wortmax Buchvorstellungen

»In der Liebe finden wir heraus, wer wir sein wollen; im Krieg finden wir heraus, wer wir sind«: Diese Bilanz zieht Vianne Mauriac, die Protagonistin von Kristin Hannahs Roman »The Nightingale«, am Ende ihres Lebens. An Krebs erkrankt, blickt sie als alte Frau auf ihre Vergangenheit zurück, in das Frankreich des Zweiten Weltkriegs. Anlass dafür ist, dass sie ihrem Sohn…

Vor mir liegt ein silbern moiréschimmernd gebundenes Buch mit blau geprägtem Titel, die Buchrückseite sagt ... Wenn jemand kommt und fragt, sagt ihm, er hat mich um eine Minute verpasst. Sagt ihm ich sei selten anzutreffen, oder sagt ihm ich habe mich auch verpasst. Wenn denn jemand kommt. Ein atmosphärischer Einstieg in dieses edel gemachte Buch, beim Öffnen folgt zudem…

Wenn er einen ganz bestimmten Augenblick angeben müsste, als es anfing, dann wäre das jener Moment, in dem er dem Junkie vor der Da-Vinci-Apotheke einen Hieb versetzt hatte. Schon die ganze Woche vor dem Faustschlag hatte Snowe eine gewisse ... na ja: Sensibilität ... an sich bemerkt. So als ob er die Gefühle anderer Menschen spüren könnte. Am Mittwoch, nach…

Lange, fransige Haare. Verschlissene Kleidung. Absolute Schamlosigkeit. Die Mädchen auf einer Ranch in Kalifornien 1969 sind von einem ganz besonderen Wesen. Alle sind sie Ausgestoßene auf der Suche nach Liebe, die ihnen ein zwielichtiger Mann zu geben scheint. Ein Mann, der es versteht zu manipulieren und Menschen in seinen Bann zu ziehen. Diesem kann sich auch Evie Boyd nicht entziehen,…

Es summte unerträglich. Immer wieder schlug meine Hand zu, doch sie zielte schlecht. Ohr, Nase Mund – unerbittlich griff sie alles an. Ich drehte mich weg, drehte mich wieder zurück. Keine Chance. Mörderisch. Der Autor Jakob Arjouni (1964 – 2013) war gerade mal 21 Jahre alt, als sein türkischstämmiger Frankfurter Privatdetektiv Kemal Kayankaya zum ersten Mal ermittelte. Dass »Happy Birthday,…

»Here I Am« (deutsch »Hier bin ich«, übersetzt von Henning Ahrens) ist der dritte Roman des jüdischen Bestsellerautors Jonathan Safran Foer nach »Everything is Illuminated« (»Alles ist erleuchtet«) von 2002 und »Extremely Loud and Incredibly Close« (»Extrem laut und unglaublich nah«) aus dem Jahr 2005. In »Alles ist erleuchtet« erzählte Foer, der aus einer Familie von Holocaust-Überlebenden stammt, die Vernichtung…

Warum ich das erzähle? Weil wir Reinheit vielleicht bewundern oder das jedenfalls behaupten, in Wirklichkeit aber sehen wollen, wie sie kompromittiert wird, wie Ideale zerstört, beschmutzt und in den Dreck gezogen werden, in dem wir selbst tagein, tagaus leben. Dem neuen Roman von T.C. Boyle liegt eine wahre Geschichte zu Grunde. Es geht um das Projekt Biosphäre 2, ein 1991…

Als nach der Bombardierung Pearl Harbours, am 7. Dezember 1941, auch die Vereinigten Staaten mobil machten, verspürte man vielerorts fast so etwas wie eine Erleichterung. Die Debatte um einen Kriegseintritt schien das Land zu zerreissen. Gerade Hollywood hatte schon früh begonnen, sich mit dem Faschismus auseinanderzusetzen, nur wollten sich viele Amerikaner nicht in Kampfhandlungen, die auf der anderen Halbkugel der…

Das Jahr 2016 soll bitte endlich verschwinden, beklagen sich gerade viele angesichts des nicht nachlassenden Prominentensterbens. David Bowie, Roger Willemsen, Prince, Umberto Eco, Roger Cicero, Harper Lee, Carrie Fisher, Manfred Deix und und und ... es reicht! Ich bin mir nicht sicher, ob die vielen Todesfälle 2016 wirklich so außergewöhnlich sind. Vielleicht nehmen wir es nur so wahr, weil wir…

»Ich hasse sie, ich hasse sie, ich hasse sie, sagte ich. Nicht voller Wut. Voller Wahrheit. Wut hatte ich hinter mir gelassen. Meistens zumindest. Nun sprach ich nur noch aus, was sowieso alle dachten. Klar und ruhig, laut und deutlich, ohne Wenn, ohne Aber: Ich hasste meine Mutter.« Thene hat ein wohl außergewöhnliches Familienleben. Da wäre zum einen ihre oben…

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