Beiträge von Tilman Gutenberg

»Ein neues Buch von Terry Pratchett! Hurra!« Das beschreibt die übliche Reaktion eines Kenners der Werke Pratchetts (genauer: eines Fans) wohl am besten. Im Falle von »Nation« (dt. »Eine Insel«) wahrscheinlich gefolgt von einem kurzen Zögern und Stutzen: »Wie? Kein Scheibenwelt-Roman?« Wer mit den Begriffen »Scheibenwelt« (engl. »Discworld«) und dem Namen Pratchett bislang wenig anfangen konnte, dem sei dringend ans…

Wer vor mehr als zehn Jahren voller Anteilnahme und Begeisterung Michaels ersten Roman »Fluchtstücke« gelesen und sich ob dieses Genusses ungeduldig auf einen zweiten Roman gefreut hat, ist durch »Wintergewölbe« mehr als nur entschädigt worden. Elke Heidenreich sagte damals zu »Fluchtstücke«: »Ein kleines Wunder« und überschlug sich schier mit ihrem Lob für die Kunst der kanadischen Schriftstellerin. Zu Recht. Und…

Wer Murakami kennt, weiß, auf was er sich einstellen kann: postmoderne Erzählszenarien, reale Fiktionen, fiktionale Realitäten. Murakamis bewusst nüchtern gehaltene Sprache zieht den Leser kunstvoll in die surrealen Tiefen seiner beunruhigenden Welt. »Afterdark« enthält eigentlich alles, was man von einem echten Murakami erwarten kann: Es gibt diese eigentlich vollkommen normalen jungen Menschen, die so desillusioniert und verloren durch den Großstadtdschungel…

Le Clézio erzählt in diesem autobiographischen Buch eine Geschichte seiner Herkunft. Er setzt sich mit seinen Wurzeln, der Abstammung seiner Familie aus Mauritius auseinander, erzählt von seinen Eltern, und er erzählt die Geschichte seines Aufwachsens in Nigeria, wohin er in seinem achten Lebensjahr mit seiner Mutter und seinem Bruder reist. Er setzt sich in diesem Buch mit seinem Vater auseinander,…

»Sternwanderer« ist eine märchenhafte Erzählung, die problemlos auch von Erwachsenen gelesen werden kann und will. Neil Gaimans Stil erinnert an ein Märchen, darunter verbirgt sich ein schönes Stück phantastische Literatur. Die Geschichte beginnt in dem kleinen Örtchen Wall, das seinen Namen (wall, engl.: Mauer) von der langen Steinmauer bezieht, an der es liegt. Diese Mauer trennt das von Menschen bewohnte…

William Gibson. Dem an Gegenwartsliteratur interessierten Leser sicher kein Unbekannter. William Gibson. Der Schriftsteller, der im Jahre 1984 der Science Fiction eine Grabrede halten wollte und damit nichts Geringeres vollbrachte, als dem Genre völlig neue Perspektiven zu eröffnen. Mit seinem »Neuromancer« hat er nicht nur der phantastischen Literatur neue Horizonte eröffnet, er hat auch eine ganze Reihe Begriffe geprägt, derer…

Kafka Tamura ist der Protagonist, dessen wirklicher Name uns aber verborgen bleibt – ein Junge, der sich an seinem 15. Geburtstag dazu entschließt, sein Zuhause zu verlassen und sich einfach auf den Weg zu machen, auf seine persönliche Odyssee. Die Parallelität des Romans zur griechischen Tragödie liegt nahe, gibt ihm doch sein eigener Vater einen Fluch mit auf den Weg:…

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