Wasser, und die Kinder spielen in den Ruinen, die der Bombenkrieg zurückgelassen hat. So auch Kalle, von seiner Kindheit und Jugend erzählt das Buch, von seiner Familie, seinen Freunden, seiner ersten Liebe und seinen Erlebnissen in einer Welt von Säufern, Prostituierten, Zuhältern, Seeleuten und durchreisenden Künstlern.


PLATZ 24
Clint Lukas: Nie wieder Frieden
Vorgestellt von Holger am 11. Oktober 2016

Clint Lukas mag es, aus Bars hinaus geworfen zu werden, er mag Narben, Muskelkater und Büchsenbier. Was er nicht mag: Menschen, die im Zug zu den Türen drängeln, noch bevor der Bahnhof erreicht ist, Frauen, die nach dem Sex gleich ins Bad rennen, oder auch Leute, die ihr Wechselgeld nachzählen. Es gibt noch weitere Dinge, die der Berliner Autor mag bzw. nicht mag. Er zählt sie am Ende seines Buches »Nie wieder Frieden« in einem längeren Gedicht auf. Seine Einstellung zum Leben lässt sich hier auf kürzestem Wege herauslesen. Er mag das Unangepasste, Unbequeme, Unerwartete. Spießertum, Konformität und politische Korrektheit sind ihm ein Gräuel. Entsprechend wild präsentieren sich seine Erzählungen.


PLATZ 23
Irvine Welsh: Das Sexleben siamesischer Zwillinge
Vorgestellt von Andreas am 27. Juli 2015

Fitnesswahn, Realitysendungen, Boulevardjournalismus, Intrigen. Miami ist ein hochtouriges Tollhaus und Irvine Welsh steht als Dompteur in der Mitte. Seine Heldin ist vulgär, tough, bisexuell und lässt an nichts und niemandem ein gutes Haar. Zum großen Vergnügen des Lesers, denn das alles ist respektlos, schnoddrig und ziemlich witzig. (…) Irvine Welsh hat seit »Trainspotting« einige hervorragende Bücher geschrieben. »Das Sexleben siamesischer Zwillinge« ist mindestens so gut wie »Drecksau«


PLATZ 22
Neal Stephenson: Amalthea
Vorgestellt von Andreas am 1. Februar 2016

»Amalthea« ist kein Actionkracher für Armageddon-Fans, sondern in der ersten Hälfte ein technisches Gedankenspiel über die Machbarkeit und Umsetzung, bei einem drohenden Untergang der Erde das Überleben der Menschheit zu sichern. Dies geschieht in so detaillierter Form, dass man annehmen darf, der Roman könne als Handbuch für einen solchen Ernstfall dienen. Wie immer bei Stephenson wird die Geschichte auf über tausend Seiten erzählt und verliert sich stellenweise in ausufernden, technischen Beschreibungen. Man braucht als Leser etwas Geduld, aber Stephenson greift dafür auch viele Aspekte auf, die man als Laie niemals in Betracht ziehen würde, sodass man aus dem Staunen kaum herauskommt. In der zweiten Hälfte ist der Roman eine Science-Fiction-Spekulation über eine mögliche neue Zukunft der Menschheit.


PLATZ 21
Bruno Preisendörfer: Als Deutschland noch nicht Deutschland war
Vorgestellt von Holger am 7. September 2015

Auf Grundlage von historischen Briefen und Reisebeschreibungen sowie zeitgenössischen Handbüchern und Lexika leuchtet Bruno Preisendörfer den Alltag zu Zeiten Goethes aus. Durch alle Schichten und bis ins kleinste Detail. Wie reisten die Menschen damals von A nach B, wieviel Zeit benötigten sie dafür und vor allem mit welchen – heute unvorstellbaren – Schwierigkeiten hatten sie dabei zu kämpfen? Wie gestaltete sich für Goethe und seine Zeitgenossen das Leben in der Stadt und auf dem Lande? Was gab es damals für wen zu essen und zu trinken? Welche Kleidung wurde getragen? Auf diese und viele weitere Fragen gibt Preisendörfer ausführlich Antwort.


PLATZ 20
Ernst Friedrich: Krieg dem Kriege
Vorgestellt von Holger am 31. März 2014

»Krieg dem Kriege« ist in erster Linie ein Bildband. Die Fotos zeigen vom Ersten Weltkrieg verwüstete Landschaften, Giftgaseinsätze, Hinrichtungen, Leichenberge, massenweise verstümmelte und geschändete Körper sowie jede Menge Soldaten, denen die Gesichter fehlen: weggeschossen, weggesprengt oder auf eine andere brutale Weise entstellt. Es sind grausame Bilder. Sie verstören, auch in heutiger Zeit noch, in der wir glauben, durch die Kriegsbilder aus aller Welt immun gegen schockierende Aufnahmen wie diese zu sein.


PLATZ 19
Heinrich Römisch: Jazzkalender 2017
Vorgestellt von Holger am 28. November 2016

Der Jazzkalender 2017 von Heinrich Römisch zeigt großartige Bilder von großartigen Musikern. Folgende Jazz-Legenden rufen die Monate von Januar bis Dezember in Erinnerung: Michel Petrucciani, James Blood Ulmer, Joachim Kühn, Charles Mingus, Chet Baker, Louis Armstrong, Sonny Rollins, Charlie Haden, Ray Charles, Dizzy Gillespie, Lester Bowie, John Coltrane und Michel Godard. Wer sich für Jazz und Kunst interessiert oder Freunde hat, die sich für Jazz und Kunst interessieren und diese beglücken möchte, findet in diesem Kalender ein wunderschönes Geschenk.


PLATZ 18
Joe R. Lansdale: Gekreuzigte Träume
Vorgestellt von Andreas am 19. September 2016

Joe R. Lansdale ist ein Vielschreiber, ohne dass darunter die Qualität seiner Geschichten leiden würde. Die Sammlung »Gekreuzigte Träume« präsentiert historische Kriminalgeschichten und wilde Mischungen aus Mystery-, Horror- und Science Fiction. Einige der Geschichten sind zuvor schon in Anthologien erschienen, aber der größte Teil war bisher nicht in deutscher Sprache erhältlich. Eine sehr gute Gelegenheit, diesen ausgezeichneten und sehr unterhaltsamen Autor endlich besser kennenzulernen. Die hier vorgestellte Ausgabe ist limitiert und von Lansdale persönlich signiert. Da es sich um einen Privatdruck handelt, verfügt das Buch über keine ISBN. Es ist nur über den Verlag erhältlich.


PLATZ 17
Thomas Pynchon: Vineland
Vorgestellt von Andreas am 20. Juli 2007

»Vineland« gilt allgemein als Thomas Pynchons zugänglichstes Buch, weil es eine nachverfolgbare Handlung besitzt, über ein einigermaßen übersichtliches Personal verfügt und – nach seinen Maßstäben – sehr konventionell geschrieben ist. Das mag alles stimmen, aber dennoch ist es kein Buch für Zwischendurch, sondern eine lohnenswerte Lektüre, die den Einsatz des Lesers fordert. Pynchons Texte werden ihm nicht auf einem silbernen Tablett gereicht, damit er sie entspannt genießen kann. Es ist mehr so, als kämpfte man mit einem hungrigen Tier um jeden Bissen und alles, was man für sich erobern kann, zählt unendlich viel.


PLATZ 16
Juli Zeh: Corpus Delicti. Ein Prozess
Vorgestellt von Mariel am 21. November 2016

Der Roman »Corpus Delicti« von Juli Zeh ist mehr als eine Warnung vor totalitären Systemen. Er appelliert an die Menschheit, nicht den Drang nach Freiheit und unabhängigen Entscheidungen zu verlieren und das kritische Denken nicht den anderen zu überlassen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstbestimmung und dieses kann von niemandem übernommen werden. »Corpus Delicti« lässt sich leicht und schnell lesen und vermittelt gleichzeitig eine tiefgreifende Botschaft.


PLATZ 15
Heike Guderjahn: April, Sturm und andere Turbulenzen
Vorgestellt von Renate am 20. Juli 2015

Der Erzählband »April, Sturm und andere Turbulenzen« wurde von Heike Guderjahn in der Edition Büchergilde herausgegeben. In den Geschichten kommen namhafte Autorinnen zu Wort, u. a. Marguerite Duras, Virginia Woolf, Katherine Mansfield, Ingeborg Bachmann, Anna Seghers, Tania Blixen, Kate Chopin. Ihre Erzählungen haben es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Sie sind inspiriert von echten Erfahrungen, weit entfernt von Klischees. Ihre Sprache ist reich und vielfältig, immer unverblümt und nachdrücklich. Und das in einem Zeitalter, in dem Frauen einen Skandal auslösten, wenn sie über ihr Gefühlsleben schrieben, geschweige denn das Geschriebene veröffentlichten.


PLATZ 14
Martin Suter: Die dunkle Seite des Mondes
Vorgestellt von Sabine am 1. März 2009

»Die dunkle Seite des Mondes« von Martin Suter ist eine psychologisch – und medizinisch? – nicht besonders tiefsinnige oder glaubwürdige Geschichte, aber trotzdem sehr, sehr spannend von der ersten bis zur letzten Seite, nicht zuletzt durch die Genresprünge, die den Leser immer wieder auf eine falsche Fährte führen und quasi mehrere Geschichten in einer bieten. Das perfekte Buch für eine langweilige Zugfahrt von ungefähr sechs Stunden.


PLATZ 13
Adam Johnson: Das geraubte Leben des Waisen Jun Do
Vorgestellt von Renate am 29. April 2013

Der zweite Roman des amerikanischen Autors Adam Johnson, »Das geraubte Leben des Waisen Jun Do«, spielt in Nordkorea. Johnson reiste eigens zur Recherche in das abgeschottete Land, sammelte zur Freude seiner Leser viele Fakten und verpackte diese in eine äußerst dramatische wie anrührende Geschichte. Seine Hauptfiguren entwickeln die Hoffnung und Zuversicht, dass Freundschaft und Liebe mehr wert sind als die bedingungslose Treue zu einem staatlich verordnetem System und seinem selbsternannten »Geliebten Führer«. Das Buch, das den berühmten Pulitzer-Preis erhielt, ist ein literarischer Hochgenuss!


PLATZ 12
Frank Wedekind: Frühlings Erwachen
Vorgestellt von Renate am 14. Dezember 2015

Anlässlich des 150. Geburtstages von Frank Wedekind hat der Kunstanstifter Verlag das Jugend-Drama »Frühlings Erwachen« erstmals als illustriertes Buch herausgebracht. Die junge aus Thüringen stammende Künstlerin Roberta Bergmann übernahm die Buchgestaltung und Illustration. Ihr ist damit ein Coup gelungen, der sich auf den ersten Blick den klassischen Dramen verpflichtet fühlt, zugleich jedoch jung und extravagant wirkt. Die ausdrucksvollen Bilder in eher gedeckten Farben ziehen den Betrachter geradezu in die Zeit des Jugendstils.


PLATZ 11
Yuval Noah Harari: Sapiens. A Brief History of Humankind
Vorgestellt von Sabine am 6. Juli 2015

Es kommt nicht oft vor, dass ein Geschichtsbuch ein Bestseller wird. Der Autor Yuval Noah Harari, der an der Universität Oxford in England promoviert hat und zur Zeit als Geschichtsprofessor in Jerusalem tätig ist, hat das mit einem Werk geschafft, das den leicht ironisch anmutenden Titel »Sapiens. A Brief History of Humankind« (»Eine kurze Geschichte der Menschheit«) trägt. Ironisch, weil der Zeitraum, den er beleuchtet, nicht weniger als 2,5 Millionen Jahre umfasst, von der Entstehung der ersten Menschenarten in Afrika bis heute. Das Buch ist mit knapp 500 Seiten auch nicht kurz, aber äußerst kurzweilig.


PLATZ 10
Bruno Preisendörfer: Als unser Deutsch erfunden wurde
Vorgestellt von Holger am 25. Juli 2016

Erneut gelingt es dem Autor, eine der bedeutendsten Epochen der deutschen Kulturgeschichte auf außergewöhnliche Weise zu vermitteln, indem er vor allem den Alltag der in der Lutherzeit lebenden Menschen beleuchtet und dabei all jene Fakten, die in herkömmlichen Geschichtsbüchern zu finden sind, nur zur zeitlichen Orientierung nutzt. Und so erfahren, oder besser gesagt erleben wir auf 472 Seiten u.a. sehr detailliert, wie schrecklich kalt, dunkel und zugig es in den Burggemäuern war, wie ebenfalls unangenehm es sein konnte, wenn das Stroh in der Bettwäsche zu faulen begann und dass, wenn der Hunger nagte, Singvögel wie Amsel, Drossel und Star in die Pfanne gehauen und fast vollständig verzehrt wurden. Die Eingeweide (Schnepfendreck) kamen fein gehackt und gut gewürzt aufs Weißbrot.


PLATZ 9
Tom Wolfe: Die Helden der Nation
Vorgestellt von Sabine am 11. April 2016

Dieses Werk, meist als Reportageroman klassifiziert, passt wirklich gut in die Serie der Zeit-Bibliothek der verschwundenen Bücher. In ihm beschreibt Tom Wolfe, geboren 1931 und noch immer als Autor aktiv, die Anfänge des amerikanischen Raumfahrtprogramms in den frühen 1960er-Jahren, als sich die USA und die Sowjetunion ihren Wettlauf zum Mond lieferten. Als Wolfe den Roman schrieb – erschienen ist er 1979 – war die Begeisterung über den Aufbruch ins All zwar bereits auch schon etwas abgeflaut, aber wohl kein anderes Buch fängt die euphorische Stimmung jener Tage so eindrücklich und lebendig ein wie »Die Helden der Nation«.


PLATZ 8
Ian McEwan: Psychopolis
Vorgestellt von Andreas am 9. Dezember 2013

Los Angeles als Sinnbild des Sittenverfalls und der Dekadenz. Ein modernes Babylon und mittendrin ein englischer Schriftsteller, der des Lebens in der Stadt überdrüssig geworden ist und nun plant, in seine Heimat zurückzukehren. Die Reize der Stadt der Engel haben sich ihm nie erschlossen und er verbrachte die meiste Zeit in seiner Wohnung. Bevor er abreist, möchte er mit seinen wenigen Freunden in der Stadt eine Abschiedsparty feiern. Darunter eine Feministin mit einer Vorliebe für Fesselspiele, einem Frauenhelden und einem Partyzubehörverleiher. Man redet und streitet über Feminismus, Religion und Waffenbesitz. (…) »Psychopolis« ist schon älter und stammt aus der Kurzgeschichtensammlung »Zwischen den Laken« von 1982. Die einzige Kritik, die man an dieser Kurzgeschichte üben könnte, ist, dass sie genau das ist: Eine Kurzgeschichte.


PLATZ 7
Rudyard Kipling: Über Bord
Vorgestellt von Renate am 14. Dezember 2015

Harvey Cheyne ist der Erbe eines Millionenvermögens. Seinem Vater gehören Eisenbahnen, Bergwerke und Wälder. Er ist verwöhnt, überaus privilegiert und verzogen. Wie kann sich so ein Mensch entwickeln? Rudyard Kipling gibt die Antwort darauf in seinem Bildungsroman »Über Bord«, höchst rasant und mit scharfem Sachverständnis, dass man sich beinahe in einem aktuellen Action-Thriller wähnt. Gut, dass die Edition Büchergilde dieser beliebten Geschichte (…) eine besonders edle Ausgabe gewidmet hat.


PLATZ 6
George Sand: Sie und Er
Vorgestellt von Renate am 4. April 2016

Sie trug Männerhosen und verwendete das männliche Pseudonym »George Sand« für ihre Publikationen. Die im Jahre 1804 als Amantine-Lucile-Aurore Dupin geborene Schriftstellerin war die berühmteste ihrer Zeit. Neben ca. 100 Romanen hinterließ die Vielschreiberin unfassbare 40.000 Briefe, darunter Korrespondenzen mit wichtigen Künstlern wie Gustave Flaubert, Franz List, Frédéric Chopin und natürlich Alfred de Musset. Ihre dramatische Beziehung zu letzterem beschreibt sie in ihrem berühmten Roman »Sie und Er«. Ein Buch, das beinahe vergessen und Ende letzten Jahres im Rahmen der »ZEIT-Bibliothek der verschwundenen Bücher« wieder aufgelegt wurde. Unter dem Originaltitel »Elle et Lui« 1859 erschienen, löste es in Frankreich einen Skandal aus.


PLATZ 5
Frank Schäfer: Der Couchrebell
Vorgestellt von Holger am 24. August 2015

Nichts ist so komisch wie das Scheitern. Dieser alten Komödieningredienz scheint sich der Braunschweiger Buchautor und Journalist Frank Schäfer, Verfasser geistreicher Kolumnen und Essays (u.a. für Rolling Stone, NZZ, taz, Titanic und ZEIT-Online) sehr wohl bewusst. In seinem Buch »Der Couchrebell« rollt er für sich und seine Altersgenossen höchst unterhaltsam die rebellischen Momente in seinem Leben auf – mit den erwartet tiefen Abgründen zwischen Wunsch und Wirklichkeit, zwischen Anspruch und Realität. Seine sehr persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse verknüpft Schäfer geschickt mit Sternstunden der Rebellion aus Pop- und Literaturgeschichte.


PLATZ 4
Isabel Bogdan: Der Pfau
Vorgestellt von Holger am 14. März 2016

Eine Gruppe von Bankern aus London besucht für eine Teambuilding-Maßnahme die schottischen Highlands. Die verwöhnten Großstädter haben ein Cottage von Lord und Lady McIntosh gemietet, das nicht den allerbesten Komfort bietet. Doppelbetten, veraltete Elektrik, schlecht isolierte Zimmer und eine lauwarme Tröpfeldusche. Das allein könnte schon der Plot für eine unterhaltsame Geschichte sein. Es sind aber nicht die falschen Erwartungen der Banker an ihre Unterkunft, die die Story ins Rollen bringen, sondern ein verrückt gewordener, liebestoller Pfau, der sich in seinem Hormonstau gerne an bläulichen Dingen vergeht. Schottland-Expertin Isabel Bogdan präsentiert gekonnt feinen britischen Humor. Ein schönes, kurzweiliges Vergnügen für den Leser.


PLATZ 3
Lars Vollmer: Zurück an die Arbeit
Vorgestellt von Sabine am 18. April 2016

Zeitraubende Aktivitäten wie Meetings, Mitarbeitergespräche, Teambuilding-Events, Budgetverhandlungen, Zielvereinbarungen, Stunden- oder Tätigkeitserfassung und so weiter. Wenn Sie das Gefühl haben, dass solche Sachen in ihrem Arbeitsalltag überhandnehmen, sind Sie bei Lars Vollmer genau richtig. In seinem Buch »Zurück an die Arbeit: Wie aus Business-Theatern wieder echte Unternehmen werden« geht der Unternehmer und Unternehmensberater der Frage nach, warum immer mehr Arbeitnehmer das Gefühl haben, sich in der Arbeit verstellen zu müssen, warum das den Unternehmen letztlich schadet – und natürlich, was sich dagegen tun lässt. Unterhaltsam und aufschlussreich, sowohl für gewöhnliche Arbeitnehmer als auch für Unternehmer, Manager oder Führungskräfte.


PLATZ 2
Wolfgang Herrndorf: Tschick
Vorgestellt von Andreas am 14. November 2011

»Tschick« war ein großer Erfolg bei Kritik und Publikum. Zu recht, wie man nach der Lektüre feststellen kann. Es gibt an diesem Buch so vieles zu loben: Die Handlung ist gleichzeitig spannend, kurzweilig und anrührend. Als Helden werden zwei Außenseiter portraitiert, die in der heutigen Gesellschaft so exotisch oder selten gar nicht sind und die man sofort ins Herz schließt. Am herrlichsten sind allerdings die Dialoge. (…) Schon jetzt ein Jugendbuchklassiker.


PLATZ 1
T.C. Boyle: Die Terranauten
Vorgestellt von Holger am 9. Januar 2017

Dem neuen Roman von T.C. Boyle liegt eine wahre Geschichte zu Grunde. Es geht um das Projekt Biosphäre 2, ein 1991 von Milliardär Edward Bass in Arizona errichteter Gebäudekomplex, in welchem die Erde im Kleinen nachgebaut wurde: mit Savanne, Ozean, tropischem Regenwald, Mangrovensumpf und Wüste sowie inklusive sorgsam ausgewählter Fauna. Ziel dieses Langzeitprojekts: Die Erschaffung eines autarken, in sich geschlossenen Ökosystems. Es soll wichtige Erkenntnisse liefern, unter anderem für die Besiedlung von Mond und Mars in ferner Zukunft. Erforscht werden soll auf diese Weise nicht nur, ob es grundsätzlich möglich ist, ein solches Okösystem zu schaffen und dauerhaft aufrecht zu erhalten, sondern auch, ob darin eine kleine Gruppe von Menschen – abgeschnitten von der Außenwelt – über einen Zeitraum von zwei Jahren überleben kann. Das Thema scheint wie gemalt für Boyle. Schließlich geht es um etwas, das ihn in seinen Romanen und vor allem auch Kurzgeschichten seit jeher beschäftigt: um den Eingriff des Menschen in die Natur, um seinen Versuch, die Natur zu gestalten und zu beherrschen und um das unvermeidliche Scheitern an dieser Aufgabe.


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