wortmax Moderne Literatur

Google, Amazon, Facebook, Twitter ... - kaum jemand, der mit diesen Begrifflichkeiten nichts anzufangen weiß und nicht in irgendeiner Form partizipiert, und noch immer steigen die Zahlen: Facebook hat über eine Milliarde Nutzer und die Anfragen auf Google liegen im Billionenbereich. Wie sehr uns das digitale Zeitalter bewegt und einbindet und welche Gefahren damit einhergehen, zeigt überdeutlich der Roman »The…

Ngũgĩ wa Thiong'o, geboren 1938 in Kenia und einer der vielen Anwärter auf den Literaturnobelpreis, erlebte als Jugendlicher noch den Kampf seines Landes für die Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft Großbritanniens mit, unter dem seine Familie stark litt. Später, Ende der 70er-Jahre, wurde Thiong'o selbst wegen seiner schriftstellerischen Tätigkeit verhaftet und gefoltert, obwohl Kenia da längst unabhängig war. Einige seiner Werke…

Joshua verdient sein Geld mit einem Fremdsprachenkurs für russische Einwanderer, darunter ein ehemaliger KGB-Offizier, der nichts anderes zu tun hat, als Joshua als Paradebeispiel amerikanischer Dekadenz vorzuführen. Gleichzeitig versucht Joshua sein Drehbuch über eine Zombieinvasion zu vollenden, mit dem ihm endlich der Durchbruch und die finanzielle Unabhängigkeit gelingen sollen. Dies wird aber immer wieder durch seinen Brotjob und die Leute,…

Mit dem Roman »Das Lavendelzimmer« hat Nina George internationale Bestsellergeschichte geschrieben. »Das Traumbuch« soll nun nachziehen. In ihrem neuen Roman geht es zunächst um die drei Personen Henri, Eddie und Sam. Henri rettet einem jungen Mädchen das Leben, wird unmittelbar danach aber von einem Auto erfasst und liegt jetzt im Koma. Er war gerade auf dem Weg zu Sam gewesen,…

Ende Januar zitierte der Chef des Hanser Verlages, Jo Lendle, auf Twitter eine Buchhändlerin, die für den kommenden Bücherfrühling die folgenden drei Trends ankündigte. Erstens: weniger Blut im Krimi. Zweitens: Endzwanziger lesen nur Jugendbuch. Und drittens: Isabel Bogdan. Mit Vorhersage Nummer 3 könnte die Buchhändlerin richtig gelegen haben. Denn »Der Pfau«, das ist der neue Roman der Hamburger Übersetzerin und…

Purity, genannt Pip, hadert mit sich und der Welt. Sie ist ohne Vater aufgewachsen. Ihre Mutter weigert sich, ihrer Tochter auch nur den kleinsten Hinweis zu geben. Das führte seit Pips Kindheit zu einem Kleinkrieg mit der Mutter, der sich in einem ständigen Hin und Her zwischen Hass und Liebe zeigt. Pip arbeitet im Direktmarketing bei einer Firma, die »Lösungen«…

Finch steht auf dem Glockenturm seiner Schule und überlegt, ob es wohl einen besten Tag zum Sterben gibt. Er hat die Diagnose erhalten, dass er unaufhaltbar sterben wird. Warum dann nicht jetzt? Vielleicht ist heute der beste Tag dazu, denkt er. Warum sollte er dem Tod die Auswahl des Zeitpunkts überlassen? Doch dann erblickt er auf dem Mauersims des Turms…

»Wohin geht jemand, der nicht weiß, wohin er gehen soll?« Gleich zweimal findet man diese Frage in Jenny Erpenbecks neuestem Roman »Gehen, ging, gegangen«. Unübersehbar breitet sie sich auf zwei ansonsten leeren Seiten aus und lässt im Kopf des Lesers gleich eine Hand voll neue aufkommen: Was wird aus dem Menschen? Wer kümmert sich um ihn? Was hat er bisher…

In der achten Klasse erhielt ich einen Schulverweis, weil ich mein Sperma in den Biologieunterricht mitgebracht hatte. Wir sollten Lebewesen unter dem Mikroskop untersuchen. Mrs. Wheeler hatte Tümpelwasser als Beispiel vorgeschlagen. Die Probe meines Freundes Paul Dill war ein kleiner Fisch, der sich zu Tode gefressen hatte. Zunächst drückte Paul sein Erstaunen darüber aus, dass ich die Erfahrung eines Orgasmus…

»To lose a passport was the least of one's worries: to lose a notebook was a catastrophe.« (Bruce Chatwin: »The Songlines«) Der englische Schriftsteller Bruce Chatwin reiste für Interviews und Berichte um die ganze Welt. Seine berühmten Notizbücher, die ihn überall hin begleiteten, nannte er liebevoll »carnets moleskines«. Im Jahr 1977 brach er in die Volksrepublik Benin auf, um über…

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