Charles Dickens: David Copperfield»Nichts konnte mich von dem einmal gefassten Entschluss abbringen.«

Höhen und Tiefen, Grausamkeiten, Schwierigkeiten und glückliche Tage: Das Leben im London des 19. Jahrhunderts ist für David Copperfield als Waise nicht immer einfach, aber doch immer sehr ereignisreich. Nach dem Tod seines Vaters lebt er einige glückliche Jahre mit seiner Mutter und der Haushälterin Pegotty, die ihn durch sein ganzes Leben begleitet. Sein Stiefvater ist ein grausamer Tyrann; in der Schule wird er misshandelt und als Kinderarbeiter ausgenutzt. Seine einzige Verwandte ist seine Tante väterlicherseits, die zur Stunde seiner Geburt aus Trauer, dass er ein Junge ist, sich nie wieder blicken lässt.

Dorthin flieht er schließlich, und sein Leben verändert sich mit einem Schlag zum Positiven. Er besucht eine gute Schule, hat ein starkes soziales Umfeld und entwickelt sich schließlich zu einem gefeierten Schriftsteller. Er verzehrt sich nach der zerbrechlichen Dora, die er heiratet und kurz darauf krankheitsbedingt wieder verliert. Schlussendlich erspürt Copperfield aber seine Liebe zu einer anderen, die ihn schon lang begleitet: Er heiratet seine Jugendfreundin Agnes.

Charles Dickens webt in seinen sehr autobiographischen Roman, den er als sein »Lieblingskind« bezeichnete, zahlreiche Charaktere mit ein, die ein detailliertes Bild der damaligen Zeit vermitteln. In den vielen Nebenhandlungen kann man die Schwierigkeiten ablesen, die das Leben im London des 19. Jahrhunderts mit sich bringen.

Die handelnden Personen sind so lebensecht beschrieben, dass der Leser die Abneigung gegen den unterwürfigen, aber manipulativen Uriah Heep nicht unterdrücken kann, der vermeintliche Freund James Steerforth ruft bei der Lektüre einmal positive, einmal negative Assoziationen hervor – ganz wie David Copperfield sie spüren müsste.

Charles Dickens hat mit seinem wohl berühmtesten Werk eindrücklich die Stimmungen, Erlebnisse und Gefühle, die mit der Kindheit einhergehen, beschrieben. Vor allem auch die kindliche Naivität, die manchmal sogar wie im Falle Emilys Tragödien hervorrufen kann, ist deutlich spürbar.

Fazit: Ein eingehender Roman, der den Leser schnell in seinen Bann zieht. Es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich David Copperfield begegnet bin.

Charles Dickens: David Copperfield | Deutsch
Ueberreuter 2009 | 546 Seiten | amazon-info

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