Diana Gabaldon: OutlanderI think it’s as though everyone has a small place inside themselves, maybe, a private bit that they keep to themselves. It’s like a little fortress, where the most private part of you lives – maybe it’s your soul, maybe just that bit that makes you yourself and not anyone else … You don’t show that bit of yourself to anyone, usually, unless sometimes to someone that you love greatly … Now it’s like … like my own fortress has been blown up with gunpowder – there’s nothing left of it but ashes and a smoking rooftree, and the little naked thing that lived there once is out in the open, squeaking and whimpering in fear, tryin’ to hide itself under a blade of grass or a bit o’ leaf, but … but not makin’ m-much of a job of it.

Die Engländerin Claire Randall, Ende 20, befindet sich kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit ihrem Ehemann Frank für einen Sommerkurzurlaub in den schottischen Highlands. Während des Krieges war sie als Krankenschwester tätig, Frank hat sie kaum gesehen – und sie bleibt ihm auch trotz Kriegsende nicht lange erhalten. Während Frank Ahnenforschung betreibt, wird Claire nämlich beim Pflanzensuchen durch einen Steinkreis, eine Art Miniatur-Stonehenge, rund 200 Jahre zurück, mitten ins 18. Jahrhundert transportiert.

Zuerst merkt sie es gar nicht richtig. Sie landet am selben Ort, dem Steinkreis, um sie herum bekämpfen sich Engländer und Schotten in historischen Gewändern und mit historischen Waffen und Claire denkt, sie wäre in einem Kostümfilm gelandet, was für einige Situationskomik sorgt. Dank ihrer Kenntnisse in Medizin und Pflanzenheilkunde findet sie trotz ihrer englischen Nationalität Anschluss an einen schottischen Clan und verliebt sich schon bald in James Fraser, der jedoch von den Engländern gejagt wird. Als sein Todfeind entpuppt sich ein Vorfahre von Claires Ehemann Frank, Captain Randall.

»Outlander« ist unterhaltsam zu lesen, vor allem zu Anfang von Claires Zeitreise. Dank des humorvollen Schreibstils ahnt der Leser, dass ihr nichts wirklich Schlimmes zustoßen wird, während die Autorin ihre Protagonistin in zahlreiche gefährliche Situationen bringt und versucht, ihr Entkommen möglichst knapp werden zu lassen: Claires Erlebnisse werden dabei leider zunehmend unglaubwürdiger – am wenigsten plausibel ist wahrscheinlich die Schilderung, wie sie einen Wolf mit bloßen Händen tötet; eher weit hergeholt auch der Hexenprozess, bei dem sie sich plötzlich auf der Anklagebank wiederfindet. Eine Erkenntnis, die sie gewinnt, ist, dass der Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Brutalität manchmal verschwindend gering ist. Eher unbefriedigend dagegen bleibt Claires Auseinandersetzung mit den im 18. Jahrhundert üblichen Bestrafungsmethoden und ihrer Berechtigung.

Die zweite Hälfte des Romans ist spürbar düsterer als die erste und die Erzählung wird zunehmend bizarr: Wird Claire ihrer Situation entsprechend von so einigen Männern sexuell bedroht und zur Ehe gezwungen, ist es am Ende jedoch ihr Geliebter James, der Opfer sexuellen Missbrauchs wird. Und während Claire zwar die Entscheidung, ob sie in ihre eigene Zeit und zu ihrem eigentlichen Ehemann zurückzukehren soll oder nicht, ziemlich leicht fällt, sieht sie sich bald mit demselben Paradox wie alle Zeitreisendem konfrontiert, also wie ihre Handlungen die Zukunft, früher ihre Vergangenheit, verändern werden. Diese Frage wird aber wohl erst in der Fortsetzung näher geklärt.

Diana Gabaldon: Outlander | Englisch
Delta 1998 | 656 Seiten | Nur noch antiquarisch erhältlich

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