Beiträge von Sabine Anders

Wer eine wirklich gut verständliche und kompakte Einführung in die Philosophie sucht, der greift am besten zum Philipp Hübls »Folge dem weißen Kaninchen ... in die Welt der Philosophie«. Das Buch unterscheidet sich vor allem durch zwei Eigenschaften von anderen philosophischen Einführungsbüchern: Zum einen vertritt Hübl die Auffassung, dass sich auch Philosophen klar und verständlich ausdrücken können – ja sogar…

Der Ausgangspunkt des Kriminalromans »Das Gelbe Dossier« ist zweifellos spannend: Dem Schriftsteller M. Karagatsis, zugleich der Verfasser des Buchs und der Erzähler der Geschichte, wird die Bitte übermittelt, eine Romanidee seines Schriftstellerkollegen Manos Tassakos zu vollenden. Tassakos kann ihn nicht selbst zu Ende schreiben, weil er vor mehr als zehn Jahren ums Leben gekommen ist. In einer Abschiedsnotiz behauptet er,…

»Life is a lesson, you learn it when you are through«, sangen Limp Bizkit im Juli 2000. Warum also nicht diejenigen fragen, die ihr Leben schon fast ganz hinter sich haben? Die Australierin Bronnie Ware hat einige Jahre lang Sterbende betreut und dabei festgestellt, dass die meisten von ihnen in der Rückschau auf ihr Leben immer wieder dieselben fünf Dinge…

Spätestens seit Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten geworden ist, fragen sich viele: »Was ist mit den Amis los?« Der Historiker und Journalist Christoph von Marschall scheint zwar – zumindest zu dem Zeitpunkt, als er den gleichnamigen Titel verfasste – auch eher überzeugt gewesen zu sein, dass Trump die Wahl nicht gewinnen würde. Trotzdem liefert sein angenehm klar verständlich geschriebenes…

»In der Liebe finden wir heraus, wer wir sein wollen; im Krieg finden wir heraus, wer wir sind«: Diese Bilanz zieht Vianne Mauriac, die Protagonistin von Kristin Hannahs Roman »The Nightingale«, am Ende ihres Lebens. An Krebs erkrankt, blickt sie als alte Frau auf ihre Vergangenheit zurück, in das Frankreich des Zweiten Weltkriegs. Anlass dafür ist, dass sie ihrem Sohn…

»Here I Am« (deutsch »Hier bin ich«, übersetzt von Henning Ahrens) ist der dritte Roman des jüdischen Bestsellerautors Jonathan Safran Foer nach »Everything is Illuminated« (»Alles ist erleuchtet«) von 2002 und »Extremely Loud and Incredibly Close« (»Extrem laut und unglaublich nah«) aus dem Jahr 2005. In »Alles ist erleuchtet« erzählte Foer, der aus einer Familie von Holocaust-Überlebenden stammt, die Vernichtung…

Die meisten Menschen würden sagen, sie arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Abgesehen natürlich von den wenigen Exemplaren, die ihren Job als die totale Erfüllung ansehen und jeden Tag liebend gerne zur Arbeit gehen: Die brauchen hier nicht weiterlesen. Aber was wäre, wenn wir nur deshalb Geld ausgeben, weil wir arbeiten? Genauer gesagt: um das schlechte Gefühl dabei zu…

Vor 100 Jahren brach der Forscher Sir Ernest Shackleton auf, als Erster den antarktischen Kontinent zu durchqueren. Obwohl ihm das nicht gelang – sein Schiff blieb im Eis stecken, wurde zermalmt und sank – ist er ausgerechnet für diese Expedition heute immer noch weltberühmt. Hauptsächlich, weil ihm dabei das denkbar Unwahrscheinliche gelang: alle seine Männer aus dieser aussichtslosen Situation herauszumanövrieren…

Für mehr als 200 Jahre lang schottete Japan sich fast komplett vom Rest der Welt ab: Kein Ausländer durfte das Land betreten, kein Japaner ausreisen. Der einzige Kontakt zur Außenwelt war damals (von den 1630er-Jahren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts) eine Insel vor Nagasaki, auf der sich Angehörige der niederländischen Ostindien-Kompanie aufhalten durften, um mit Japan Handel zu treiben.…

Ngũgĩ wa Thiong'o, geboren 1938 in Kenia und einer der vielen Anwärter auf den Literaturnobelpreis, erlebte als Jugendlicher noch den Kampf seines Landes für die Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft Großbritanniens mit, unter dem seine Familie stark litt. Später, Ende der 70er-Jahre, wurde Thiong'o selbst wegen seiner schriftstellerischen Tätigkeit verhaftet und gefoltert, obwohl Kenia da längst unabhängig war. Einige seiner Werke…

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