Beiträge von Renate Bojanowski

Dem ehemaligen Gymnasiasten ist Johann Wolfgang Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werther« sicherlich noch als ungewollte Pflichtlektüre bekannt. Dass die Geschichte über Liebe und Verzweiflung zeitlos und jederzeit wieder aufgreifbar ist, bewies Ulrich Plenzdorf bereits mit seiner Adaption Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Hier liebt und leidet der halbwüchsige Edgar Wiebeau in der jugendlichen Umgangssprache der DDR.…

Am Donnerstag, den 08. September 2016, wurde im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main, der »Preis der Stiftung Buchkunst« vergeben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt der »Architekturführer Köln« (Verlag der Buchhandlung Walther König). Gestaltet wurde das Siegerbuch vom Designbüro »großgestalten« aus Köln. Das Jurymitglied Andreas Platthaus begründete die Entscheidung in seiner Laudatio: »Mit dem ›Architekturführer Köln‹ erlebt…

»Der Schnupfen ist besser, weil glaubhaft. Ich bin selber bereit, ihm Glauben zu schenken. Sogar in den Kategorien des Naturalismus und der naiven Glaubwürdigkeit ist das besser gelungen. Und dass ich an dieser Idee hänge, kommt einfach daher, dass ich schon immer eine manische Beziehung dazu hatte, was Unvorhergesehenes, was Koinzidenz, blinder Zufall oder Schicksal bewirken können.« (Stanislaw Lem über…

»Ich mag meine Bücher nicht. Sie enthalten nichts Neues für mich, andere dagegen sind manchmal voller netter Überraschungen.« (Alberto Moravia) Die Romane und Erzählungen des italienischen Autors Alberto Moravia waren Bestseller und wurden schon früh von italienischen Regisseuren verfilmt, darunter Luigi Zampa, Vittorio de Sica oder Bernardo Bertolucci. 1988 nahm sich Doris Dörrie der Neuverfilmung von »Ich und Er« an.…

Dass ein gedrucktes Buch etwas ganz Besonderes ist, wurde mir vor kurzem mit dem Erscheinen des Sachbuches »Auf dem Markt der Experten« unmittelbar bewusst. Erschienen ist das Werk in der Edition Büchergilde. Die Gelegenheit, interessantes Insiderwissen über die Autoren, den Inhalt und die Ziele des Werkes zu erfahren, bekommt der Leser gewöhnlich erst nach Erscheinen im Buchhandel. Die Vorabzusage zum…

Religion, eine mittelalterliche Form der Unvernunft, wird, wenn sie mit modernen Waffen kombiniert wird, zu einer echten Gefahr unserer Freiheiten. Derartiger religiöser Totalitarismus hat zu einer tödlichen Mutation im Herzen des Islam geführt und wir sehen heute die tragischen Folgen in Paris ... (Salman Rushdie nach dem Terroranschlag auf die Satirezeitschrift »Charlie Hebdo«) Wie geht es einem Autor, der mit…

»Die Nachwelt wird unsere Namen wiederholen wie die jener unsterblichen Liebespaare, die zusammen nur noch einen Namen haben, wie Romeo und Julia, Heloїse und Abaelard; nie wird man von dem einen sprechen, ohne den anderen zu nennen.« (Alfred de Musset) Sie trug Männerhosen und verwendete das männliche Pseudonym »George Sand« für ihre Publikationen. Die im Jahre 1804 als Amantine-Lucile-Aurore Dupin…

Stammbesucher unseres Blogs haben längst bemerkt, dass hier auch das eine oder andere mit viel Liebe zum Detail gestaltete oder außergewöhnlich illustrierte Buch besprochen wird. Eine Möglichkeit, auf solche Kleinode des Buchmarkts aufmerksam zu werden, liefert alljährlich die Stiftung Buchkunst. Sie fördert seit nunmehr fünfzig Jahren das mustergültig gestaltete Buch und verschafft ihm durch die drei Wettbewerbe »Die schönsten Deutschen…

Der Sterbende offenbart uns allen die eigene Endlichkeit, soviel steht fest. Der Fallende zeigt uns, wie nahe wir am Abgrund stehen, auch das. Ich habe noch nie von so einem Menschen gehört, das muss ich zugeben. Aber wie gesagt, Leibrand war auch kein Mensch wie all die anderen ... Im unübersichtlichen Buchmarkt anspruchsvolle Literatur zu finden, die beim Leser einen…

»Nun, was das betrifft, so muss - ich bemerkte es bereits - ›Irrer‹ nicht unbedingt identisch mit ›Trottel‹ sein; und es ist meine aufrichtige Überzeugung, dass seine Behandlungsweise, im Vergleich mit derjenigen, die durch sie abgelöst wurde, die mit Abstand bessere war.« (Professor Maillard) Die Wertevorstellungen unserer modernen Gesellschaft legen fest, wer als Genie, Versager oder gar als Verrückter gilt.…

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