Arne Ahlert: MoonaticsDer Tag, an dem sich alles änderte, begann wie jeder andere. Um exakt fünf nach sieben, wie immer – mit dem Radiowecker. (…) Der Sender brachte normalerweise nach den Nachrichten etwas Fröhliches und Aufmunterndes. Doch an diesem Morgen, um fünf nach sieben, war alles anders. Es ertönte ein Requiem. Danach meldete sich der Moderator zu Wort. Die düsteren Klänge waren dem europäischen Sommer gewidmet, denn es würde ihn nicht mehr geben. Es war soeben offiziell bestätigt worden, dass der Golfstrom endgültig versiegt war.

Der Webdesigner und Globetrotter Darian Curtis erbt ein kleines Vermögen und erfüllt sich damit den lang gehegten Traum von der Reise zum Mond, um dort Urlaub zu machen. In der nahen Zukunft, in der das Buch spielt, ist das kein großes Problem mehr. Drei Wochen möchte er auf dem Erdtrabanten verbringen und ausspannen, von einer Welt, die immer weniger lebenswert wird. Die Erde ist strapaziert vom Klimawandel und dem allgegenwärtigen Terrorismus.

Darian steigt im Mondhotel Levania ab und lernt dessen skurrile Bewohner kennen. Zahlreiche exzentrische Menschen, die dort gestrandet sind und auf dem Mond eine Dauerparty veranstalten. Der Mond als letztes touristisches Ziel, während die Erde zum Teufel geht.

Die Werbung des Buches verspricht leider mehr, als der Roman zu halten vermag, dafür ist alles zu zahm und zu lauwarm. Gewiss kein schlechtes Buch, gut überlegt und souverän geschrieben. Darüber hinaus gibt es einige nette Gedankenspiele und viele gute Einzelideen. Aber ich fand keinen Zugang zu dem Roman und zu seiner Hauptfigur, und das sind für mich unabdingbare Voraussetzungen für eine Reise über fast 600 Seiten.

Diesen Trip mögen andere machen.

Arne Ahlert: Moonatics | Deutsch
Heyne 2016 | 576 Seiten | amazon-info

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