Beiträge von Renate Bojanowski

»Es ist darüber nachzudenken, was richtig und falsch ist. Richtig und falsch. Wenn man es mit einer Genauigkeit nimmt, so war es falsch, dass die Rosa ihren Ehe-Ernsti mit einer Amethystdruse erschlagen hat. Aber auf der anderen Seite...« (Rosa Blau) Zu ihrem zwölften Geburtstag bekam die Wiener Schauspielerin und Theaterregisseurin Katharina Kutil von ihrer Großmutter ihr erstes Tagebuch geschenkt. Das…

Vor einer Woche hatte ich Abschied von Harry genommen, als sein Sarg in die im Februarfrost erstarrte Erde hinabgelassen wurde. Ich traute also meine Augen nicht, als ich ihn in London im Menschengewühl des »Strand« ohne ein Zeichen des Wiedererkennens an mir vorübereilen sah. Oben genannte Zeilen schrieb Graham Greene zunächst auf einen alten Briefumschlag. Als der Filmproduzent Alexander Korda…

Im März 2017 veröffentlichte die Edition Büchergilde den Graham-Greene-Klassiker »Der dritte Mann«, in einer Neuübersetzung von Nikolaus Stingl und mit Illustrationen von Annika Siems. Bei der Vorstellung des Buches am 24. März im Museum für Druckkunst in Leipzig stand uns Annika Siems für ein Kurz-Interview zur Verfügung. Frau Siems, für die Nachkriegsgeneration zählt der »Der dritte Mann« von Carol Reed…

»Es gibt hier keine Utopie, sondern nur die Gegenwart.« (Karel Čapek über seinen Roman »Der Krieg mit den Molchen«) Mit Karel Čapeks Buch »Der Krieg mit den Molchen« legte die Edition Büchergilde im vergangenen Herbst nicht nur einen Klassiker der tschechischen Literatur, sondern auch ein Juwel der Buchgestaltung wieder auf. Der 1936 erschienene apokalyptische Roman in Form einer parodistischen Materialsammlung…

Die Leipziger Buchmesse ist zweifelsohne das wichtigste Frühjahrsevent der Buch- und Medienbranche. Rekordverdächtige 285.000 Besucher feierten das Buch und seine Macher. Europas größtes Lesefest »Leipzig liest« rundete mit mehr als 3300 Mitwirkenden das hautnahe Leseerlebnis ab. Selbstverständlich kam ich als Bloggerin wieder auf meine Kosten, auch wenn mir die Zeit viel zu kurz erschien. Möglichkeiten für einen regen Erfahrungsaustausch gab…

»Ich konnte Tschick von Anfang an nicht leiden. Keiner konnte ihn leiden. Tschick war ein Asi, und genau so sah er auch aus.« Im Laufe eines Lebens begegnen der Leseratte die unterschiedlichsten literarischen Figuren. Manche trifft sie nur auf ein kurzes Intermezzo. Einige begleiten den Bibliomanen länger oder er sieht sie buchstäblich immer wieder. Solche Helden sind wandlungsfähig, scheinen sich…

Es summte unerträglich. Immer wieder schlug meine Hand zu, doch sie zielte schlecht. Ohr, Nase Mund – unerbittlich griff sie alles an. Ich drehte mich weg, drehte mich wieder zurück. Keine Chance. Mörderisch. Der Autor Jakob Arjouni (1964 – 2013) war gerade mal 21 Jahre alt, als sein türkischstämmiger Frankfurter Privatdetektiv Kemal Kayankaya zum ersten Mal ermittelte. Dass »Happy Birthday,…

Arlo Panofsky stellt in der eher mittelmäßig erfolgreichen Vorabendserie »Zander-Squad« einen bösartigen Clown namens »Onkel Manny« dar. Bis er von einem Hoteldach stürzt und sich dabei schwer verletzt. Er verkauft seinen Anteil an die ebenso mäßig florierende Produktionsfirma, die die Fantasy-Serie für das Fernsehen umsetzte und wohnt nun in einem herunter gekommenen Haus. Zu seinen ehemaligen Kollegen hat er keinen…

Dem ehemaligen Gymnasiasten ist Johann Wolfgang Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werther« sicherlich noch als ungewollte Pflichtlektüre bekannt. Dass die Geschichte über Liebe und Verzweiflung zeitlos und jederzeit wieder aufgreifbar ist, bewies Ulrich Plenzdorf bereits mit seiner Adaption Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Hier liebt und leidet der halbwüchsige Edgar Wiebeau in der jugendlichen Umgangssprache der DDR.…

Am Donnerstag, den 08. September 2016, wurde im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main, der »Preis der Stiftung Buchkunst« vergeben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt der »Architekturführer Köln« (Verlag der Buchhandlung Walther König). Gestaltet wurde das Siegerbuch vom Designbüro »großgestalten« aus Köln. Das Jurymitglied Andreas Platthaus begründete die Entscheidung in seiner Laudatio: »Mit dem ›Architekturführer Köln‹ erlebt…

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