Beiträge von Renate Bojanowski

»Ich konnte Tschick von Anfang an nicht leiden. Keiner konnte ihn leiden. Tschick war ein Asi, und genau so sah er auch aus.« Im Laufe eines Lebens begegnen der Leseratte die unterschiedlichsten literarischen Figuren. Manche trifft sie nur auf ein kurzes Intermezzo. Einige begleiten den Bibliomanen länger oder er sieht sie buchstäblich immer wieder. Solche Helden sind wandlungsfähig, scheinen sich…

Es summte unerträglich. Immer wieder schlug meine Hand zu, doch sie zielte schlecht. Ohr, Nase Mund – unerbittlich griff sie alles an. Ich drehte mich weg, drehte mich wieder zurück. Keine Chance. Mörderisch. Der Autor Jakob Arjouni (1964 – 2013) war gerade mal 21 Jahre alt, als sein türkischstämmiger Frankfurter Privatdetektiv Kemal Kayankaya zum ersten Mal ermittelte. Dass »Happy Birthday,…

Arlo Panofsky stellt in der eher mittelmäßig erfolgreichen Vorabendserie »Zander-Squad« einen bösartigen Clown namens »Onkel Manny« dar. Bis er von einem Hoteldach stürzt und sich dabei schwer verletzt. Er verkauft seinen Anteil an die ebenso mäßig florierende Produktionsfirma, die die Fantasy-Serie für das Fernsehen umsetzte und wohnt nun in einem herunter gekommenen Haus. Zu seinen ehemaligen Kollegen hat er keinen…

Dem ehemaligen Gymnasiasten ist Johann Wolfgang Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werther« sicherlich noch als ungewollte Pflichtlektüre bekannt. Dass die Geschichte über Liebe und Verzweiflung zeitlos und jederzeit wieder aufgreifbar ist, bewies Ulrich Plenzdorf bereits mit seiner Adaption Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Hier liebt und leidet der halbwüchsige Edgar Wiebeau in der jugendlichen Umgangssprache der DDR.…

Am Donnerstag, den 08. September 2016, wurde im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main, der »Preis der Stiftung Buchkunst« vergeben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt der »Architekturführer Köln« (Verlag der Buchhandlung Walther König). Gestaltet wurde das Siegerbuch vom Designbüro »großgestalten« aus Köln. Das Jurymitglied Andreas Platthaus begründete die Entscheidung in seiner Laudatio: »Mit dem ›Architekturführer Köln‹ erlebt…

»Der Schnupfen ist besser, weil glaubhaft. Ich bin selber bereit, ihm Glauben zu schenken. Sogar in den Kategorien des Naturalismus und der naiven Glaubwürdigkeit ist das besser gelungen. Und dass ich an dieser Idee hänge, kommt einfach daher, dass ich schon immer eine manische Beziehung dazu hatte, was Unvorhergesehenes, was Koinzidenz, blinder Zufall oder Schicksal bewirken können.« (Stanislaw Lem über…

»Ich mag meine Bücher nicht. Sie enthalten nichts Neues für mich, andere dagegen sind manchmal voller netter Überraschungen.« (Alberto Moravia) Die Romane und Erzählungen des italienischen Autors Alberto Moravia waren Bestseller und wurden schon früh von italienischen Regisseuren verfilmt, darunter Luigi Zampa, Vittorio de Sica oder Bernardo Bertolucci. 1988 nahm sich Doris Dörrie der Neuverfilmung von »Ich und Er« an.…

Dass ein gedrucktes Buch etwas ganz Besonderes ist, wurde mir vor kurzem mit dem Erscheinen des Sachbuches »Auf dem Markt der Experten« unmittelbar bewusst. Erschienen ist das Werk in der Edition Büchergilde. Die Gelegenheit, interessantes Insiderwissen über die Autoren, den Inhalt und die Ziele des Werkes zu erfahren, bekommt der Leser gewöhnlich erst nach Erscheinen im Buchhandel. Die Vorabzusage zum…

Religion, eine mittelalterliche Form der Unvernunft, wird, wenn sie mit modernen Waffen kombiniert wird, zu einer echten Gefahr unserer Freiheiten. Derartiger religiöser Totalitarismus hat zu einer tödlichen Mutation im Herzen des Islam geführt und wir sehen heute die tragischen Folgen in Paris ... (Salman Rushdie nach dem Terroranschlag auf die Satirezeitschrift »Charlie Hebdo«) Wie geht es einem Autor, der mit…

»Die Nachwelt wird unsere Namen wiederholen wie die jener unsterblichen Liebespaare, die zusammen nur noch einen Namen haben, wie Romeo und Julia, Heloїse und Abaelard; nie wird man von dem einen sprechen, ohne den anderen zu nennen.« (Alfred de Musset) Sie trug Männerhosen und verwendete das männliche Pseudonym »George Sand« für ihre Publikationen. Die im Jahre 1804 als Amantine-Lucile-Aurore Dupin…

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