Beiträge von Andreas Zwengel

Spaß mit der Droge, dann allmählich weniger Spaß, dann deutlich weniger Spaß wegen der Blackouts, aus denen man plötzlich auf der Autobahn auftaucht, wo man mit 145 Sachen und unbekannten Begleitern langkachelt, wegen der Nächte, in denen man in unbekannten Betten neben jemandem aufwacht, der nicht die geringste Ähnlichkeit mit bislang bekannt gewordenen Säugetieren mitbringt, drei Tage währenden Filmrissen, nach…

Man hatte ihn vor wenigen Minuten angerufen und zu einem Tatort bestellt. Er rechnete aus, dass er mit den Öffentlichen ungefähr eine Dreiviertelstunde brauchen würde. Dann würde er vor einem Leichnam stehen, den sein Kollege Steierer am Telefon als »furchtbar zugerichtet« bezeichnet hatte. Sobald man wusste, wer die Leiche war, würde man damit beginnen, ihre letzten Tage und Stunden zu…

Ich sprang über das graue, staubige Gelände zur riesigen Wölbung der Conrad-Blase. Die von roten Lichtern eingerahmte Luftschleuse war beunruhigend weit weg. Selbst in der geringen Mondschwerkraft ist es gar nicht so einfach, mit hundert Kilo Gerätschaften am Körper zu rennen. Aber Sie würden staunen, wie schnell Sie flitzen können, wenn Ihr Leben in Gefahr ist. Jazz Bashara lebt in…

Der Roman spielt Ende der Siebziger in der rauen Welt des amerikanischen Mittelwestens, die von Armut und Kriminalität geprägt ist. Hier lebt und arbeitet der Sozialarbeiter Pete Snow. Sein Job ist es Kindern und Jugendlichen in schwierigen familiären Verhältnissen zu helfen und dies ist keine leichte Aufgabe. Das Leben in dieser Gegend im Nordwesten Montanas dreht sich um Alkohol und…

Aaron riecht Jodtinktur. Beim Rasieren geschnitten. Sie will nicht, aber ihre linke Hand will, fasst unter seine Lederjacke und streift den Griff der Waffe. Eine Makarov Single Action. Er nimmt ihren Koffer, sie gehen zum Ausgang. Früher trug Aaron meist flache Schuhe. Als Blinde sind die stählernen Absätze der Hochhackigen ihr Echolot. Auf hartem Untergrund wie hier, doch nur an…

Ich nehme einen Schluck meines entkoffeinierten, laktosefreien Biokaffees aus Süd-Mexiko, den blinde und homosexuelle Waisenkinder, deren Eltern von den USA gefoltert und ermordet wurden, weil sie anarchistische Rebellen waren, mit bloßen und extra aus Deutschland eingeflogener PH-neutraler Eigenurin-Bioseife gewaschenen Händen gepflückt und mit ihrer eigenen Körperwärme geröstet haben. Er schmeckt scheiße. »Meine liebsten Jugendkulturen aus den Wilden Neunzigern« lautet der…

Niemand war auf den Geruch nach Regen vorbereitet. Es war Frühling, Jasmindu mischte sich unter das Summen der elektrischen Busse, und am Himmel schwebten solarbetriebene Gleitsegler wie Vogelschwärme. Ameliah Ko versuchte sich an einem Kwasa-Kwasa-Remix von Susan Wongs Coverversion von »Do You Wanna Dance«. Fast lautlos hatte der Regen eingesetzt; in silbernen Flächen verschluckte er das Knallen der Schüsse und…

»Frank war derjenige, der angegriffen wurde!«, klärt Elspeth ihn auf, zugleich schockiert und verwirrt von ihrer eigenen Loyalität. »Das glaube ich gerne«, sagt Notman. »Wenn der frühere Oberpsychopath plötzlich der Gute ist, dann hat die Stadt wirklich Probleme.« Jim Francis lebt unter neuem Namen mit seiner attraktiven Frau und den beiden Kindern als erfolgreicher Künstler in Kalifornien. Er hat im…

»Craig?«, fragte Alan, wobei sich der Name wie ein einziges großes Fragezeichen anhörte. »Lang ist’s her, Kumpel.« Ein Wirbelwind widersprüchlicher Gefühle stürme auf Alan ein. Schock, selbstverständlich. Mitleid. Die Sorte tief empfundenes, reflexartiges Mitleid, wie es einem beim Anblick der Not einer anderen Kreatur überkommt. Und zuletzt und am offenkundigsten natürlich Freude. Freude darüber, wie bildhaft uns das Universum doch…

Etwas dort draußen klang komisch. Er drückte die Kopfhörer fester gegen seine Ohren. Sonarmaate gehörten zu einem ganz eigenen Schlag. Die wenigsten Menschen konnten sich tagelang vor einen Monitor setzen, gegen die Monotonie ankämpfen und auf das leiseste Geräusch in den Tiefen und Weiten des einsamen Ozeans lauschen. Aber bei den wenigen, die sich der Aufgabe stellen konnten, war es…

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