Beiträge von Karsten Weyershausen

Bücher über die Geschäfte Hollywoods mit dem Dritten Reich gibt es einige. Zum Beispiel Michael E. Birdwells »Das andere Hollywood der dreißiger Jahre« (2000, Europa Verlag), das von den Anstrengungen der Warner Bros. erzählt, die anderen Filmstudios zu einer Stellungnahme gegen die Nazis zu bewegen. Erst vor einigen Jahren erschien mit »Five Came Back: A Story of Hollywood and the…

Als nach der Bombardierung Pearl Harbours, am 7. Dezember 1941, auch die Vereinigten Staaten mobil machten, verspürte man vielerorts fast so etwas wie eine Erleichterung. Die Debatte um einen Kriegseintritt schien das Land zu zerreissen. Gerade Hollywood hatte schon früh begonnen, sich mit dem Faschismus auseinanderzusetzen, nur wollten sich viele Amerikaner nicht in Kampfhandlungen, die auf der anderen Halbkugel der…

Böse Zungen behaupten, dass die Gegend zwischen Hildesheim und Oschersleben zu den langweiligsten unseres Erdenrunds gehört. Wer hier mordet, erweist seinen Opfern wahrscheinlich einen Gefallen. Ein Autor, der ausgerechnet diesen Landstrich zum Schauplatz eines Thrillers macht, beweist Mut. Doch gerade dieser Mut zum Alltag, zum Unspektakulären ist es, der diesem Roman seinen Reiz verleiht. Hardy Crueger schafft es, vielen Standards…

Wenn man die Chronologie der Romane von Martin Cruz Smith betrachtet, müsste Arkadi Renko eigentlich im Rentenalter sein. Wer aber konnte 1981 ahnen, dass »Gorki Park«, der erste US-Roman, der einen russischen Polizisten zum Helden hatte, so ein Erfolg werden würde? Sicher nicht der Autor, der sich anfangs noch zierte eine Fortsetzung nachzuschieben. Die ersten drei Bände endeten mit dem…

Vor einiger Zeit regte sich ein extrem talentierter Kollege auf, weil ein anderer weniger talentierter Kollege ihn in einer Buchkritik eine blutige Nase verpasst hatte. Rein verbal, versteht sich. Wir sprechen hier schließlich von hochsensiblen Künstlern. »Was schert es den Mond, wenn ihn ein Hund anbellt?«, lautete mein lapidarer Kommentar, denn der weniger Talentierte war in meinen Augen nicht wert,…

Vor über 30 Jahren fiel mir ein Buch mit dem Titel »Gestalter der Zukunft« in die Hände, das 29 überaus unterhaltsame Portraits bekannter Science-Fiction-Autoren enthält. In vielerlei Hinsicht war das Buch für mich eine Offenbarung. Vor allem war ich damals sehr erstaunt, als ich ich entdeckte, dass nur wenige Autoren von ihrer Kunst existieren können. Klar, große Namen wie Kurt…

Meine Lieblingsanekdote über John Ford ist folgende: Als ihm die Nachricht vom Tode seines alten Weggefährten Ward Bond erreichte, unterhielt sich der große Regisseur gerade mit dem Schauspieler Andy Devine. Bond und Devine gehörten zu den Schauspielern der sogenannten »Ford Stock Company«, die über Jahrzehnte in seinen Filmen auftraten. Fords Reaktion war typisch: Er hielt kurz inne, schaute zu Devine…

Wenn man in einem Buch auf einem Satz wie »Reißen Sie sich zusammen, Kerl!« stößt, hat man es garantiert mit einem Werk älterer Bauart zu tun. Ein Blick ins Impressum verriet mir, dass Menschen zumindest im Jahr 1966 so miteinander kommunizierten. Da ich gern vergilbte Schmöker aus dem Antiquariat lese, passiert mir das öfter. Ein anderes Buch, nämlich »Wer die…

Im Herbst 2005 trat während der Frankfurter Buchmesse der legendäre Bukowski-Entdecker Carl Weissner auf. Mein Kollege Holger Reichard hatte vor, dort einen gewissen Armin Abmeier zu treffen, mit dem er seit einiger Zeit in Verbindung stand. »Komm doch mit. Das könnte auch für Dich ganz interessant sein«, köderte mich Holger. Und wie so oft hatte er recht. Es stellte sich…

»Was wirklich passiert ist, ist egal. Was ich schreibe ist wirklich passiert. Und rate mal, was? Ich bin immer der Held«, schrieb Charles Bukowski einst. Tagebücher sind so eine Sache. Besonders, wenn der Schreiber darauf spekuliert, sie eines Tages zu veröffentlichen. Es liegt nun mal in der Natur der Sache, dass die Sichtweise eines Tagebuchschreibers recht eingeschränkt ist. Gerade wenn…

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